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„Gorleben plus“: Strategien für die Entsorgung hochradioaktiver Abfälle

11.10.2011
In der öffentlichen Debatte um die Kernenergie wird immer wieder darauf hingewiesen, dass die Frage der Endlagerung radioaktiver Abfälle bisher nicht gelöst sei. Jetzt, nach dem beschlossenen Ausstieg aus der Kernkraft, stellt sich die Frage nach einer endgültigen Entsorgung gerade für die hochradioaktiven Abfälle unter veränderten Voraussetzungen und mit neuer Aktualität.

In der öffentlichen Debatte um die Kernenergie wird immer wieder darauf hingewiesen, dass die Frage der Endlagerung radioaktiver Abfälle bisher nicht gelöst sei. Jetzt, nach dem beschlossenen Ausstieg aus der Kernkraft, stellt sich die Frage nach einer endgültigen Entsorgung gerade für die hochradioaktiven Abfälle unter veränderten Voraussetzungen und mit neuer Aktualität.

Eine interdisziplinäre Projektgruppe der Europäischen Akademie zur Erforschung von Folgen wissenschaftlich-technischer Entwicklungen Bad Neuenahr-Ahrweiler hat sich über mehr als zweieinhalb Jahre mit der Endlagerung hochradioaktiver Abfälle aus wissenschaftlich-technischer, ethischer, soziologischer und juristischer Perspektive beschäftigt. Um die Chancen zu maximieren, in den nächsten Jahrzehnten über ein geeignetes Endlager verfügen zu können, sprechen sich die Autoren der nun vorgelegten Studie für eine Strategie „Gorleben plus“ aus. Sie sieht vor, im Rahmen eines konkreten Zeitplans die Option „Gorleben“ weiterhin zu prüfen, jedoch gleichzeitig für den Fall eines technischen oder politischen Scheiterns von Gorleben Alternativoptionen schrittweise zu entwickeln. Dieses Vorgehen würde nach Ansicht der Projektgruppe die Akzeptanz der Prüfung von Endlager-Standorten erhöhen und aus zeitlichen Gründen aussichtsreicher sein als eine alleinige weitere Prüfung von Gorleben. Zur Umsetzung dieser Strategie hat die Gruppe Entscheidungsbäume entwickelt, die die für die Endlagersuche notwendigen Schritte ausführlich darstellen und in einen möglichen Zeitrahmen einordnen.

Die Empfehlungen der Autoren betreffen auch die Ausgestaltung des institutionellen Rahmens für das weitere Vorgehen bei der Standortsuche und Errichtung eines Endlagers. Sie beschreiben ferner Entscheidungsprozeduren, die eine verbesserte Information über die Gestaltung und Sicherheitskriterien für Endlager sowie eine angemessene Einbeziehung der Öffentlichkeit ermöglichen. Dies soll in einer Weise geschehen, die auch vor künftigen Generationen verantwortet werden kann.

Am 10. Oktober 2011 legt die Arbeitsgruppe ihren Schlussbericht „Radioactive Waste. Technical and Normative Aspects of its Deposition“ (Radioaktive Abfälle. Technische und Normative Aspekte ihrer Entsorgung) nun vor. Der englischsprachige Schlussbericht (Springer Verlag) enthält auch eine umfängliche Zusammenfassung sowie konkrete Handlungsempfehlungen in deutscher Sprache. An der öffentlichen Präsentation in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften nehmen neben zahlreichen Interessierten aus der Politik und den Wissenschaften auch Vertreter der entsorgungsverantwortlichen Unternehmen und einer interessierten Öffentlichkeit teil.

Veröffentlichung: Christian Streffer, Carl Friedrich Gethmann, Georg Kamp, Wolfgang Kröger, Eckard Rehbinder, Ortwin Renn, Klaus-Jürgen Röhlig (2011)
Radioactive Waste. Technical and Normative Aspects of its Deposition
Band 38 der Reihe Ethics of Science and Technology Assessment, Springer Verlag

Friederike Wütscher | idw
Weitere Informationen:
http://www.ea-aw.de

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