Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gebärmutterhalskrebs steht mit geographischer Herkunft in Verbindung

03.09.2008
Schwedische Studie: Krebsrisiko hat mit Nationalität zu tun

Gynäkologische Tests hinsichtlich Gebärmutterhalskrebs sind seit nahezu 40 Jahren für alle Frauen in Schweden zugänglich.

Trotz dieser Möglichkeiten haben einer jüngsten Studie zufolge gerade Frauen mit Migrationshintergrund ein höheres Risiko an dieser Krebsart zu erkranken, berichtet die Schwedische Medizin-Universität Karolinska Institutet.

Interessanterweise sind besonders Frauen aus anderen nordischen Staaten und aus Südamerika besonders gefährdet. Die Inzidenz des Humanen Papilloma Virus (HPV) spiele eine wichtige Rolle.

"Allerdings gibt es andere Risikofaktoren wie etwa Rauchen oder sexuelle Gewohnheiten und die mangelnde Bereitschaft sich untersuchen zu lassen, die es wiederum spannend macht, die Krebsraten der einzelnen Einwandererinnen mit denen der Schwedinnen zu vergleichen", meint Studienautor Pär Sparen vom Department of Medical Epidemiology and Biostatistics.

Mehr als 750.000 in Schweden lebende Frauen mit Migrationshintergrund wurden untersucht. Während des Studienzeitraums - zwischen 1968 und 2004 - erkrankten 1.991 von ihnen an Gebärmutterhalskrebs. "Verglichen mit jenen Frauen, die in Schweden geboren wurden, repräsentiert diese Zahl einen mit zehn Prozent leicht höheren Durchschnitt", so der Forscher.

Die Studie zeigt allerdings deutlich, dass unter den Frauen, die aus verschiedenen Nationen kommen, das jeweilige Risiko an Krebs zu erkranken stark auseinander gehen. So wiesen etwa Frauen aus Ostafrika ein fünf Mal geringeres Krebsrisiko auf als in Schweden geborene. Ein deutlich geringeres Krebsrisiko hatten auch Frauen aus Südasien. Dieses lag um 50 Prozent niedriger. Hingegen zeigten Frauen, die aus Norwegen oder Dänemark kamen ein deutlich höheres Risiko (70 und 80 Prozent). Bei Frauen aus Mittelamerika lag die Häufigkeit um sogar 150 Prozent darüber.

Die Forscher konnten zudem auch nachweisen, dass das Krebsrisiko mit dem Alter, in dem die Frauen nach Schweden ausgewandert waren, nach oben stieg, dann jedoch mit der Dauer des Aufenthalts wieder abnahm. Für Sparen ist genau diese Erkenntnis in der Krebsvorsorge wichtig. "Wir müssen gezielte Screenings der Krebsfrüherkennung forcieren. Diese sollten sich besonders an die Hochrisikogruppen, Frauen über 50 während der ersten zehn Jahre in Schweden, richten", so Sparen.

Schweden bietet aufgrund seiner umfassenden Bevölkerungsstatistik einzigartige Möglichkeiten zum Studium von Risiken von Krebserkrankungen, da alle seit 1932 Geborenen in einem Familienregister dokumentiert sind. In diesem Register befinden sich Daten über mehr als zehn Mio. Menschen. Zusätzlich dazu erfasst das schwedische Krebsregister fast 100 Prozent der Krebserkrankungen im Land.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://ki.se
http://www.roc.se

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu Bildungsangeboten für die Industrie 4.0 in Österreich
05.02.2018 | Fachhochschule St. Pölten

nachricht Schildkrötengehirne sind komplexer als gedacht
05.02.2018 | Eberhard Karls Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics