Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gemeinsames Konto: Wer mehr einbringt, bekommt auch mehr heraus

07.07.2011
Neue Fußballschuhe oder eine neue Handtasche? Fürs Haus sparen oder in den Urlaub fliegen? Die meisten deutschen Paare verwalten ihr Haushaltseinkommen auf einem gemeinsamen Konto.

Bisher gingen Ökonomen davon aus, dass beide Partner auch gleichermaßen davon profitieren. „Diese Annahme ist nicht richtig“, sagt die Bamberger Sozialwissenschaftlerin Susanne Elsas. „Wer mehr einzahlt, zieht auch den größeren Nutzen aus dem gemeinsamen Einkommen.“ Das ist das Ergebnis ihrer kürzlich veröffentlichten Studie auf Basis von Daten der Langzeiterhebung „Sozio-oekonomisches Panel“ (SOEP).

Susanne Elsas hatte untersucht, wie Paare ihr Einkommen teilen. Rund zwei Drittel der befragten Paare (68 Prozent) hatten ein gemeinsames Konto, über das beide Partner gleichermaßen verfügen konnten. Trotzdem zeigte sich ein Ungleichgewicht: Verglichen mit ihrem jeweiligen Partner waren die Befragten umso zufriedener mit dem Haushaltseinkommen, je größer ihr Beitrag dazu war. „Offenbar wird die Verwendung des Einkommens den Präferenzen des besser verdienenden Partners angepasst“, sagt Susanne Elsas. Die Vermutung der Sozialwissenschaftlerin: „Zwischen den Partnern gilt möglicherweise die stillschweigende Übereinkunft, dass derjenige, der mehr Geld zum Haushaltseinkommen beiträgt, auch weiter reichende Rechte daran hat."

Getrennte Konten hatte nur knapp jedes fünfte der befragten Paare (17 Prozent). In weniger als jeder zehnten Beziehung (8 Prozent) legten die Partner nur Teile ihrer Einkommen zusammen. Noch seltener (7 Prozent) verwaltete ein Partner das ganze Geld und teilte dem Anderen seinen Anteil zu.

Für ihre Untersuchung hatte die Sozialwissenschaftlerin Susanne Elsas zwischen 1999 und 2008 erhobene Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) ausgewertet. Insgesamt flossen Daten von 5842 Paaren in die Studie ein.

HINTERGRUND: Stichwort SOEP

Das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) ist die größte und am längsten laufende multidisziplinäre Langzeitstudie in Deutschland. Das SOEP ist Teil der Forschungsinfrastruktur in Deutschland und wird unter dem Dach der Leibniz-Gemeinschaft (WGL) von Bund und Ländern gefördert. Angesiedelt ist das SOEP am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW).

Für das SOEP befragen jedes Jahr etwa 600 Interviewerinnen und Interviewer vom Umfrageinstitut TNS Infratest Sozialforschung mehr als 20 000 Menschen in rund 11 000 Haushalten. Die so erhobenen Daten geben unter anderem Auskunft über Einkommen, Erwerbstätigkeit, Bildung und Gesundheit. Forscherinnen und Forscher im In- und Ausland nutzen die SOEP-Daten für ihre Studien. Bis heute sind mehr als 6 000 Veröffentlichungen auf Basis der SOEP-Daten erschienen.

Studie:
Behind the Curtain: The Within-Household Sharing of Income. Susanne Elsas. SOEPpapers 382
Kontakt:
Susanne Elsas
Mail: susanne.elsas@uni-bamberg.de
Tel.: 0951 / 863-2602

Monika Wimmer | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bamberg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops