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Gefahr von Heptatitis wird weltweit unterschätzt

29.07.2011
Studie liefert erstmals Zahlen über Erkrankungen bei Drogensüchtigen

Australische Experten fordern weltweite Initiativen zur Bekämpfung der Viren, die Hepatitis hervorrufen. Die erste globale Schätzung bei Drogensüchtigen geht davon aus, dass zehn Mio. an Hepatitis C und 1,3 Mio. an Hepatitis B leiden.

Louisa Degenhardt und Paul Nelson argumentieren in The Lancet, dass nur ein Bruchteil jener, die davon profitieren könnten, auch antiretrovirale Medikamente erhält. Bei der Geburt wird weltweit nur eines von fünf Kindern gegen Hepatitis B geimpft, berichten die Wissenschaftler des Centre for Population Health am Burnet Institute und des National Drug and Alcohol Research Centre at the University of New South Wales.

Die jetzt erstmals veröffentlichten Zahlen zeigen, dass rund 67 Prozent der Drogensüchtigen, die weltweit Spritzen verwenden, mit Hepatitis C in Kontakt kommen. Bei Hepatitis B sind es rund zehn Prozent. Allein in Großbritannien ist rund die Hälfte dieser Personengruppe mit Hepatitis C infiziert. Neun Prozent sind mit Hepatitis B infiziert. Der höchste Prozentsatz in ganz Westeuropa. Die beiden Wissenschaftler argumentieren, dass sich der Kampf gegen derartige Viren bei dieser Risikogruppe vor allem auf HIV konzentriert habe. Gerade das Hepatitis-Virus verdiene aber mehr Aufmerksamkeit.

Aufmerksamkeit
Joseph Amon von Human Rights Watch http://www.hrw.org betont in seinem Kommentar in The Lancet, dass diese Studie erstmals die Daten bereitstellt, die es gezielt ermöglichen, die Aufmerksamkeit auf Hepatitiserkrankungen bei Drogensüchtigen zu lenken. Die nächste Herausforderung werde für Regierungen darin bestehen, zu handeln. Sie müssten dazu aufgefordert und dafür verantwortlich gemacht werden, entsprechende Programme einzuführen.

Hepatitis wird von fünf Hauptviren verursacht. Am häufigsten sind A, B und C. Seltener kommt es zu Infektionen mit D und E. Hepatitis B ist am weitesten verbreitet und kann bereits bei der Geburt von der Mutter auf das Kind übertragen werden. Eine weitere Infektionsquelle sind verunreinigte Spritzen oder das Injizieren von Drogen. Hepatitis C wird durch unsterile Nadeln und seltener auch durch ungeschützten Sex oder das Teilen von Rasierern oder Zahnbürsten übertragen werden. Das durch infiziertes Wasser oder Lebensmittel übertragene Virus E ist laut der Weltgesundheitsorganisation immer wieder für Ausbrüche in den Entwicklungsländern verantwortlich. Viele Menschen, die das Virus in sich tragen, wissen es nicht und geben es daher an andere weiter.

Michaela Monschein | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www-dev.burnet.edu.au/home/cph
http://ndarc.med.unsw.edu.au

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