Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie glücklich sind wir Deutschen?

20.03.2013
Dr. Heinz-Herbert Noll und Stefan Weick vom GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften haben das subjektive Wohlergehen der Deutschen bemessen und konstatieren, dass Deutschland eine mittlere Position auf der internationalen Glücksskala einnimmt.

Dänemark steht, noch vor den anderen skandinavischen Ländern und der Schweiz, an der Spitze, nur Frankreich und Portugal liegen aus der Gruppe der westeuropäischen EU-Länder unter dem Durchschnitt. Die materiell ärmeren postsozialistischen Länder fallen durch ihre besonders ungünstige Position hinsichtlich der allgemeinen Lebenszufriedenheit auf.

Eine vertiefende Differenzierung des Glückszustands der Menschen im Westen und im Osten der Bundesrepublik brachte folgende Ergebnisse: Ostdeutsche platzieren sich auf der Skala des persönlichen Wohlergehens schlechter als Westdeutsche und liegen insgesamt knapp unter dem europäischen Durchschnitt.

Bei den Westdeutschen sind insbesondere die psychischen Ressourcen, d.h. Selbstwertgefühl, Optimismus und Belastbarkeit überdurchschnittlich ausgeprägt. Dafür empfinden sie viel „Stress durch die Familie“.

Die Ostdeutschen indes finden vor allem ihre allgemeine Lebenswirklichkeit sowohl auf emotionaler als auch auf kognitiver Ebene wenig zufriedenstellend. Ähnlich wie bei den Westdeutschen werden soziale Beziehungen von den Ostdeutschen als unterdurchschnittlich bewertet. Allerdings wird bei den Ostdeutschen nicht die Familiensituation als belastend empfunden, sondern ihnen fehlt das Vertrauen, fair und respektvoll behandelt zu werden.

Bemessen haben Noll und Weick das subjektive Wohlbefinden nach persönlichen und sozialen Kriterien. Die fünf persönlichen Glücksbringer sind. 1. Das emotionale Wohlbefinden, d.h. viele positive und nur wenig negative Gefühle bestimmen unsere Gefühlswelt. 2. Die kognitive Bewertung der eigenen Lebensbedingungen als zufriedenstellend. 3. Vitalität, d.h. wir fühlen uns voller Energie und Tatendrang, sind ausgeschlafen, gesund und körperlich aktiv. 4. Ein positives Selbstwertgefühl, Optimismus und Belastbarkeit stehen uns als psychische Ressourcen zur Verfügung 5. Wir sind in der Lage unsere individuellen Potentiale zu realisieren, d.h. wir können in gewisser Weise autonom, kompetent und engagiert handeln und leben in dem Gefühl, dass das, was wir tun, wertvoll, erstrebenswert und von anderen wertgeschätzt ist.

Neben den persönlichen Aspekten ist die zweite Hauptkomponente zu unserem persönlichen Glückscocktail das soziale Wohlbefinden, das dadurch gekennzeichnet wird, wie wir unsere Beziehungen wahrnehmen. Wichtig sind hier unterstützende Beziehungen, d.h. der Grad und die Qualität der Interaktionen mit Familie, Freunden und anderen; außerdem entscheidend ist der vertrauensvolle Glaube daran, fair und respektvoll behandelt zu werden.

Noll und Weick belegen, dass das subjektive Wohlbefinden, zumindest in Europa, in einem deutlichen Zusammenhang zum materiellen Lebensstandard steht, auch wenn es per Definition kein Abbild der objektiven Situation ist und von sozialen Vergleichen und Präferenzen beeinflusst wird.

Weitere Informationen finden Sie hier:

http://www.gesis.org/fileadmin/upload/forschung/publikationen/
zeitschriften/isi/isi-49.pdf
Ansprechpartnerin bei GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften:
Dr. Sophie Zervos
Kommunikation
Telefon: +49 (0) 221 - 47694 - 138
E-Mail: sophie.zervos@gesis.org
Als die größte deutsche Infrastruktureinrichtung für die Sozialwissenschaften steht das GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften Forscherinnen und Forschern auf allen Ebene ihrer Forschungsvorhaben mit seiner Expertise und seinen Dienstleistungen beratend zur Seite, so dass gesellschaftlich relevante Fragen auf der Basis neuester wissenschaftlicher Methoden, qualitativ hochwertiger Daten und Forschungsinformationen beantwortet werden können. GESIS ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft und unterhält institutionelle und projektbezogene Kooperationen mit diversen Universitäten. GESIS ist an wichtigen europäischen und internationalen Studien und Projekten wie u.a. dem European Social Survey (ESS) und der European Value Study (EVS), dem europäischen Archivverbund CESSDA und dem OECD-Projekt Programme for the International Assessment of Adult Competencies (PIAAC) beteiligt.

Sophie Zervos | idw
Weitere Informationen:
http://www.gesis.org/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Neue Gene für das Risiko von allergischen Erkrankungen entdeckt
21.11.2017 | Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft

nachricht Bedeutung von Biodiversität in Wäldern könnte mit Klimawandel zunehmen
17.11.2017 | Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Metamaterial mit Dreheffekt

Mit 3D-Druckern für den Mikrobereich ist es Forschern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) gelungen ein Metamaterial aus würfelförmigen Bausteinen zu schaffen, das auf Druckkräfte mit einer Rotation antwortet. Üblicherweise gelingt dies nur mit Hilfe einer Übersetzung wie zum Beispiel einer Kurbelwelle. Das ausgeklügelte Design aus Streben und Ringstrukturen, sowie die zu Grunde liegende Mathematik stellen die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Science vor.

„Übt man Kraft von oben auf einen Materialblock aus, dann deformiert sich dieser in unterschiedlicher Weise. Er kann sich ausbuchten, zusammenstauchen oder...

Im Focus: Proton-Rekord: Magnetisches Moment mit höchster Genauigkeit gemessen

Hochpräzise Messung des g-Faktors elf Mal genauer als bisher – Ergebnisse zeigen große Übereinstimmung zwischen Protonen und Antiprotonen

Das magnetische Moment eines einzelnen Protons ist unvorstellbar klein, aber es kann dennoch gemessen werden. Vor über zehn Jahren wurde für diese Messung der...

Im Focus: New proton record: Researchers measure magnetic moment with greatest possible precision

High-precision measurement of the g-factor eleven times more precise than before / Results indicate a strong similarity between protons and antiprotons

The magnetic moment of an individual proton is inconceivably small, but can still be quantified. The basis for undertaking this measurement was laid over ten...

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungen

Forschungsschwerpunkt „Smarte Systeme für Mensch und Maschine“ gegründet

24.11.2017 | Veranstaltungen

Schonender Hüftgelenkersatz bei jungen Patienten - Schlüssellochchirurgie und weniger Abrieb

24.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Maschinen über die eigene Handfläche steuern: Nachwuchspreis für Medieninformatik-Student

24.11.2017 | Förderungen Preise

Treibjagd in der Petrischale

24.11.2017 | Biowissenschaften Chemie