Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Heutige Jugendliche sind keine Egoisten

18.03.2010
US-Studie: Jugend ist ihren Eltern ähnlicher als oft vermutet

Wer die heutige Jugend als "Generation Ich" bezeichnet, verkennt die Realität. Das sagen zumindest Psychologen der Michigan State University. Im Vergleich zur Jugend vor 30 Jahren seien heutige Jugendliche nicht egozentrischer, fauler oder unpolitischer, hätten kein geändertes Selbstwertgefühl und genauso viel Hoffnung. Weder die allgemeine Lebenszufriedenheit noch die Bedeutung von Religion und Sozialstatus hätten sich verändert, berichten die Wissenschaftler um Brent Donnellan im Fachmedium "Perspectives on Psychological Science".

Ältere schimpfen schon immer

Die Forscher beziehen sich in ihren Aussagen auf die Untersuchung "Monitoring the future" http://monitoringthefuture.org , für die bisher fast 500.000 Jugendliche in einem Zeitraum von 33 Jahren befragt wurden. "Die Jugendlichen ähneln der Generation vor 30 Jahren. Sie versuchen, ihren Platz in der Welt zu finden und dabei ihre Identität zu entwickeln. Das kann nach wie vor schwierig sein", so Studienleiter Donnellan. Die gängigen Stereotypen seien starke Überzeichnungen der Realität, zudem sei es schon immer so gewesen, dass ältere Teile der Bevölkerung über die Jüngeren schimpfen.

Einige Unterschiede zu früheren Jahrzehnten wurden freilich schon sichtbar. Jugendliche schätzen ihre Bildungschancen heute höher ein, zudem sind sie zynischer und haben weniger Vertrauen in Institutionen. Die letzten beiden Entwicklungen sind jedoch laut den Forschern nicht jugendtypisch, sondern in allen Altersgruppen festzustellen. Ein weiteres Ergebnis ist, dass sich Jugendliche weniger von Sozialproblemen wie Ausgrenzung, Hunger und Armut in der Gesellschaft berühren lassen. Eine Aussage, die der Bielefelder Soziologe Mathias Albert http://www.uni-bielefeld.de nicht nachvollziehen kann. "Ich sehe nicht, dass Jugendliche heute von Sozialproblemen weniger betroffen wären", so der Mitautor der Shell-Jugendstudie gegenüber pressetext.

Unterschiede trotz globaler Jugendkultur

Das Bild der "Generation Ich" entstand, als die sogenannte 68er-Generation traditionelle Werte wie Treue und Familienbezogenheit zugunsten der eigenen Selbstverwirklichung immer mehr zurückdrängte. "Gerade im Rahmen der letzten beiden Shell-Jugendstudien haben wir aber etwa in Deutschland beobachten können, dass Jugendliche heute solche traditionellen Werte mit dem Streben nach individueller Selbstverwirklichung kombinieren", erklärt der Jugendforscher. Die Rede von einer "Generation Ich" gehe an der Realität vorbei, muss auch Albert feststellen.

Vergleichen könne man die Ergebnisse mit Europa nicht. Zwar hätten Jugendkulturen und ihre Integration in Konsum- und Freizeitmärkte schon seit längerem zu einer 'globalen Jugend' geführt. "Dennoch gibt es große Unterschiede in Einstellungen und Lebenslagen zwischen Europa und den USA, jedoch auch innerhalb Europas", so Albert. Statt über die gesamte Alterskohorte zu generalisieren, sollte man lieber auf Entwicklungen achten, die sich in den Detailergebnissen verstecken. "Interessant wäre, welche Wertetypen sich herausgebildet haben und wie diese mit den Einstellungen Jugendlicher zusammenhängen."

Originalstudie unter: http://news.msu.edu/media/documents/2010/03/d86dd7ab-adb0-4887-a043-96b559595fe2.pdf

Johannes Pernsteiner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://msu.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Europaweite Studie zu „Smart Engineering“
30.03.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungen

Berührungslose Schichtdickenmessung in der Qualitätskontrolle

25.04.2017 | Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Weg zur lückenlosen Qualitätsüberwachung in der gesamten Lieferkette

25.04.2017 | Verkehr Logistik

Digitalisierung bringt Produktion zurück an den Standort Deutschland

25.04.2017 | Wirtschaft Finanzen