Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gut aussehende Verkäuferinnen: Schlecht fürs Geschäft

14.08.2009
Weiblicher Konkurrenzkampf im Einzelhandel

Handelsunternehmer, die glauben mit attraktiven Verkäuferinnen mehr Geschäft zu machen und höhere Umsätze zu erzielen, täuschen sich.

Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung der University of Southern Australia. Den "großartig aussehenden" Verkäuferinnen hinter der Verkaufsbuddel sind jedenfalls klare Grenzen gesetzt wie Bianca Price herausfinden konnte. Denn weibliche Kunden sind von der Schönheit des weiblichen Personals offensichtlich nicht beeindruckt, berichtet das Journal of International Business and Economics. Vielmehr kauften Kundinnen dann nicht, wenn sie die Verkäuferin attraktiver fanden als sich selbst.

Price hat aufgrund eigener negativer Erfahrungen im Einzelhandel die Studie gestartet und das Verhalten von weiblichen Kunden zwischen 18 und 26 Jahren untersucht. Egal ob es sich um ein elektronisches Gerät - wie etwa ein Mobiltelefon - oder ein kosmetisches Produkt handelte, wenn die Kundin die Verkäuferin als attraktiver beurteilt hatte, kam das Geschäft oft nicht zu Stande. Für Price spiegelt das Ergebnis die Theorie der sozialen Vergleiche wider, die besagt, dass Menschen sich selbst mit anderen Menschen vergleichen, um auf ihre Erscheinung ein Feedback zu bekommen. Auch Parship-Psychologin Caroline Erb kann sich das vorstellen. "In verschiedenen Branchen wie etwa der Modebranche wirken extrem hübsche Verkäuferinnen auf Kundinnen irritierend. Da regieren Emotionen wie etwa Neid und Eifersucht", so Erb gegenüber pressetext. "Die Verkäuferin avanciert damit zur Konkurrenz der Kundin."

Ein typisches Verkaufsgespräch spiegle sich in einem etwas erhabenen Verhalten des Käufers wider. "Da geht es um eine unterbewusste Konkurrenz. Wenn die Verkäuferin plötzlich im Rang höher steht, ist das nachteilig für die Geschäftsanbahnung." Es sei unbestritten, dass Attraktivität im Berufsleben Vorteile bringe. Hohe Attraktivität werde allerdings unterschwellig auch mit Überheblichkeit assoziiert. "Perfektion schreckt ab", so Erb. "In bestimmten Berufen wie etwa im Kosmetikbereich oder beim Frisör gibt es eine Vorbildfunktion. Da wird suggeriert, dass man danach ebenso hübsch aussieht."

Price nimmt an, dass vor allem bei jüngeren Frauen das Aussehen eine wesentliche Determinante der Biografie darstellt. Das sei bestimmend dafür, wie viele Freunde sie haben, ob sie eine glückliche Beziehung haben werden und wie gut die Karrierechancen sind. "Frauen sind biologisch wetteifernd." Daraus entstehe auch das ausgeprägte Konkurrenzdenken. "Das sollten auch Handelsunternehmer verstehen und darauf reagieren." Am besten sei es Verkäuferinnen anzustellen, die verschieden aussehen. Denn dann könnte jede Käuferschicht angesprochen werden. Die Wissenschaftlerin will nun untersuchen, welche Schönheitstypen auf die unterschiedlichen Käufer reagieren und ob die gleichen Effekte auch bei männlichen Konsumenten festzustellen sind.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.unisa.edu.au
http://www.parship.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel verstärkt Selenmangel
21.02.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Echtzeit-Feedback hilft Energie und Wasser sparen
08.02.2017 | Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungen

Wunderwelt der Mikroben

22.02.2017 | Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neue Prozesstechnik für effizientes Bohren und Schneiden auf der LASER CHINA

22.02.2017 | Messenachrichten

IHP-Forschungsteam verbessert Zuverlässigkeit beim automatisierten Fahren

22.02.2017 | Automotive