Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Heimisches Sofa statt Public Viewing: Studie untersucht, wie sich Deutschland auf die WM vorbereitet

02.06.2010
WM-Studie 2010 der Universität Hohenheim: Interesse an WM gesunken; nur wenige reisen nach Südafrika

Nur noch eine Woche bis zum WM-Start: die Ladenregale sind prall gefüllt mit Fanartikeln. Doch die Kauflaune der Deutschen ist deutlich geringer als 2006, so eine Studie des Lehrstuhls für Marketing I der Universität Hohenheim. Gerade mal 36 Euro wollen die Deutschen in diesem Jahr für WM-Artikel ausgeben. Große Nachfrage könnten allein Trikots, Fußbälle und Fahnen finden. Auch die Reiselust in südafrikanische Stadien sei gedämpft.

Der Countdown läuft: am 11. Juni ist Anpfiff für das erste Spiel der WM 2010 im Soccer City Stadion in Johannesburg. Nur noch wenige Tage bleiben den Deutschen sich auf das Großereignis vorzubereiten. Eine Studie von Marktforschern um Prof. Dr. Markus Voeth vom Lehrstuhl für Marketing I macht im Vorfeld der WM weder besonders große Kauflaune noch große Reiselust in der Bevölkerung aus. Die Marktforscher prophezeien zudem weniger Interesse an den Spielen als 2006 – und eine Sofa-Veranstaltung statt Public Viewing Event.

Für die Studie befragten die Marketingexperten mit ihren Studierenden in fragebogengestützten Interviews deutschlandweit 1664 Personen. Abgefragt wurden das Interesse an Spielen, WM-Artikeln oder Reisen sowie das Zuschauerverhalten während der WM.

WM als Sofa-Veranstaltung

Öffentliche Plätze und Kneipen könnten in diesem Jahr bei WM-Spielen leer bleiben. Gemütliche Fernsehnachmittage vor dem heimischen TV-Gerät sieht das Team um Prof. Dr. Voeth stattdessen als wahrscheinlicher an. Fast neunzig Prozent der Befragten gaben an, die WM zu Hause vor dem Fernseher verfolgen zu wollen.

„Ein großes Public Viewing Angebot ist daher weniger zielführend und wird im schlechtesten Fall nur Millionen Euro verschlingen“, sagt Jeanette Loos, Projektleiterin der WM-Studie, und gibt damit vielen Kommunen recht, die in diesem Jahr bewusst auf die Ausrichtung von Public Viewings verzichtet haben.

Kauf- und Reiselaune im Keller

2006 gaben die Deutschen fast 70 Euro für Fanartikel und WM-Produkte aus. 2010 wollen sie laut Studie gerade mal die Hälfte für Fahnen, Hüte und Co. ausgeben: „Im Schnitt circa 36 Euro“, beziffert Co-Leiterin Sabine Schwarz die Kaufabsicht. Insgesamt seien außerdem nur die Hälfte aller Befragten überhaupt bereit Geld für Fan- und WM-Artikel zu investieren.

Für die WM extra nach Südafrika zu reisen, das ziehen laut Studie sehr wenige Deutsche in Betracht. „Weniger als ein Prozent der Befragten plant eine Reise zu einem der WM-Spielorte“, sagt Prof. Dr. Voeth. Gründe dafür machen die Marktforscher in den hohen Kosten für Flugtickets und der Angst vor mangelnder Sicherheit aus. „Fast neunzig Prozent der Befragten glauben, die Sicherheitslage in Südafrika sei schlechter als jene zur WM im eigenen Land“, untermauert Sabine Schwarz.

Erklären können die Marktforscher die gesunkene Kauf- und Reiselaune mit einem generell geringeren Interesse an der WM 2010 im Vergleich zu 2006. „Zwei Drittel der Befragten geben an, der WM 2010 ein wesentlich geringeres Interesse zu schenken, als der vor vier Jahren“, meint Jeanette Loos.

Erfolgsfaktor Nationalmannschaft

„Natürlich hängen die Kaufentscheidungen der Deutschen aber vom Abschneiden der Nationalmannschaft ab„ sagt Jeanette Loos. Demnach könnte die Kauflaune steigen, würden sich die Deutschen in die Favoritenrolle kicken. „Glauben möchten die Befragten an ein Sommermärchen 2010 aber bisher noch nicht“, sagt Prof. Dr. Voeth: „Fast sechzig Prozent gehen davon aus, dass die Nationalmannschaft nicht über das Viertelfinale hinauskommt“.

Repräsentative Befragung zur aktuellen WM

Weitere Details zu Marketing- und Werbewirkung der WM 2010 untersucht der Lehrstuhl in den kommenden Wochen – während und nach der WM – anhand repräsentativer Bevölkerungsbefragungen.

Dazu plant die Universität Hohenheim noch folgende Veröffentlichungen (Terminänderungen vorbehalten):

* 25.6.: Die WM am Arbeitsplatz – Auswirkungen der WM auf das Arbeitsverhalten der Deutschen

* Weitere Pressemitteilungen je nach Studienergebnissen im Verlauf und Anschluss an die WM

Hintergrund: WM-Studie der Universität Hohenheim

In einer groß angelegten Langzeitstudie zur FIFA Fußball-WM 2006 hat der Lehrstuhl für Marketing I von Prof. Dr. Voeth seit 2001 unter anderem die Begeisterung, Präferenzen und Vorstellungen der Bevölkerung für die WM ermittelt. Dabei wurden in jährlich wechselnden Sonderschwerpunkten Themen wie die WM als Chance für Städte und Regionen, Vermarktungspotenziale, Sicherheit, Ticket-Pricing, Merchandising und Standortwahl der Stadien untersucht. Die Studie diente einerseits als Stimmungsindikator, andererseits auch als konstruktiver Beitrag für eine erfolgreiche Organisation. In diesem Jahr wird die Studie fortgesetzt, u.a. um die Unterschiede zwischen der WM 2006 und der WM 2010 überprüfen zu können.

Kontakt für Medien:
Prof. Dr. Markus Voeth, Universität Hohenheim, Institut für Betriebswirtschaftslehre, Lehrstuhl für Marketing I

Tel: 0711 459-22925, E-Mail: marketing@uni-hohenheim

Florian Klebs | idw
Weitere Informationen:
http://www.wm-studie.de
http://www.uni-hohenheim

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Europaweite Studie zu „Smart Engineering“
30.03.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungen

Berührungslose Schichtdickenmessung in der Qualitätskontrolle

25.04.2017 | Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Weg zur lückenlosen Qualitätsüberwachung in der gesamten Lieferkette

25.04.2017 | Verkehr Logistik

Digitalisierung bringt Produktion zurück an den Standort Deutschland

25.04.2017 | Wirtschaft Finanzen