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Hochschule Niederrhein testet Lernunterstützende Bekleidung in Mönchengladbacher Kita

07.08.2009
"Ich will die Erdbeer-Weste!" "Und ich die mit dem Domino!""Lässt du mich mitspielen?"

Für Julia Wilkens sind solche Dialoge Alltag, wenn sie im Kindergarten beobachtet, wie eine Gruppe Kinder mit der Lernunterstützenden Bekleidung spielt.

Die Absolventin des Fachbereichs Textil- und Bekleidungstechnik der Hochschule Niederrhein hat eine neue Kollektion entworfen und in der Mönchengladbacher Kindertagesstätte Muki 2 getestet.

Gemeinsam mit der Leiterin des Muki 2, Ilona Lüpges-Limborgh, hat Julia Wilkens Westen zu verschiedenen Themengebieten entworfen und genäht. Den Rahmen bildete ihre Diplomarbeit im Fach Produktentwicklung. So gibt es beispielsweise eine Weste, die die Jahreszeiten behandelt und die Kinder zum Fühlen animieren möchte; andere Teile der neuen Kollektion bringen Vorschulkindern Buchstaben und Zahlen oder Farben und Formen näher. Die Feinmotorik wird in allen Westen durch unterschiedliche Verschlüsse trainiert. Das Fühl-Memory wurde von allen Kindern am besten angenommen, während sich beispielsweise die Tier-Weste oder die Puzzle-Weste eher an jüngere bzw. ältere Kinder richtete.

Mit diesen Westen wurde im Muki 2 eine dreimonatige Studie durchgeführt, bei der 14 Kinder im Alter von vier bis sechs Jahren beim Spiel mit der Lernunterstützenden Bekleidung beobachtet wurden. Zum Abschluss der Studie wurden die Kinder einzeln anhand eines Fragebogens zu ihren Erfahrungen mit der Kollektion und Verbesserungsvorschlägen befragt. Die Ergebnisse zeigen deutlich, was die Arbeitsgruppe "Lernunterstützende Bekleidung" der Hochschule Niederrhein aufgrund bisheriger Probeläufe in Kindergärten und einer Montessori-Grundschule erwartet hatte: Die Kleidung wird aufgrund der kindgerechten Stoffe, Schnitte und Farben von den Kinder sehr gut angenommen. Die ersten Beobachtungen weisen darauf hin, dass das Spiel mit der Bekleidung die Kinder beim Lernen unterstützt; dies muss allerdings in weiteren Studien noch genauer untersucht werden.

Mädchen interessieren sich zusätzlich für bestimmte Design-Elemente, während Jungen manche Kleidungsstücke aufgrund der verwendeten Motive ablehnten (so mögen Jungen beispielsweise keine Weste mit Erdbeeren oder ähnlichen Bildern). Die Spiele wurden durch die Kinder - über die zuvor erklärten Spielregeln hinaus - eigenständig weiterentwickelt. Die in anderen Kindergärten beobachtete Problematik, dass manche Spiele Konfliktpotential bergen, trat im Muki 2 nicht auf. Da hier alle Kinder sehr herzlich miteinander umgehen und es keine Berührungsängste gibt, war es für diese Kinder auch unproblematisch, sich bei manchen Spielen zu berühren oder Elemente auf einer Weste zu betasten, die ein anderes Kind trägt. Dennoch konnte auch hier die Kommunikation durch das gemeinsame Spiel gestärkt werden.

In der abschließenden Umfrage äußerten sich die Kinder positiv zu ihren Erfahrungen mit der Lernunterstützenden Bekleidung. Einer ihrer Wünsche an eine neue Kollektion war die Entwicklung von warmen Jacken, mit denen man auch draußen spielen könnte. Auch für Erwachsene ließe sich Lernunterstützende Bekleidung in manchen Fällen nutzen, wie Julia Wilkens gemeinsam mit ihren Referenten Prof. Dr. Marc Weber (Textil- und Bekleidungstechnik) und Prof. Dr. Michael Borg-Laufs (Sozialwesen) vorschlägt: beispielsweise für Menschen mit Behinderungen, bei Reha-Maßnahmen oder für ältere Menschen, die so Gedächtnis und Motorik trainieren könnten.

Autor:
Dr. Andrea Tillmanns,
Hochschule Niederrhein - University of Applied Sciences
Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik
Forschungsinstitut für Textil und Bekleidung der Hochschule Niederrhein (FTB)
Webschulstraße 31
41065 Mönchengladbach
Deutschland
Tel: +49-2161-186 6099
Fax: +49-2161-186 6013

Rudolf Haupt | idw
Weitere Informationen:
http://www.ftb-hn.de

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