Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Glücksgefühl ist erblich

19.05.2009
Endorphine prägen Gestaltung der Samen- und Eizelle

Eltern geben ihr Temperament über Hormone und andere chemische Signale an ihre Kinder weiter, wobei ihre Gefühle rund um den Zeitpunkt der Zeugung den Ausschlag geben.

Das behauptet der Kinderarzt Alberto Halabe Bucay vom Spital Angeles Lomas in Mexiko-Stadt in der Fachzeitschrift Bioscience Hypotheses. "Wer eine positive, glückliche oder mutige Lebenshaltung hat, kann das auch an seine Kinder weitervererben. Doch auch bei den entgegengesetzten Erscheinungen wie etwa bei Depressionen ist dieser Vorgang wahrscheinlich. Das könnte auf biochemische Vorgänge zurückgehen", berichtet Halabe im pressetext-Interview.

Unterstützt wird Halabes Ansicht teilweise von Ergebnissen der Epigenetik. Demnach sind bestimmte Erbinformationen vom eigentlichen DNA-Code unabhängig, da sie erst im Laufe des Lebens entstehen ( pressetext berichtete http://pressetext.com/news/090205003/ ).

Ausgangspunkt für Halabes Vermutung ist die Beobachtung, dass bestimmte Drogen wie Morphine und andere Opiate die Chromosomenstruktur von Spermazellen schädigen können. Zugleich besetzen Morphine die Endorphin-Rezeptoren in den Nervenzellen. "Es ist anzunehmen, dass Endorphine ebenso wie Morphium auf die Gene der Spermazellen treffen und deren Struktur für immer verändern", so Halabe. Ähnlich wie bei Endorphinen, könne dieser Prozess auch bei zahlreichen anderen Neurotransmittor-Substanzen zutreffen, etwa bei Azetylcholin, Serotonin, Adrenalin oder Noradrelanin sowie bei Substanzen des Immunsystems. Für die Beeinträchtigung der Gene der Eizelle könnte derselbe Mechanismus wirksam sein, wenngleich hier Folgen des Morphiums viel schwerer nachweisbar seien, gibt der Pädiatrist zu bedenken.

Experimente, die die Neurotransmittoren von glücklich und unglücklich lebenden Tieren sowie von deren Jungen untersuchen, könnten mehr Aufschluss über die Richtigkeit dieser Theorie geben. Bestätigt sich die Bedeutung der Endorphine für die Struktur von Ei- und Samenzelle, würde das auch dem Zeitpunkt des Geschlechtsaktes und seiner Qualität selbst eine völlig neue Bedeutung verleihen. "Beim Sex werden Endorphine in hoher Zahl ausgeschüttet. Je besser die Qualität dieses Aktes ist, desto bessere sind die in diesem Moment freigesetzten Endorphine und in Folge nimmt auch die genetische Expression der Sperma- und Eizellen des Paares in diesem Moment zu", so der mexikanische Mediziner.

Seit der Antike wisse man, dass sich die Persönlichkeit eines Menschen aus dem Temperament und Charakter zusammensetzt, erklärt Halabe. "Das Temperament erbt man von den Eltern. Kinder von erfolgreichen Eltern haben meist selbst auch Erfolg, auch wenn sie in anderen Bereichen aktiv werden als die Eltern. Ein gutes Temperament ist somit die beste Voraussetzung für eine gute Entwicklung auch des Kindes." Der Charakter als zweiter bestimmender Teil der menschlichen Persönlichkeit sei hingegen nicht vererbbar, sondern werde im Laufe des Lebens erworben.

Johannes Pernsteiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.hospitalangeleslomas.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie