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Grüne Beschaffung muss nicht teuer sein

17.09.2008
Von Büromaterial über Busse oder Lebensmittel bis zu Strom reicht der Bedarf europäischer Verwaltungen. Der Einkauf der öffentlichen Hand macht rund 16 Prozent des europäischen Bruttoinlandsprodukts aus und entspricht in der EU einer Kaufkraft von mehr als 1000 Milliarden Euro.

Während die Umweltfolgen der öffentlichen Beschaffung weitgehend bekannt sind, gab es bisher keine gesicherten Daten zu Kosten und Nutzen umweltfreundlicher Beschaffung. Die Kostenfrage ist aber ein großes Hemmnis für grüne Beschaffung.

Vor diesem Hintergrund hat das Öko-Institut in Kooperation mit ICLEI im Auftrag der EU für ausgewählte EU-Staaten mit unterschiedlichen Preisniveaus die Lebenszykluskosten von rund 30 Produkten in elf Produktgruppen berechnet.

Das Ergebnis: Grüne Produkte sind nicht unbedingt teurer als konventionelle, wie der Vergleich der Gesamtkosten zeigt. Diese beinhalten neben dem Kaufpreis auch die Folgekosten, die durch die Nutzung der Produkte entstehen, zum Beispiel durch den Energieverbrauch. „Meist machen diese einen beachtlichen Anteil an den Gesamtkosten aus”, sagt Ina Rüdenauer vom Öko-Institut. „Der alleinige Fokus auf den Kaufpreis kann daher zu Fehlinvestitionen führen, die Folgekosten müssen mitkalkuliert werden.” Bei grünen Produkten sind diese oft geringer und kompensieren den zum Teil höheren Anschaffungspreis ganz oder teilweise.

Für einige grüne Produkte ist der Markt allerdings noch klein. „Die öffentliche Nachfrage kann helfen, ihn zu vergrößern und Innovationen anzuschieben”, sagt Rüdenauer. „Dies kann sich auch positiv auf den privaten Konsum auswirken.” Außerdem gilt: Kosten und Umweltfolgen werden auch dadurch deutlich reduziert, dass bedarfsgerecht eingekauft wird, also Autos, Computer oder andere Produkte nicht leistungsstärker als nötig angeschafft werden. Wichtig sind nun politische Signale. Die EU muss ihre Anstrengungen verstärken, um Regierungen davon zu überzeugen, grüne Beschaffung auf ihre Agenda zu nehmen. „Dazu gehört auch, die Ergebnisse dieser Studie aktiv zu verbreiten”, fordert Ina Rüdenauer.

Die vollständige Studie können Sie kostenlos aus dem Internet herunterladen: http://www.oeko.de/oekodoc/590/2007-140-en.pdf

Quelle: Öko-Institut e.V.

Das Öko-Institut ist eine der europaweit führenden, unabhängigen Forschungs- und Beratungseinrichtungen für eine nachhaltige Zukunft. Der Verein wird von seinen Mitgliedern und Förderern getragen.

Mehr Informationen über das Öko-Institut und die Möglichkeiten einer Mitgliedschaft erhalten Sie unter www.oeko.de/mitmachen.

Christiane Rathmann | Öko-Institut e.V.
Weitere Informationen:
http://www.oeko.de
http://www.oeko.de/oekodoc/590/2007-140-en.pdf

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