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Gen-Fehler verursacht Fettsucht bei Kindern

07.12.2009
Verlust eines entscheidenden DNA-Segments verantwortlich

Wissenschaftler der University of Cambridge und des Wellcome Trust Sanger Institute haben eine genetische Ursache für schwere Fettsucht bei Kindern entdeckt. Ihrer Meinung nach ist der Verlust eines entscheidenden DNA-Segments verantwortlich.

Überfütterung nicht verantwortlich

Die aktuellen Forschungsergebnisse sollten die Diagnosemöglichkeiten verbessern. Fälschlicherweise wurde immer wieder eine missbräuchliche Überfütterung für das Übergewicht der Kinder verantwortlich gemacht. Details der Studie, für die die Daten von 300 schwer fettsüchtigen Kindern ausgewertet wurden, hat das Team um Sadaf Farooqi in Nature veröffentlicht.

Einige der teilnehmenden Kinder wurden formell in das Risikoregister der Sozialfürsorge eingetragen. Dabei wurde davon ausgegangen, dass ihre Eltern sie absichtlich überfütterten. Ihre Einträge wurden jetzt aus dem Register entfernt. Obwohl Fettsucht bis zu einem gewissen Grad auf den Lebensstil zurückzuführen ist - auf Faktoren wie eine ungesunde Ernährung und Mangel an Bewegung - sollen in manchen Fällen auch genetische Faktoren verantwortlich sein.

Gesamtes Genom untersucht

Für die aktuelle Studie wurde das gesamte Genom jedes einzelnen Kindes auf fehlende oder verdoppelte DNA untersucht, auf so genannte Genkopiezahlvarianten (CNV). Experten gehen laut BBC immer stärker davon aus, dass diese Varianten eine wichtige Rolle bei genetischen Erkrankungen spielen. Durch den Vergleich des DNA-Profils von fettsüchtigen Kindern mit jenem von normalgewichtigen zeigte sich, dass bei den stark übergewichtigen bestimmte Teile des Genoms fehlten. Das Team konzentrierte sich besonders auf einen fehlenden Teil des Chromosoms 16, der in einem direkten Zusammenhang mit schwerer Fettsucht zu stehen scheint.

Sadaf Farooqi geht davon aus, dass mit SH2B1 ein bestimmtes Gen auf dem Chromosom 16 eine entscheidende Rolle bei der Regulierung des Gewichts und der Blutzucker-Werte spielt. "Menschen, denen in diesem Bereich Teile des Genoms fehlten, hatten ein starkes Verlangen zu essen und nahmen sehr leicht zu. Matt Hurles, der auch an der Studie mitarbeitete, erklärte, dass damit der erste Beweis erbracht sei, dass Genkopiezahlvarianten direkt mit Erkrankungen des Stoffwechsels wie Fettsucht zusammenhängen. Es sei bereits bekannt, dass sie auch für andere Krankheiten wie Autismus und Lernschwierigkeiten verantwortlich sind.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.cam.ac.uk
http://www.sanger.ac.uk

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