Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

HHL und Sachsen Bank entwerfen Zukunftsszenarien für die Mikroelektronik in Mitteldeutschland

19.05.2011
„Sachsen Bank Branchenszenarien Mitteldeutschland: Zukunftsszenarien für die Mikroelektronik in Mitteldeutschland“ des Lehrstuhls für Strategisches Management und Organisation der Handelshochschule Leipzig (HHL)

Wird die Mikroelektronik-Branche in Mitteldeutschland langfristig wettbewerbsfähig sein können? Welche Rahmenbedingungen sind notwendig, damit der Erfolg von „Silicon Saxony" fortgeschrieben werden kann? Oder wird die Übermacht asiatischer Produktionsstätten die Mikroelektronikbranche in Mitteldeutschland mittelfristig ganz verschwinden lassen?

Mit diesen Fragen setzt sich das aktuelle „Sachsen Bank Branchenszenario Mittelstand" auseinander. Gleichzeitig gibt die Studie des Lehrstuhls für Strategisches Management und Organisation der Handelshochschule Leipzig (HHL) Handlungsempfehlungen für Wirtschaft und Politik.

Die Studie entstand im Rahmen einer auf drei Jahre angelegten Zusammenarbeit zwischen der HHL und der Sachsen Bank zur wissenschaftlichen Untersuchung von Mittelstandsthemen, aus der zukünftig Szenariostudien für weitere Schlüsselbranchen in Mitteldeutschland folgen werden. „Die Sachsen Bank sieht sich als Partner der mittelständischen Unternehmen in Mitteldeutschland. Deshalb unterstützt sie auch gerne und gezielt diese Art der praxisnahen Forschung. So können wir unsere eigene Expertise stärken und den Unternehmen zudem mögliche Entwicklungen aufzeigen", erläutert Prof. Harald R. Pfab, Vorstandsvorsitzender der Sachsen Bank, die Kooperation mit der HHL.

Auf Basis umfangreicher Literaturanalysen, einer Expertenbefragung und mehrerer Workshops hat das Team um Professor Dr. Torsten Wulf vier Szenarien entwickelt. Diese Szenarien – „Diversifizierung", „Konversion", „Zusammenbruch" und „Auslaufmodell" – zeigen, dass die Mikroelektronik in Mitteldeutschland sehr positive Entwicklungsperspektiven besitzt, sich aber auch schwierigen Herausforderungen gegenüber sieht. Ob eher die Chancen oder eher die Risiken das künftige Bild der Branche prägen werden, ist – so das Ergebnis der Studie – in hohem Maße davon abhängig, wie Unternehmen und Politik in Mitteldeutschland mit den Herausforderungen der Branche umgehen.

So beschreibt das Szenario „Diversifizierung" die Mikroelektronik als Ausgangspunkt für eine positive Differenzierung der Unternehmenslandschaft in Mitteldeutschland in neue Technologiefelder. Gleichzeitig wächst der Sektor unternehmensnaher Dienstleistungen stark. Voraussetzung für diese positive Entwicklung ist insbesondere eine innovative staatliche Förder-, Forschungs- und Bildungspolitik. Genauso möglich ist jedoch auch ein Szenario „Zusammenbruch", das die schnelle Abwanderung der Mikroelektronik und damit den Niedergang von Silicon Saxony beschreibt. Dies könnte dann eintreten, wenn Mitteldeutschland gegenüber Mikroelektronik-Clustern in Asien sowohl bezüglich der Kostenstrukturen wie auch der Forschung und Entwicklung weiter an Boden verliert.

Prof. Dr. Torsten Wulf resümiert: „Unsere Szenarien zeigen, dass es Wirtschaft und Politik in Mitteldeutschland im Wesentlichen selbst in der Hand haben, die Zukunft der Branche positiv zu gestalten. Konkret ergeben sich aus unseren Szenarien mehrere Implikationen für Unternehmen und Politik: Unternehmen der Mikroelektronik-Branche empfehlen wir, sich auf die Erschließung neuer Anwendungsfelder, zum Beispiel im Bereich der Nanotechnologie, der organischen Materialien, der Sensorik oder der Medizin- und Beleuchtungstechnik zu fokussieren. Durch die Stärkung von Kompetenzen, insbesondere in Bereichen wie Anwendungsentwicklung und Marketing, können so neue Geschäfte entwickelt werden. Darüber hinaus zeigen unsere Szenarien, welchen Einfluss die Rahmenbedingungen, insbesondere die Forschungs-, Bildungs- und Investitionsförderpolitik, haben können. Hier ist die Politik in Mitteldeutschland gefordert, innovative Konzepte für Bildung und Forschung zu entwickeln, die gar nicht unbedingt teuer sein müssen."

Die „Sachsen Bank Branchenszenarien Mitteldeutschland: Zukunftsszenarien für die Mikroelektronik in Mitteldeutschland" stehen kostenfrei auf folgenden Internetseiten zum Download bereit:
http://www.sachsenbank.de
http://www.scenariomanagement.de
Handelshochschule Leipzig (HHL)
Die HHL ist eine universitäre Einrichtung und zählt zu den führenden internationalen Business Schools. Ziel der ältesten betriebswirtschaftlichen Hochschule im deutschsprachigen Raum ist die Ausbildung leistungsfähiger, verantwortungsbewusster und unternehmerisch denkender Führungspersönlichkeiten. Neben der internationalen Ausrichtung spielt die Verknüpfung von Theorie und Praxis eine herausragende Rolle. Die HHL zeichnet sich aus durch exzellente Lehre, klare Forschungsorientierung und praxisnahen Transfer sowie hervorragenden Service für ihre Studierenden. http://www.hhl.de
Sachsen Bank
Unter dem Dach der Sachsen Bank bündelt die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) ihr mittelständisches Unternehmenskunden- und das Privatkundengeschäft in Mitteldeutschland. Dabei verbindet sie das breite Produkt- und Dienstleistungsportfolio der LBBW mit der Kundennähe einer eigenständig agierenden Regionalbank.Die HHL ist eine universitäre Einrichtung und zählt zu den führenden internationalen Business Schools. Ziel der ältesten betriebswirtschaftlichen Hochschule im deutschsprachigen Raum ist die Ausbildung leistungsfähiger, verantwortungsbewusster und unternehmerisch denkender Führungspersönlichkeiten. Neben der internationalen Ausrichtung spielt die Verknüpfung von Theorie und Praxis eine herausragende Rolle. Die HHL zeichnet sich aus durch exzellente Lehre, klare Forschungsorientierung und praxisnahen Transfer sowie hervorragenden Service für ihre Studierenden. http://www.sachsenbank.de

Volker Stößel | idw
Weitere Informationen:
http://www.sachsenbank.de
http://www.scenariomanagement.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Zirkuläre Wirtschaft: Neues Wirtschaftsmodell für die chemische Industrie?
28.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Neptun regnet es Diamanten: Forscherteam enthüllt Innenleben kosmischer Eisgiganten

21.08.2017 | Physik Astronomie

Ein Holodeck für Fliegen, Fische und Mäuse

21.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Institut für Lufttransportsysteme der TUHH nimmt neuen Cockpitsimulator in Betrieb

21.08.2017 | Verkehr Logistik