Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Globale Automobilzulieferindustrie steht weiter unter Druck

14.09.2009
Bis Jahresende ist jeder zehnte deutsche Zulieferer insolvent
- Analyse von 500 Automobilzulieferern weltweit
- 80% der Unternehmen werden 2009 Verlust ausweisen
- Die weltweite Durchschnittsrendite (EBIT-Marge) wird 2009 voraussichtlich bei etwa minus 2 Prozent liegen (nach 2,1 Prozent 2008 und 5,4 Prozent 2007)
- Jeder zehnte deutsche Zulieferer ist bis Jahresende insolvent
- bisher rund 70 Insolvenzen durch die Autokrise, weitere 40 - 50 Fälle wahrscheinlich

Die globale Automobilzulieferindustrie leidet trotz Anzeichen einer leichten konjunkturellen Erholung weiterhin stark unter der weltweiten Wirtschaftskrise. Eine Studie von Roland Berger Strategy Consultants kommt zu dem Ergebnis, dass 80 Prozent aller Zulieferer weltweit 2009 Verluste schreiben werden. Rund 70 deutsche Unternehmen sind bereits insolvent, bis Jahresende wird die Zahl auf mehr als 100 steigen. Zahlreiche Automärkte sind in diesem Jahr um bis zu einem Drittel eingebrochen, teilweise haben nur massive staatliche Stützungsmaßnahmen einen völligen Einbruch der Branche verhindert.

"Die Durchschnittsrendite der weltweiten Automobilzulieferer wird
2009 einen historischen Tiefstand erreichen", sagt Marcus Berret, Partner bei Roland Berger Strategy Consultants. "Wir rechnen damit, dass sie von 5,4 Prozent im Jahr 2007 und 2,1 Prozent 2008 auf ein noch nie da gewesenes Niveau von minus 2 bis minus 2,5 Prozent abstürzen wird". Zwar haben viele deutsche Zulieferer schnell reagiert und insbesondere durch Kurzarbeit ihre Personalkosten um bis zu ein Viertel gesenkt. "Das reicht aber bei Weitem nicht aus, um die wegbrechenden Umsätze zu kompensieren", sagt Berret.

Jeder zehnte deutsche Zulieferer bis Jahresende insolvent

Als Folge der Krise mussten bisher bereits mehr als 70 Zulieferer in Deutschland Insolvenz anmelden. Auch wenn sich die Geschäfte seit Juni leicht stabilisiert haben - die Hälfte der Unternehmen schreibt seither operativ wieder schwarze Zahlen - wird die Zahl der Insolvenzen weiter steigen. Hauptgrund: Viele Zulieferer können aus Mangel an Liquidität ihre stillgelegten Anlagen nicht mehr hochfahren und die zur Produktion erforderlichen Vorprodukte schlicht nicht mehr bezahlen. "Wir glauben, dass deshalb bis Jahresende jeder zehnte deutsche Zulieferer Insolvenz anmelden wird", sagt Felix Mogge, Projektmanager bei Roland Berger Strategy Consultants.

Die Lage der Zulieferer bleibt angespannt

Insgesamt haben die europäischen Zulieferer mit umfassenden Restrukturierungsmaßnahmen konsequent auf die Krise reagiert. Dennoch kommen harte Jahre auf sie zu. Im Jahr 2010 dürfte die Fahrzeugproduktion weltweit zwar wieder um bis zu fünf Prozent steigen, in Europa ist nach dem Auslaufen staatlicher Stützungsmaßnahmen allerdings bestenfalls eine Stagnation auf dem Niveau von 2009 zu erwarten. Durch den überproportionalen Absatzrückgang bei teuren Fahrzeugen verlieren besonders die deutschen Zulieferer überdurchschnittlich im hoch profitablen Geschäft. Gleichzeitig werden die Fahrzeughersteller in den nächsten Monaten die Kostenschrauben weiter anziehen. Außerdem zwingen technologische Veränderungen - besonders zur Reduzierung von CO2-Emissionen - sowie die beschleunigte Verlagerung der Märkte nach Asien die Zulieferer zu hohen zusätzlichen Ausgaben.

Die komplette Studie können Sie kostenfrei bestellen unter:
http://www.rolandberger.com/pressreleases
Roland Berger Strategy Consultants, 1967 gegründet, ist eine der weltweit führenden Strategieberatungen. Mit 36 Büros in 25 Ländern ist das Unternehmen erfolgreich auf dem Weltmarkt aktiv. 2.100 Mitarbeiter haben im Jahr 2008 einen Honorarumsatz von mehr als 670 Mio. Euro erwirtschaftet. Die Strategieberatung ist eine unabhängige Partnerschaft im ausschließlichen Eigentum von rund 180 Partnern.

Sebastian Deck | Roland Berger
Weitere Informationen:
http://www.rolandberger.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wiederverwendung von IT- und Kommunikationsgeräten schont Klima und Ressourcen
23.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Klimawandel verstärkt Selenmangel
21.02.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017

23.02.2017 | Veranstaltungen

Wie werden wir gesund alt? - Alternsforscher tagen auf interdisziplinärem Symposium in Magdeburg

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus

23.02.2017 | Förderungen Preise

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Planeten außerhalb unseres Sonnensystems: Bayreuther Forscher dringen tief ins Weltall vor

23.02.2017 | Physik Astronomie