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Hohe Erwartungen der Chemieindustrie an den wettbewerbskritischen Faktor Logistik

13.06.2013
Aktuelle BVL-Studie mit Roadmap zur weiteren Optimierung – Am 13. Juni präsentiert die Bundesvereinigung Logistik (BVL) e. V. im Rahmen des Forums Chemielogistik in Ludwigshafen eine mit harten Kennzahlen unterlegte Studie zur Chemielogistik in Deutschland.

Darin beschreiben die Autoren umfassend den Markt, die dort vorherrschenden Prozesse und Geschäftsmodelle, die besonderen Herausforderungen und Verbesserungsmöglichkeiten sowie die Trends und Entwicklungen in der Chemielogistik.

Die Studie erscheint in der Schriftenreihe Wirtschaft & Logistik der BVL und ist ein Gemeinschaftsprojekt der Kompetenzgruppe Chemielogistik, bestehend aus der CMC2 GmbH, dem Institut für Angewandte Logistik IAL Würzburg, der Europäischen Fachhochschule (EUFH) Brühl und der Nürnberger Fraunhofer- Arbeitsgruppe für Supply Chain Services SCS des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen IIS.

Mit einem Marktvolumen von 144 Milliarden Euro im Jahr 2011 und über 323.000 Beschäftigten zählt die Chemieindustrie zu den Schlüsselindustrien in Deutschland. Die Logistik nimmt in dieser Branche als Manager komplexer Logistikketten und Supply Chains eine zentrale Rolle ein. Zwar ähneln sich auf den ersten Blick die grundsätzlichen Herausforderungen an die Logistik der chemischen Industrie und die anderer Industrien: der Markt agiert mehr und mehr global, verlangt agile und flexible Supply Chains, hohe Liefertreue bei wachsender Geschwindigkeit und steigender Qualität der Dienstleistung. Dennoch haben diese Kundenanforderungen im anspruchsvollen Aktionsfeld der Chemielogistik komplexere Auswirkungen.

Die Studie betrachtet alle für die Logistik relevanten Akteure – die Logistikabteilungen beziehungsweise die mit logistischen Aufgaben betrauten Einheiten der chemischen Industrie ebenso wie die in der Branche aktiven Logistikdienstleister sowie den chemischen Handel – und arbeitet so die besonderen Herausforderungen der Branche heraus. Auf dieser Basis stellt sie die zusammenhängenden Kennzahlen, Herausforderungen, Lösungsansätze und Trends in vier Teilbereichen praxisorientiert und wissenschaftlich fundiert dar.
Markt und Spezifika der Chemielogistik

Im Jahr 2011 betrug das Marktvolumen für die Chemielogistik in Deutschland 33,5 Milliarden Euro. Dies entspricht rund 15 Prozent des gesamten Logistikmarktes und zeigt die Bedeutung dieses Segments. Die Anforderungen sind jedoch durch die besonderen Produktionsbedingungen und die oft als Gefahrstoff deklarierten Güter hoch. Die Marktmacht liegt dabei auf Seiten der Verlader: Wenige große Unternehmen bestimmen die Bedingungen. Dahingegen sind die Anbieter mit den großen, ganzheitlich aufgestellten Logistikkonzernen auf der einen und wenigen mittelständischen Chemielogistikspezialisten auf der anderen Seite eher heterogen aufgestellt. In diesem Teil der Studie erarbeiten die Experten detailliert besondere Merkmale des Chemielogistikmarktes.
Supply Chains der chemischen Industrie und Geschäftsmodelle der Akteure

Die Chemielogistik ist sowohl für Verlader als auch für Logistikdienstleister ein heterogenes Feld mit zahlreichen unterschiedlichen Geschäftsmodellen. Besonders erfolgskritisch sind auf beiden Seiten eine enge Zusammenarbeit zur Optimierung der gesamten Logistikkette,
die Festlegung eines geeigneten Logistikstrategie-Grades,
die Harmonisierung der Anforderungen und Abdeckungsgrade zwischen Produzenten und Dienstleistern und chemiespezifische Kompetenzen der Logistiker.

Die Studie erläutert umfassend die Bedingungen der Akteure und die Handlungsmöglichkeiten für eine erfolgreichere Zusammenarbeit zwischen Chemieproduzent und Chemielogistiker.
Entwicklungsgrad und Potenzial der Chemielogistik

Die Chemielogistik in Deutschland hat derzeit aus Produktivitätssicht im internationalen Vergleich einen klaren Wettbewerbsvorsprung und kann sich auch zukünftig als Vorreiter positionieren. Dafür sind aber die Schnittstellen zwischen den Logistikpartnern, einzelnen Unternehmensteilen und Produktionsschritten weiter zu optimieren. Potenziale liegen insbesondere in der Standardisierung und Automatisierung von Prozessen, in einer vorausschauenden taktischen Planung der Supply Chain und einer engeren Verzahnung aller Partner. Die Studie entwickelt hier unter anderem eine Roadmap mit möglichen Lösungsansätzen, die von allen Akteuren gleichermaßen für strategische Planungen genutzt werden kann.

Zentrale Entwicklungen und wesentliche Trends in der Chemielogistik

Abschließend gibt die Studie einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen und untersucht detailliert fünf ausgewählte Trends mit klarem Branchenfokus. Auch hier gilt: zwar sind die abzulesenden Logistik-Trends die gleichen der anderen Industrien, es müssen jedoch die besonderen Bedingungen des Umfelds berücksichtigt werden. Dies gilt für den Trend »Zunahme der Safety- und Security-Anforderungen« ebenso wie für die Trends »Flexibilisierung der Investitionsanforderungen für strategische Infrastrukturen“, »Outsourcing logistischer Dienstleistungen«, »Entwicklung der Geschäftsmodelle der Logistikdienstleister hin zu Full-Service, Nischenanbieter oder reinen Carriern« oder »Personalmangel«.

Verena Höltl | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.iis.fraunhofer.de/de/pr/2013/20130611_SCS_Chemielogistik.html

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