Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Handys: Weltgrößte Gesundheitsstudie gestartet

23.04.2010
250.000 Menschen aus fünf europäischen Ländern sollen teilnehmen

Wissenschaftler des Imperial College London haben die bisher weltgrößte Studie zur Untersuchung der Sicherheit von Handys gestartet. An der Studie werden 250.000 Handynutzer aus fünf europäischen Ländern inklusive Großbritannien teilnehmen. Die Untersuchung soll 20 bis 30 Jahre lang laufen und definitive Antworten auf die Fragen nach den gesundheitlichen Auswirkungen von Mobiltelefonen liefern.

Bis jetzt hat die Forschung keine negativen Folgen nachgewiesen. Wissenschaftler argumentieren jedoch, dass die bisherigen Untersuchungen zu kurz gewesen seien, um langfristige Folgen wie Krebs und andere Krankheiten nachzuweisen. Die Studie läuft unter der Bezeichnung Cosmos und wird in Großbritannien in einem ersten Schritt fünf Jahre lang vom Mobile Telecommunications and Health Research Programm (MTHR) finanziert.

Wissenslücken weiter vorhanden

Diese Studie sei von entscheidender Bedeutung. Man könne noch immer nicht ausschließen, dass die Nutzung von Mobiltelefonen Krebs verursacht, so Lawrie Challis vom MTHR. Die derzeitigen Forschungsergebnisse schliessen das eher aus, man müsse aber sicher sein. Mireille Toledano vom Imperial College London http://www3.imperial.ac.uk , eine der leitenden Wissenschaftlerinnen, fügte hinzu, es gebe noch immer Lücken im Wissen und Unsicherheiten.

Das Beste sei daher, dass eine Gesellschaft jetzt beginne, die Gesundheit einer großen Anzahl von Menschen über einen langen Zeitraum zu beobachten. Erst dann könnten gesicherte Aussagen über einen langfristigen Zusammenhang gemacht werden. Toledano betonte auch, dass es bei dieser Studie aber nicht nur um Krebserkrankungen des Gehirns gehe.

Menschen nutzen heute Handys auf vielfältige Art und Weise. Dazu gehört auch das Surfen im Internet und dabei befindet sich das Gerät nicht immer in der Nähe des Kopfes. Es sollen eine ganze Reihe von verschiedenen Parametern untersucht werden, dazu gehören auch andere Arten von Krebs wie Hautkrebs und andere Erkrankungen des Gehirns wie z.B. neurodegenerative Krankheitsbilder.

Zusätzlich soll beobachtet werden, ob es eine Veränderung bei der Häufigkeit von Symptomen wie Kopfschmerzen, Tinnitus, Depressionen oder Schlafstörungen gibt. Diese Symptome werden immer wieder in Zusammenhang mit den Mobiltelefonen genannt.

Passive Beobachtung der Teilnehmer

Eine der Hauptschwierigkeiten einer derartigen Studie ist, dass sie davon abhängt, dass sich die Menschen überhaupt erinnern, wie viel sie telefoniert haben. Wissenschaftler argumentieren, dass dadurch auch die Ergebnisse beeinflusst werden können. Das Cosmos-Projekt wird prospektiv durchgeführt, das heißt, dass die aktuellen Nutzungsdaten in die Zukunft übertragen werden.

Allein in Großbritannien sollen rund 100.000 Handy-Nutzer zur Teilnahme eingeladen werden. Zusätzlich sollen auch Teilnehmer in Finnland, Dänemark, Schweden und den Niederladen rekrutiert werden. Toledano erklärte, dass die Wissenschaftler die Nutzung überwachen werden aber nicht die gewählten Nummern. Haben die Teilnehmer einen Fragebogen ausgefüllt und die Erlaubnis für den Zugriff auf die Daten erteilt, wird das Projekt vorwiegend im Hintergrund arbeiten. Zudringlichkeiten seien nicht zu befürchten. Das meiste werde passiv erledigt und sehr leicht durchzuführen.

Die Präsentation der Ergebnisse soll in fünf Jahren stattfinden. Untersucht werden auch drahtlose Internetzugänge, Schnurlostelefone, Babyphones und natürlich Mobiltelefone. Allein in Großbritannien sind derzeit laut BBC mehr als 70 Mio. Telefone im Einsatz, weltweit sollen es sechs Mrd. sein.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www3.imperial.ac.uk
http://www.ukcosmos.org
http://www.mthr.org.uk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Neue Gene für das Risiko von allergischen Erkrankungen entdeckt
21.11.2017 | Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft

nachricht Bedeutung von Biodiversität in Wäldern könnte mit Klimawandel zunehmen
17.11.2017 | Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bakterien als Schrittmacher des Darms

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Ozeanversauerung schädigt Miesmuscheln im Frühstadium

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die gefrorenen Küsten der Arktis: Ein Lebensraum schmilzt davon

22.11.2017 | Geowissenschaften