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27.10.2011
Wissenschaftler: Leistungsentlohnung stärkt die Arbeitszufriedenheit

Macht eine Entlohnung auf Leistungsbasis Arbeitnehmer glücklich?

Dieser Frage sind Prof. Dr. Uwe Jirjahn von der Universität Trier, Thomas Cornelissen (University College London) und John S. Heywood (University of Wisconsin-Milwaukee) nachgegangen.

Ihre Antwort: Ja, insbesondere bei überdurchschnittlich produktiven Mitarbeitern steigert eine Leistungsentlohnung die Arbeitszufriedenheit. Mit den Ergebnissen ihrer Studie treten die Wissenschaftler einer in der Personalwirtschaftslehre häufig anzutreffenden Vorstellung entgegen, dass Leistungsentlohnung die intrinsische Motivation von Mitarbeitern untergräbt, also deren eigenen Antrieb.

Die Forscher gelangen unter Verwendung ökonometrischer Analyseverfahren zu dem Ergebnis, dass Arbeitnehmer mit einer Leistungsentlohnung eine höhere Arbeitszufriedenheit aufweisen als Arbeitnehmer, die einen reinen Zeitlohn erhalten. Der positive Effekt ist darauf zurückzuführen, dass eine Leistungsentlohnung insbesondere für überdurchschnittlich produktive Arbeitskräfte attraktiv ist, so dass sich diese Arbeitskräfte verstärkt in Tätigkeiten mit einer Leistungsentlohnung sortieren. Ihre überdurchschnittliche Produktivität verschafft ihnen auf der Basis der Leistungsentlohnung ein größeres Einkommen, das wiederum die Arbeitszufriedenheit erhöht.

Für die Praxis der Personalwirtschaft ergibt sich aus diesen Ergebnissen eine Handlungsempfehlung, die Uwe Jirjahn als „Selbstselektionsmechanismus“ beschreibt. Arbeitgeber können Leistungsentlohnung als Instrument einsetzen, um besonders produktive Mitarbeiter zu rekrutieren und zu binden. Arbeitnehmer, die sich auf das Modell einer Leistungsentlohnung einlassen, sehen sich in der Lage und sind dazu bereit, durch höhere Produktivität und Engagement ihr Einkommen zu steigern. Weniger produktive Mitarbeiter werden sich selten um leistungsbezogen dotierte Stellen bemühen.

Die Ökonomen nutzten für ihre Studie Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP). Beim SOEP handelt es sich um eine große repräsentative Haushaltsbefragung in Deutschland, die im Auftrag des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung von TNS Infratest Sozialforschung durchgeführt wird.

Publiziert ist die Studie in:
Cornelissen, T., J.S. Heywood and U. Jirjahn. 2011. “Performance Pay, Risk Attitudes and Job Satisfaction,” Labour Economics, Vol. 18, pp. 229 – 239.

Peter Kuntz | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-trier.de/

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