Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Günstig und gut: lizenzfreier Überblick in der Datenflut

22.04.2009
Studie der Professur Wirtschaftsinformatik II der TU Chemnitz prognostiziert goldene Zeiten für Open Source Business Intelligence Lösungen

Der Markt für Open Source Datenanalysewerkzeuge ist sehr dynamisch, und die angebotenen Lösungen weisen eine rasante Entwicklung auf.

Die freien Werkzeuge sind bereits in der Lage, große Teile der Analysefunktionen abzudecken, die Anwender heute von Business Intelligence erwarten. Gerade hinsichtlich Sicherheit, Stabilität und Performance haben die Tools stark aufgeholt. In puncto Anpassbarkeit und Offenheit sind die untersuchten Softwareprodukte - der Natur der Sache geschuldet - kommerziellen Alternativen häufig sogar eine Nasenlänge voraus.

Zu diesen Ergebnissen kommt eine vergleichende Studie der Professur Wirtschaftsinformatik II der TU Chemnitz unter Leitung von Prof. Dr. Peter Gluchowski, die in Zusammenarbeit mit dem Business Application Research Center (BARC) in Würzburg durchgeführt wurde.

"Die globale Wirtschaft ächzt unter der derzeitigen Finanzkrise. In Zeiten wie diesen wird nicht nur gerne Zurückhaltung bei geplanten Investitionen geübt, sondern auch verstärkt auf Potenziale für mögliche Kosteneinsparungen geachtet. Auch vor dem Business Intelligence-Sektor machen diese Überlegungen nicht Halt", so Gluchowski. Business-Intelligence-Systeme kommen in Unternehmen zum Einsatz, um die Datenflut beherrschbar zu machen. Sie sollen eine systematische Analyse vielfältiger Informationen und Kennzahlen erlauben und dadurch Führungskräfte bei Entscheidungen unterstützen. Mit ihnen lassen sich also elektronisch vorliegende Daten sammeln, auswerten und darstellen. Open Source-Werkzeuge können lizenz- und kostenfrei genutzt und an eigene Anforderungen angepasst werden.

Verstärkt treten Kosten-Nutzen-Betrachtungen in den Vordergrund, wenn es darum geht, vorhandene Systeme zu erweitern oder neue Softwarewerkzeuge einzusetzen. Während sich der Nutzen nicht immer nachvollziehbar quantifizieren ließen - wie hoch ist der Wert der besseren, schnelleren oder genaueren Information? - sind die Kosten meist klar und gut berechenbar. Vor diesem Hintergrund stehen auch die Business Intelligence-Softwareprodukte auf dem Prüfstand. "Inzwischen sind nicht nur kostengünstige Produkte am Markt verfügbar, die in der Vergangenheit vor allem durch mittelständische Unternehmen intensiv genutzt wurden, sondern es existiert auch ein breites Spektrum leistungsfähiger Open Source Business Intelligence-Werkzeuge für unterschiedliche Aufgabenstellungen in der unternehmensweiten Datenintegration und -analyse", erklärt Gluchowski. Zwar ließen sich in der Studie der Chemnitzer Wirtschaftsinformatiker aufgrund der teilweise unterschiedlichen Schwerpunktsetzung keine klaren Gewinner und Verlierer ermitteln, allerdings konnten die Stärken und Schwächen und damit potenzielle Einsatzbereiche der einzelnen Werkzeuge klar herausgearbeitet und voneinander abgegrenzt werden.

Eine weitere Ausweitung der Funktionsumfänge der Programme sei zu erwarten, auch wenn die vollständige Angleichung an das Funktionsspektrum kommerzieller Werkzeuge derzeit nicht in Sicht ist, so die Studie. "Es lässt sich feststellen, dass vor allem für die Entwicklung fachlich spezialisierter Lösungen in Eigenregie Open Source Business Intelligence-Werkzeuge eine solide Ausgangsbasis bilden können", resümiert Gluchowski. Auf Grund der Resonanz von Seiten der Anwender wie auch der Anbieter soll die Studie fortgeführt und laufend aktualisiert werden.

Einblicke in die Ergebnisse:
http://www.tu-chemnitz.de/wirtschaft/wi2/literatur/OSS.php
Bibliographische Angaben: Peter Gluchowski, Christian Schieder: Open Source Business Intelligence. Acht quelloffene Werkzeuge für Reporting, OLAP und Data Mining im Vergleich, München 2009, 280 Seiten, Oxygon Verlag, ISBN 978-3-937818-41-2, Preis: 417,30 Euro

Weitere Informationen erteilt Christian Schieder, E-Mail christian.schieder@wirtschaft.tu-chemnitz.de, Telefon 0371 531-35792

Katharina Thehos | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-chemnitz.de
http://www.tu-chemnitz.de/wirtschaft/wi2/literatur/OSS.php

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Verstädterung wird 300.000 km2 fruchtbarsten Ackerlands verschlingen
27.12.2016 | Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Feinstaub weckt schlafende Viren in der Lunge

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Energieeffizienter Gebäudebetrieb: Monitoring-Plattform MONDAS identifiziert Einsparpotenzial

16.01.2017 | Messenachrichten

Nervenkrankheit ALS: Mehr als nur ein Motor-Problem im Gehirn?

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie