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Grundschüler lernen im Süden Deutschlands am besten

05.10.2012
Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) an der Humboldt- Universität stellte Ergebnisse des Ländervergleichs 2011 im Grundschulbereich vor
Die Direktoren des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) an der Humboldt-Universität zu Berlin, Prof. Dr. Petra Stanat und Prof. Dr. Hans Anand Pant, haben heute im Auftrag der Kultusministerkonferenz (KMK) die Ergebnisse der zentralen Überprüfung zum Erreichen der Bildungsstandards im Grundschulbereich im Ländervergleich 2011 vorgestellt.

Das IQB, dem die Gesamtverantwortung für die Studie obliegt, hat anhand einer repräsentativen Stichprobe unter 30.000 Schülerinnen und Schülern der 4. Jahrgangsstufe aus über 1.300 Grund- und Förderschulen überprüft, inwieweit die Bildungsstandards im Grundschulbereich in den Fächern Deutsch und Mathematik in den 16 Bundesländern erreicht werden.

„Die Ergebnisse für die gesamte Bundesrepublik sind erfreulich. Die Regelstandards konnten beim Lese- und Mathematiktest national mit knapp 70 Prozent erreicht werden. Beim Zuhören erfüllten sogar 74 Prozent der getesteten Schüler die Regelstandards. Allerdings gibt es große Leistungsunterschiede zwischen den Bundesländern. Es zeigt sich eine enge Verbindung zwischen sozialer Herkunft und dem Bildungserfolg“, sagt Hans Anand Pant.

In allen getesteten Breichen dominieren in der Spitzengruppe überwiegend süddeutsche Bundesländer. Im Bereich Lesen und Mathematik schnitten die Schülerinnen und Schüler in Bayern, Sachsen und Sachsen-Anhalt im Leistungsvergleich am besten ab. Die Ergebnisse zeigen einen deutlichen Kompetenzvorsprung der Mädchen im Lesen und der Orthografie und einen Vorsprung der Jungen in der Mathematik. In allen Ländern wurde – in unterschiedlicher Größenordnung – ein substanzieller Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft und den erreichten Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern festgestellt: Je niedriger der soziale Status der Eltern, desto schwächer ausgeprägt sind die erreichten Kompetenzen.

„Probleme in allen getesteten Bereichen haben vor allem die Schüler in den Stadtstaaten. Berlin und Bremen schneiden leider nur schlecht ab. In der Hauptstadt verfehlten beim Lesen 22 Prozent der getesteten Schüler die Mindeststandards, im Fach Mathematik waren es sogar 27 Prozent. Weiterhin ist auffällig, dass in Berlin nicht nur Schüler aus bildungsfernen Familien im nationalen Vergleich schlechter abschnitten, sondern auch in den höheren sozialen Schichten deutlich schwächere Ergebnisse erzielt wurden als im Bundesdurchschnitt“, so Petra Stanat.

Im Fach Deutsch wurden die Kompetenzbereiche Lesen – mit Texten und Medien umgehen und Zuhören getestet. Ein Teil der getesteten Schüler hat zusätzlich Aufgaben zum Kompetenzbereich Orthografie bearbeitet. In Mathematik wurden alle fünf in den Bildungsstandards beschriebenen Kompetenzbereiche untersucht: Zahlen und Operationen, Raum und Form, Muster und Strukturen, Größen und Messen sowie Daten, Häufigkeit und Wahrscheinlichkeit.

Die Kompetenztests wurden durch einen Schülerfragebogen ergänzt, der Angaben zur Person des Kindes und zum Unterricht erfragt. Darüber hinaus nahmen auch die Schulleitungen, ausgewählte Lehrkräfte sowie die Eltern der beteiligten Kinder an einer Fragebogenerhebung teil. Die erhobenen Informationen dienen dazu, die Lehr- und Lernbedingungen in deutschen Grundschulen im Überblick zu beschreiben und zu untersuchen, inwieweit und unter welchen Bedingungen eine optimale Förderung aller Schülerinnen und Schüler erreicht wird.

Über das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB)
Das IQB ist eine wissenschaftliche Einrichtung aller 16 Länder der Bundesrepublik Deutschland an der Humboldt-Universität zu Berlin und steht für die gemeinsamen Aktivitäten der Länder im Bereich der Qualitätssicherung und -entwicklung im allgemeinbildenden Schulsystem. Kernanliegen des IQB sind die Weiterentwicklung, Operationalisierung, Normierung und Überprüfung von Bildungsstandards. Die Arbeiten hierzu geschehen in enger Abstimmung mit den Ländern sowie allen etablierten nationalen und internationalen Forschungseinrichtungen, Verbänden und Institutionen im Bereich der schulischen Bildung. Einerseits werden Aufgaben für die Normierung und Überprüfung der Bildungsstandards (Testaufgaben) entwickelt, andererseits zusätzliche Aufgaben zum Zwecke der Implementation (Aufgaben für den Unterricht). Diese sollen die Bildungsstandards illustrieren und konkretisieren.

Der Bericht der ersten Ländervergleichsstudie des IQB wird vom Waxmann-Verlag unter dem Titel Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern am Ende der vierten Jahrgangsstufe in den Fächern Deutsch und Mathematik: Ergebnisse des IQB-Ländervergleichs 2011 herausgegeben.

Der vollständige Bericht unter: http://www.iqb.hu-berlin.de/

Weitere Informationen unter: http://www.kmk.org
KONTAKT
Kultusministerkonferenz
Pressestelle
Sylvia Schill
Tel. 030 25418-401
E-Mail: sylvia.schill@kmk.org
Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen
-Wissenschaftliche Einrichtung der Länder-
Humboldt-Universität zu Berlin
Luisenstr. 56
10117 Berlin
Tel.: 030 2093-46500
E-Mail: http://www.IQB.hu-berlin.de

Constanze Haase | idw
Weitere Informationen:
http://www.IQB.hu-berlin.de
http://www.kmk.org

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