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Haushalt ist Frauensache – vor allem ärmere Frauen sind belastet

03.03.2011
WZB-Studie untersucht Zusammenhang zwischen Einkommen und Hausarbeit in 33 Ländern

Frauen tragen die Hauptlast der unbezahlten Arbeit im Haushalt. Ihr berufliches Fortkommen wird dadurch erheblich erschwert. Das gilt vor allem für ärmere Frauen, wie eine international vergleichende Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) deutlich macht. Wohlhabende Frauen greifen auf Haushaltshilfen und -technologien zurück. Ärmere Frauen können sich keine bezahlte Hilfe leisten, und Zugang zu arbeitssparenden Haushaltsgeräten haben sie nur in den reicheren Ländern.

Der WZB-Forscher Jan Paul Heisig hat für seine Studie über den Zusammenhang zwischen Haushaltseinkommen und Hausarbeitszeit Daten aus 33 Ländern ausgewertet. Das ärmste Zehntel der Frauen arbeitet im Durchschnitt etwa 7,7 Stunden pro Woche mehr im Haushalt als das reichste Zehntel eines Landes.

Allerdings sind die Unterschiede zwischen den Industrie- und Schwellenländern beträchtlich, wie Heisig nachweist. In Ländern mit großen ökonomischen Ungleichheiten wie Brasilien oder Chile sind arme Frauen besonders belastet. Ihr Einkommen reicht nicht aus, um arbeitssparende Haushaltsgeräte zu finanzieren; teilweise fehlt es sogar an der notwendigen Grundversorgung mit Wasser und Strom. Reiche Haushalte dagegen profitieren in diesen Ländern von einem großen Angebot an unqualifizierten Arbeitskräften, die häusliche Dienstleistungen zu niedrigen Löhnen anbieten.

Kleiner sind die Unterschiede in Industrieländern wie Deutschland oder Schweden, weil hier auch die unteren Einkommensschichten über arbeitssparende Haushaltsgeräte verfügen und weniger Zeit für Hausarbeit aufwenden müssen. Dieser Befund widerspricht der gängigen Auffassung, die Ausbreitung von Haushaltstechnologien habe in erster Linie zu einer Erhöhung der Haushaltsstandards, kaum aber zu einer Verringerung der häuslichen Arbeitszeit geführt. Indirekt stützen die Ergebnisse der Studie zudem die These, dass technologische Innovationen wesentlich zum Anstieg der Frauenerwerbstätigkeit in den vergangenen 100 Jahren beigetragen haben.

Für seinen Ländervergleich hat Jan Paul Heisig die Daten von über 20.000 Haushalten aus 33 Ländern aus dem jährlichen Umfrageprogramm „International Social Survey Programme“ ausgewertet.

Die Studie von Jan Paul Heisig: „Who Does More Housework: Rich or Poor? A Comparison of 33 Countries“ ist in der neuesten Ausgabe der American Sociological Review erschienen.

Pressekontakt:
Kerstin Schneider
Tel.: 030-25491-506
kerstin.schneider@wzb.eu
Jan Paul Heisig
Tel.: 030-25491-383
heisig@wzb.eu

Dr. Paul Stoop | idw
Weitere Informationen:
http://www.wzb.eu

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