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Glauben wirkt: Placebo Effekte auch bei Wissenstest

20.12.2012
Der Glaube an eigene Fähigkeiten macht Wissen besser abrufbar

Wer Angst vor Prüfungen hat, schneidet schlecht ab – wer entspannt Fragen beantworten kann, schneidet besser ab. Auf diese kurze Form kann man die Ergebnisse einer Studie von Prof. Ulrich Weger, PhD, von der Universität Witten/Herdecke bringen.

Der Psychologe hat 40 Personen einem Test des Allgemeinwissens unterzogen, die eine Hälfte wurde unvorbereitet in den Test geschickt. Die andere Hälfte wurde speziell vorbereitet: In einem Probedurchlauf wurden dieser Gruppe die Lösungsworte erst langsam auf einem Bildschirm vorgespielt und dann immer schneller, bis die Worte nicht mehr zu erkennen waren.

Aber dennoch – so erklärte es ein Experimentator während des Versuchs den Probanden – wirken diese kurz gezeigten Lösungen und es gehe deswegen einfach nur darum, der eigenen Intuition zu folgen.

„Wir wollten den Probanden das Gefühl von Unterstützung geben. Tatsächlich haben wir in der eigentlichen Testphase völlig zufällige Worte über den Bildschirm huschen lassen. Aber die Testpersonen hatten eben das Gefühl, im Unterbewusstsein doch die Lösung vom Bildschirm ablesen zu können“, beschreibt Ulrich Weger den Versuchsaufbau, den er mit dem aus der Medizin bekannten Placebo-Effekt vergleicht: „Wir haben nicht eine scheinbare Pille verabreicht, wir haben vielmehr die Überzeugung von der eigenen Leistungsfähigkeit unserer Probanden angesprochen.“

Und tatsächlich: Die vorbereitete Experimentalgruppe schnitt besser in diesem Wissenstest ab, als die unvorbereitete Kontrollgruppe: Versuchspersonen der Experimentalgruppe lösten im Durchschnitt 9.9 Antworten, Versuchspersonen der Kontrollgruppe dagegen im Durchschnitt nur 8.4 Antworten „Wir haben ja nicht das Wissen verbessert. Aber das Gefühl der Unterstützung und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten wurden gestärkt. Wir vermuten, dass sich diese Personen dann z.B. mehr angestrengt haben, besser ihre eigenen Ängste überwinden konnten, systematischer überlegt haben. Sie konnten schlichtweg das vorhandene Wissen besser abrufen und dadurch hat sich die Leistung dann tatsächlich verbessert“, erklärt Ulrich Weger sich den Effekt. In weiteren Forschungen wird es darum gehen, diese Effekte in weiteren Zusammenhängen zu überprüfen und idealerweise auch die aktive und bewusste Mitarbeit der Probanden sicherzustellen.

Weitere Informationen bei Prof. Ulrich Weger, PhD, 02302/926-776, ulrich.weger@uni-wh.de

Die Studie ist im Original hier zu lesen http://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/17470218.2012.751117

Neue Studiengänge an der Universität:

An der Universität Witten/Herdecke wurde zum Wintersemester 2012/13 ein neues Department für Psychologie und Psychotherapie gegründet, in welchem die Studierenden bereits auf Bachelorebene einen klinischen Schwerpunkt legen können und praktische Einblicke in das klinische Umfeld erhalten. Der Bewerbungsschluss für den Bachelorstudiengang ist am 15.2.2013. Der Bewerbungszeitraum für den Masterstudiengang ist vom 15.1. bis 30.4.2013.

Weitere Details: www.uni-wh.de/gesundheit/psychologie/

Über uns:
Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) nimmt seit ihrer Gründung 1982 eine Vorreiterrolle in der deutschen Bildungslandschaft ein: Als Modelluniversität mit rund 1.500 Studierenden in den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft und Kultur steht die UW/H für eine Reform der klassischen Alma Mater. Wissensvermittlung geht an der UW/H immer Hand in Hand mit Werteorientierung und Persönlichkeitsentwicklung.

Witten wirkt. In Forschung, Lehre und Gesellschaft.

Kay Gropp | Universität Witten/Herdecke
Weitere Informationen:
http://www.uni-wh.de
http://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/17470218.2012.751117

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