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Geldwäscher machen um Banken einen Bogen

30.03.2010
Zwischen 40 und 60 Milliarden Euro aus kriminellen Aktivitäten werden jährlich in Deutschland in das Finanzsystem eingeschleust.

Geldwäscher haben dabei ein leichtes Spiel, solange sie die Banken umgehen: Zwar haben beispielsweise auch Kasinos, Juweliere und Immobilienmakler Maßnahmen zur Geldwäschebekämpfung zu treffen, unterliegen aber keiner effektiven Kontrolle.

Daher können etwa Angehörige der organisierten Kriminalität unbemerkt ganze Straßenzüge aufkaufen und so ihr Geld reinwaschen. Deutschland wird beim Kampf gegen Geldwäsche künftig internationale Standards nur dann einhalten, wenn neben den Kreditinstituten allen anfälligen Wirtschaftszweigen strenge Compliance-Richtlinien auferlegt werden.

„Spielkasinos, Juweliere und Immobilienwirtschaft sollten den gleichen strengen Kontrollen wie Banken unterworfen werden, damit bestehende Vorschriften eingehalten werden“, sagt Bernd M. Lindner, Compliance-Experte bei Steria Mummert Consulting. „Konkret bedeutet das beispielsweise: Sobald Geschäfte von mehr als 15.000 Euro getätigt werden, müssen Kunden sich nicht nur identifizieren, sondern gegebenenfalls nachweisen, woher die Gelder stammen.“

Auf entsprechende Defizite in der Geldwäschebekämpfung in Deutschland hat auch die OECD hingewiesen. Eine Studie der Organisation zeigt zahlreiche Mängel bei der Umsetzung der internationalen Vorgaben gegen Geldwäsche auf. Von 128 untersuchten Kriterien erfüllt Deutschland nur 5 in allen Facetten.

Die Kreditwirtschaft kommt in dem Bericht vergleichsweise gut weg. Dennoch ist davon auszugehen, dass neue regulatorische Anforderungen an die Kreditinstitute erlassen werden, um die noch vorhandenen Defizite auszugleichen. Diese neuen Aufgaben verlangen nach einem erhöhten Compliance-Budget, um maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln, die beidem gerecht werden: den Anforderungen, aber auch dem Geschäft.

Jörg Forthmann | Steria Mummert Consulting
Weitere Informationen:
http://www.steria-mummert.de

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