Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Harte Zeiten für Schlangen-Populationen der Erde

14.06.2010
Experte: Ökosysteme ändern sich für Anpassungen zu schnell

Langzeitstudien haben gezeigt, dass Bestände von Fischen, Vögeln und Amphibien - hier vor allem von Fröschen - weltweit stark abnehmen. Einer nun publizierten Studie im Fachmagazin Biology Letters zufolge, trifft das auch auf Schlangen zu. Ein Forscherteam um Chris Reading vom Centre for Ecology and Hydrology hat 17 Schlangenpopulationen von Großbritannien, Frankreich, Italien, Nigeria und Australien untersucht. Davon haben sich in den vergangenen Jahren nur fünf stabil entwickelt, elf sind stark rückläufig, nur eine Population konnte leicht zunehmen.

"Wir können tatsächlich beobachten, dass die Bestände der meisten Tierarten zurückgehen", meint Heinz Grillitsch, Biologe und Kurator der herpetologischen Sammlung am Naturhistorischen Museum Wien, im pressetext-Interview. "Ein Grund dafür sind sehr schnelle Veränderungen der Lebensräume." Dadurch, dass die Änderungen in so kurzer Zeit geschehen - innerhalb von wenigen Jahrzehnten - gibt es nicht genügend Zeit für eine Anpassung. Daher gebe es heute Aussterbensraten, die ähnlich hoch sind, wie jene in den großen Katastrophenzeiten der Erdgeschichte." Bei den Amphibien liege sie um den Faktor 1.000 über den Durchschnitt der vergangenen 100.000 Jahren.

Verschiedene Gründe für einzelne Arten

Einen der Hauptgründe für den starken Rückgang der Reptilien sieht Grillitsch in der Veränderung der Lebensräume der Tiere. Zu den Gewinnern unter den in Österreich heimischen Schlangen zähle die bis zu 180 Zentimeter lange Äskulapnatter, die auch immer häufiger in Häusern und Gärten auftritt sowie die Ringelnatter. Doch auch unter den heimischen Schlangen gehören die meisten Arten zu den Verlierern, erklärt der Experte.

"So gehört etwa die Würfelnatter, die in Österreich am Rande ihres Verbreitungsgebiets lebt, zu den großen Verlieren", erklärt Grillitsch. "Ein Grund dafür ist die Verbauung von Bächen und Flußläufen." Den Kreuzottern, die zu den Gebirgsschlagen gehört, mache die zunehmende Hitze zu schaffen und die in Süd-Österreich heimische Sandviper leidet unter massiven Verlust des Lebensraumes.

Klimawandel als gemeinsamer Nenner

"Obwohl generell wärmeliebendere Spezies bessere Überlebensraten haben, ist das allein kein Grund, sich erfolgreich durchzusetzen", meint Grillitsch. Ein weiteres Kriterium für erfolgreiches Überleben sei die Frage, ob ein Tier ein Nahrungs-Generalist oder -Spezialist sei. "Die Spezialisten sind sicher deutlich benachteiligt", so der Wissenschaftler. "Früher konnten Tiere, wenn ihre Lebensräume verändert wurden, ihren Standort verlegen." Das sei heute nicht mehr möglich.

Obwohl die Gründe für den Rückgang der weltweiten Schlangenpopulationen nicht eindeutig geklärt sind, sei davon auszugehen, dass mehrere Faktoren dabei eine Rolle spielen, schreiben die Forscher um Reading. Auch sie sehen die Veränderungen der weltweiten Temperaturen innerhalb kürzerer Zeit als einen gemeinsamen Nenner. Als zusätzliche Faktoren kommen Veränderungen der Habitate durch immer intensiveren Landbau und Ausweitung der menschlichen Siedlungen sowie vereinzelt auch der Mangel an Beutetieren hinzu.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ceh.ac.uk
http://www.nhm-wien.ac.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Von Agenten, Algorithmen und unbeliebten Wochentagen

28.03.2017 | Unternehmensmeldung

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit