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Hersteller von Windenergieanlagen sollten die Flaute nutzen, um sich fit für die Zukunft zu machen

07.09.2009
  • Herstellern von Windenergieanlagen bläst krisenbedingt ein rauer Wind entgegen
  • Die Kosten von Windkraftanlagen müssen weiter fallen, um mit denen herkömmlicher Kraftwerke konkurrieren zu können
  • Führende Anbieter sind verstärktem Wettbewerbsdruck ausgesetzt
  • Für die Kernmärkte sind unterschiedliche Strategien gefordert
  • Zu den großen Herausforderungen zählt die weitere Industrialisierung im Windturbinenbau

Herstellern von Windkraftanlagen bläst als Folge der Krise ein rauer Wind entgegen. Dabei dürfte die Krise dem Windmarkt nur eine kurze Verschnaufpause gönnen, denn der langfristige Wachstumstrend ist ungebrochen: Bis 2012 werden jährliche Zuwächse von 17% erwartet.

Allerdings sieht sich die Branche zahlreichen Herausforderungen gegenüber. Hersteller von Windenergieanlagen sollten deshalb die Turbulenzen nutzen, um diesen Herausforderungen zu begegnen und sich fit für die Zukunft zu machen.

"Die Krise beschert der Windindustrie eine kurze Flaute", meint Manfred Hader, Partner bei Roland Berger Strategy Consultants. "Aber der langfristige Wachstumstrend ist ungebrochen, und bis 2012 erwarten wir jährliche Zuwächse von 17 Prozent." Diese Prognose gründet sich auf die ehrgeizigen Ziele diverser Regierungen, die den Anteil der erneuerbaren Energien auf Kernmärkten wie den USA, Europa, China und Indien spürbar ausweiten wollen. Bis 2020 will Europa etwa 20 Prozent seiner Energie aus erneuerbaren Quellen gewinnen. In den Jahren 2011 bis 2020 sind deshalb Investitionen in den europäischen Ländern von insgesamt 120 Mrd. EUR geplant. Gleichzeitig sollen fossile Energieträger in Europa mit Ökoabgaben belegt werden. Die USA haben sich sogar einen 20-prozentigen Windenergieanteil bis 2030 auf die Fahnen geschrieben. China wiederum will bis 2020 über 100 GW-Windkraftkapazitäten verfügen, Indiens Zielvorgabe lautet 40 GW.

Der Studie zufolge geben mehrere Faktoren den Ausschlag dafür, dass die Versorger den Anteil an Windenergiekapazitäten in ihren Portfolios erhöhen und ihren Energie-Mix verbreitern wollen. Gründe sind etwa die Risiken im Öl- und Gassektor, ein umweltfreundliches Image und das Erreichen der EU-Ziele bis 2020.

Kosten für Windenergie müssen sinken

Derweil müssen die Kosten von Windenergieanlagen weiter fallen, um auch ohne staatliche Subventionen wettbewerbsfähig zu sein und das Niveau herkömmlicher Energieerzeugeranlagen zu erreichen. Der größte Kostentreiber im Windenergiesektor ist dabei der Preis für die Turbine. Derzeit macht er mehr als die Hälfte der Kosten über den gesamten Lebenszyklus der Anlage aus. Um also die Kosten in der Windenergieerzeugung zu senken, müssen die Turbinen billiger werden.

Experten rechnen für die Zukunft mit erheblichen Preissenkungen. So dürften die Windturbinenhersteller wegen des intensiven Wettbewerbs auf Wachstumsmärkten, wegen zunehmender Kapazitäten und Lieferprobleme weiter an Verhandlungsmacht einbüßen. Immer größere Windparkprojekte und Rahmenverträge verschärfen den Wettbewerb unter den Windturbinenherstellern, die um immer weniger, dafür aber größere Aufträge konkurrieren. In den letzten vier Jahren ist die Größe von Windparks im Durchschnitt um 20% gestiegen. In den nächsten Jahren wird verstärkt mit größeren Projekten über 50 MW Erzeugerkapazität gerechnet, die meisten davon auf See.

Führende Unternehmen büßen Marktanteile ein

Unterdessen gerät die Vormachtstellung der großen Unternehmen zunehmend unter Druck. Beobachter rechnen deshalb in den kommenden zwei Jahren mit einem erbitterten Kampf um Marktanteile. So ist der Marktanteil der vier größten Hersteller seit 2005 bereits von 73% auf 55% geschrumpft. Mehr als zehn weitere Turbinenhersteller kämpfen derzeit um einen Anteil an den regionalen Märkten. Um ihre Marktstellung zu behaupten, müssen sich Windturbinenhersteller vier Herausforderungen stellen. So müssen sie den Markt für sich erobern, neue Technologien Gewinn bringend einsetzen, die Zulieferkette optimieren und ihre Aktivitäten restrukturieren.

Jeder Kernmarkt verlangt nach einer anderen Strategie

Den aktuellen Abschwung sollten die Hersteller dringend nutzen, um zukunftsfähige Initiativen voranzutreiben. Dabei geht es vor allem darum, in den nächsten Jahren für anhaltendes Umsatzwachstum zu sorgen. Das aber geht nur, wenn sie an den Kernmärkten in China, den USA und Europa aktiv sind und für diese jeweils eigene, den dortigen Gege-benheiten angepasste Strategien entwickeln. Überdies müssen sie mit Versorgern globale Rahmenverträge aushandeln, um am Wachstum des Marktes zu partizipieren. Unter dem Eindruck der aktuellen Wirtschaftskrise liegt der Schlüssel zum Erfolg darin, das Risiko entlang der Zuliefererkette zu steuern. Nur so lassen sich Lieferfristen einhalten und weltweit Expertise aufbauen. "Eine umfassende Industrialisierung ist unabdingbar, um dem Druck auf die Gewinnmargen zu begegnen", erläutert Hader. Entscheidend ist, in der Produktentwicklung die Lebenszykluskosten in den Mittelpunkt zu rücken und Effizienz sowie Ausstoß der gesamten Anlage zu optimieren.

Hader meint hierzu weiter: "Der Ausbau der internationalen Präsenz ist ein Muss, um Zugang zu Schlüsselmärkten zu bekommen und die Kosten niedrig zu halten."

Die aktuelle Studie können Sie kostenfrei herunterladen unter:
www.rolandberger.com/pressreleases
Roland Berger Strategy Consultants, 1967 gegründet, ist eine der weltweit führenden Strategieberatungen. Mit 36 Büros in 25 Ländern ist das Unternehmen erfolgreich auf allen wichtigen internationalen Märkten aktiv. Im Jahr 2008 erwirtschaftete Roland Berger Strategy Consultants mit über 2.100 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 670 Mio. EUR. Unsere Strategieberatung im Besitz von rund 180 Partnern ist eine unabhängige Partnerschaft.

Sebastian Deck | Roland Berger Strategy Consultan
Weitere Informationen:
http://www.rolandberger.com
http://www.rolandberger.com/pressreleases

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