Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Herzschlag und Atmung synchron? Der Schlaftakt macht’s

13.06.2012
Der Wechsel von Tief- und Traumschlaf beeinflusst die unterschiedlichen Phasen der Synchronisation von Herzschlag und Atmung.

Der Einfluss der Schlafstadien ist dabei größer als der des Alters der Schlafenden. Zu dieser Erkenntnis ist eine Forschergruppe gelangt, der Dr. Jan Kantelhardt von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) angehört.

An der Studie beteiligt waren neben ihm Wissenschaftler der Berliner Charité, der Harvard Medical School (USA) und der Universität Calgary (Kanada). Die Ergebnisse sind seit gestern (12. Juni 2012) nachzulesen in der Online-Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (PNAS).

„Wir haben zwei verschiedene Arten der Kopplung von Herzschlag und Atmung untersucht", erklärt MLU-Physiker Jan Kantelhardt, der in diesem Jahr bereits mit einer Veröffentlichung in „Nature Communications" für Aufsehen gesorgt hatte. „Konkret war das einerseits die Phasen-Synchronisation, also die Frage, ob Herzschlag und Atmung einen angeglichenen Takt haben. Zum Zweiten die sogenannte respirative Sinus-Arrhythmie. Dabei geht es um die Frage, ob die Geschwindigkeit des Herzschlags mit dem Atemtakt schwankt. Wir konnten zeigen, dass die beiden Arten der Kopplung unabhängig voneinander sind."

Bisher sei nur die diagnostische Relevanz der Sinus-Arrhythmie bekannt. „Der andere Indikator reagiert aber zehnmal empfindlicher auf den Wechsel von Schlaf- und Wachstadien. Und er wird von ihnen mehr beeinflusst als von vom Alter der Probanden." Seinen diagnostischen Wert gelte es nun genauer zu erforschen, beispielsweise im Hinblick auf die Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems.

Angaben zur Publikation:
"Phase transitions in physiologic coupling"
Autoren: Ronny P. Bartsch, Aicko Y. Schumann, Jan W. Kantelhardt, Thomas Penzel, Plamen Ch. Ivanov

Erschienen in:
Proceedings of the National Academy of Sciences
DOI: 10.1073/pnas.1204568109

Ansprechpartner:
Dr. Jan W. Kantelhardt
Institut für Physik
Telefon: 0345 55 25433
E-Mail: jan.kantelhardt@physik.uni-halle.de

Carsten Heckmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-halle.de

Weitere Berichte zu: Atmung Herzschlag Kopplung Schlaftakt Sinus-Arrhythmie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Erste großangelegte Genomstudie prähistorischer Skelette aus Afrika
27.09.2017 | Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte / Max Planck Institute for the Science of Human History

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University

18.10.2017 | Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rasche Umweltveränderungen begünstigen Artensterben

19.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Materie-Rätsel bleibt weiter spannend: Fundamentale Eigenschaft von Proton und Antiproton identisch

19.10.2017 | Physik Astronomie

Einzelne Rezeptoren auf der Arbeit

19.10.2017 | Biowissenschaften Chemie