Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hausgeburt so sicher wie im Spital

17.04.2009
Studie: Gleiche Sicherheit bei ausbleibenden Komplikationen

Für schwangere Frauen, bei denen ein geringes Risiko für Komplikationen bei der Geburt zu erwarten ist, ist eine geplante Hausgeburt ebenso sicher wie die Entbindung im Krankenhaus unter Aufsicht einer Geburtshelferin.

Zu diesem Schluss kommt eine groß angelegte holländische Untersuchung, die 530.000 Geburten zuhause und im Spital im Zeitraum von sieben Jahren verglich. Durchgeführt wurde die im British Journal of Obstetrics and Gynaecology veröffentlichte Studie vom TNO Institute for Applied Scientific Research.

Ihr Hauptaugenmerk lag bei der Todesrate und bei ernsthaften Erkrankungen von Kind oder Mutter bei der Geburt sowie während des gesamten perinatalen Zeitraums, der zwischen der 29. Schwangerschaftswoche und dem 7. Lebenstag angesetzt ist.

Sowohl bei Spitals- als auch bei Hausgeburten lag die Sterblichkeit innerhalb der ersten 24 Stunden ab Geburt bei 0,05 Prozent. Bloß sieben von je 10.000 Neugeborenen mussten in eine Klinik gebracht werden. Unabhängig vom Geburtsort war Einlieferungs- und Sterblichkeitsrate bei den Frauen höher, die zum ersten Mal entbanden oder die bei der Geburt schon über 35 Jahre alt waren. Frauen, die eine Hausgeburt planten, waren tendenziell über 25 Jahre, hatten oft bereits Geburten hinter sich und besaßen eher einen mittleren oder höheren sozialen Status.

Für die Erhebung wurden allerdings nur Frauen berücksichtigt, die zwischen der 37. und 42. Schwangerschaftswoche entbanden und denen im Vorfeld ein geringes Risiko für Geburtskomplikationen attestiert worden war. Ausgeschlossen waren somit Frauen mit frühzeitig einsetzenden oder eingeleiteten Wehen sowie bei zusätzlichen Risikofaktoren wie frühere Kaiserschnitt-Entbindungen oder Zwillingsgeburten. Zusätzliches Kriterium war auch die Betreuung durch eine Hebamme ab Beginn der Wehen.

Laut Studie hängt eine erfolgreiche Hausgeburt wesentlich von einer ausreichenden Betreuung während der Schwangerschaft ab, sowie von der Verfügbarkeit gut ausgebildeter Hebammen, eines funktionierenden Transportsystems und einer ebensolchen Nachversorgung. Diese Voraussetzungen würden der Mutter erst in Summe die Wahl des Geburtsortes ermöglichen. Sei mit Schwierigkeiten bei der Entbindung zu rechnen, sollte aus Sicherheitsgründen auf die Hausgeburt verzichtet werden, geben die Studienautoren zu bedenken.

Im Unterschied zu den meisten anderen europäischen Ländern sind in Holland Hausgeburten weit verbreitet. Jedes dritte Kind kommt hier im heimischen Umfeld in Beisein einer Hebamme zur Welt. An der Studie war der Anteil an Hausgeburten mit knapp zwei Drittel allerdings überrepräsentiert, denn bloß ein Drittel der untersuchten Mütter entschied sich für die Entbindung im Krankenhaus unter Aufsicht einer Hebamme.

Die Studie konnte zeigen, dass die vergleichsweise hohe Geburtssterblichkeit in den Niederlanden nicht mit dem hohen Prozentsatz der Hausgeburten des Landes zusammenhängt. "Die Ergebnisse belegen, dass die Hausgeburt bei gut geschulten Hebammen, der richtigen Abschätzung des Risikos sowie bei einem gut ausgebildeten Notfallssystem eine sichere Wahl ist", so die Studienleiterin Simone Buitendijk.

Johannes Pernsteiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.tno.nl

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Weltweit erste Therapiemöglichkeit für Kinderdemenz CLN2 entwickelt
25.04.2018 | Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

nachricht Tabakrauchen verkalkt Arterien stärker als reiner Cannabis-Konsum
11.04.2018 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Faserlaser mit einstellbarer Wellenlänge

Faserlaser sind ein effizientes und robustes Werkzeug zum Schweißen und Schneiden von Metallen beispielsweise in der Automobilindustrie. Systeme bei denen die Wellenlänge des Laserlichts flexibel einstellbar ist, sind für spektroskopische Anwendungen und die Medizintechnik interessant. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) haben, im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts „FlexTune“, ein neues Abstimmkonzept realisiert, das erstmals verschiedene Emissionswellenlängen voneinander unabhängig und zeitlich synchron erzeugt.

Faserlaser bieten im Vergleich zu herkömmlichen Lasern eine höhere Strahlqualität und Energieeffizienz. Integriert in einen vollständig faserbasierten...

Im Focus: LZH zeigt Lasermaterialbearbeitung von morgen auf der LASYS 2018

Auf der LASYS 2018 zeigt das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) vom 5. bis zum 7. Juni Prozesse für die Lasermaterialbearbeitung von morgen in Halle 4 an Stand 4E75. Mit gesprengten Bombenhüllen präsentiert das LZH in Stuttgart zudem erste Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt zur zivilen Sicherheit.

Auf der diesjährigen LASYS stellt das LZH lichtbasierte Prozesse wie Schneiden, Schweißen, Abtragen und Strukturieren sowie die additive Fertigung für Metalle,...

Im Focus: Achema 2018: Neues Kamerasystem überwacht Destillation und hilft beim Energiesparen

Um chemische Gemische in ihre Einzelbestandteile aufzutrennen, ist in der Industrie die energieaufwendige Destillation gängig, etwa bei der Raffinerie von Rohöl. Forscher der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK) entwickeln ein Kamerasystem, das diesen Prozess überwacht. Dabei misst es, ob es zu einer starken Tropfenbildung kommt, was sich negativ auf die Trennung der Komponenten auswirken kann. Die Technik könnte hier künftig automatisch gegensteuern, wenn sich Messwerte ändern. So ließe sich auch Energie einsparen. Auf der Prozesstechnik-Messe Achema in Frankfurt stellen sie die Technik vom 11. bis 15. Juni am Forschungsstand des Landes Rheinland-Pfalz (Halle 9.2, Stand A86a) vor.

Bei der Destillation werden Flüssigkeiten durch Verdampfen und darauffolgende Kondensation des Dampfes in ihre Bestandteile getrennt. Ein bekanntes Beispiel...

Im Focus: Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

Wie verleiht man Zellen neue Eigenschaften ohne ihren Stoffwechsel zu behindern? Ein Team der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München veränderte Säugetierzellen so, dass sie künstliche Kompartimente bildeten, in denen räumlich abgesondert Reaktionen ablaufen konnten. Diese machten die Zellen tief im Gewebe sichtbar und mittels magnetischer Felder manipulierbar.

Prof. Gil Westmeyer, Professor für Molekulare Bildgebung an der TUM und Leiter einer Forschungsgruppe am Helmholtz Zentrum München, und sein Team haben dies...

Im Focus: LZH showcases laser material processing of tomorrow at the LASYS 2018

At the LASYS 2018, from June 5th to 7th, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) will be showcasing processes for the laser material processing of tomorrow in hall 4 at stand 4E75. With blown bomb shells the LZH will present first results of a research project on civil security.

At this year's LASYS, the LZH will exhibit light-based processes such as cutting, welding, ablation and structuring as well as additive manufacturing for...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Faserlaser mit einstellbarer Wellenlänge

23.05.2018 | Physik Astronomie

LZH zeigt Lasermaterialbearbeitung von morgen auf der LASYS 2018

23.05.2018 | Messenachrichten

Achema 2018: Neues Kamerasystem überwacht Destillation und hilft beim Energiesparen

23.05.2018 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics