Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie der Güterverkehr sauberer werden kann

30.08.2010
Eine Studie zeigt die Zunahme des Lkw-Verkehrs auf deutschen Straßen bis 2030

Mehr als 2,5 Millionen Nutzfahrzeuge rollen über deutsche Straßen. Der Gesamtbestand hat sich seit 1990 um nahezu zwei Drittel erhöht. Der Straßengüterverkehr entwickelte sich außerordentlich dynamisch und wird dies voraussichtlich auch weiterhin tun.

Das ist das Ergebnis einer Studie, die das Deutsche Institut für Luft- und Raumfahrt im Auftrag des Shell-Konzerns erarbeitete und die vor Kurzem der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Ausgangspunkt waren Fragen, die sich immer dringlicher stellen: Wie geht es mit dem Verkehrsaufkommen weiter? Wie kann insbesondere die Nachhaltigkeit des Lkw in der Umwelttechnologie, in Energieverbrauch und Klimaschutz verbessert werden?

"Der Straßengüterverkehr wird sauberer werden, die Flotte leichter Nutzfahrzeuge modernisiert sich jedoch nur langsam", erklärt Prof. Dr. Barbara Lenz dazu. Sie leitet das DLR-Institut für Verkehrsforschung und ist Inhaberin der S-Professur Verkehrsnachfrage und Verkehrswirkungen an der TU Berlin. 2008 habe das Güterverkehrsaufkommen in Deutschland bei vier Milliarden Tonnen gelegen, die Güterverkehrsleistung bei rund 670 Milliarden Tonnenkilometern. "Die Verkehrsleistung wird bis 2030 auf über 1000 Milliarden Tonnenkilometer ansteigen", prognostiziert Barbara Lenz. Insbesondere würden sich die Fahrleistungen von schweren Lkw bis 2030 nahezu verdoppeln.

Trotz erheblicher und aussichtsreicher Verbesserung der Technologie werden technische Anstrengungen aus Sicht der Wissenschaftlerin allerdings nicht ausreichen, um den CO2-Ausstoß des Straßengüterverkehrs unter das heutige Niveau zu senken. Der Anteil des Straßengüterverkehrs an den gesamten Kohlendioxid-Emissionen beträgt derzeit etwa fünf Prozent. Durch die Steigerung der Fahrleistungen wird dieser Anteil jedoch, trotz in Aussicht gestellter technologischer Verbesserungen wie bessere Dieseltechnologie oder verstärkter Einsatz von Hybridfahrzeugen und Biokraftstoff, noch um etwa 50 Prozent zunehmen. Schwere Lkw fahren heute zu 99 Prozent mit Diesel-Antriebsstoffen. Der Diesel-Antrieb bei der Gesamtflotte liegt bei etwa 93 Prozent. In der Leistung vergleichbare Antriebskonzepte fehlen allerdings derzeit noch. Deutschland steht es dabei gut an, sich um die Entwicklung ressourcenschonender Technologien im Kraftfahrzeugverkehr zu kümmern, denn es ist mit einem Anteil von rund einem Viertel an den Neuzulassungen von Lkw und Sattelzugmaschinen über 3,5 Tonnen der größte Fahrzeugmarkt in Europa.

"Wir haben mit einem aus Umweltsicht ambitionierten Alternativ-Szenario den Anstieg des CO2-Ausstoßens auf 32 Prozent bei gleicher Güterverkehrsleistung begrenzen können", so die Verkehrsforscherin Barbara Lenz. "Schlüsselpositionen nehmen dabei der Einsatz Kraftstoff sparender Techniken sowie eine Zunahme alternativer Antriebe wie des Elektroautos und Kraftstoffe wie Erdgas und Biodiesel ein, ebenso wie eine veränderte CO2-Bilanz beim deutschen Strommix." Doch um dies alles umzusetzen, bleibe noch viel zu tun, denn gerade für schwere Lkw und Sattelzugmaschinen stünden keine alternativen Antriebskonzepte zur Verfügung und die Effizienzsteigerung müsse noch vorangebracht werden. "Um die Entwicklung solcher Konzepte anzuregen, müssen vor allem wirtschaftliche Anreize gegeben sein", empfiehlt die Verkehrsexpertin.

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Prof. Dr. Barbara Lenz, Technische Universität, Institut für Land und Seeverkehr, Fachgebiet Verkehrsnachfrage und Verkehrswirkungen, Tel.: 030 / 67055-206 E-Mail: Barbara.Lenz@dlr.de

„EIN-Blick für Journalisten“ – Serviceangebot der TU Berlin für Medienvertreter:
Forschungsgeschichten, Expertendienst, Ideenpool, Fotogalerien unter:
www.pressestelle.tu-berlin.de/?id=4608

Stefanie Terp | idw
Weitere Informationen:
http://www.verkehrsnachfrage.tu-berlin.de
http://www.pressestelle.tu-berlin.de/medieninformationen/
http://www.pressestelle.tu-berlin.de/?id=4608

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie