Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fünf Millionen arbeiten bei gesundheitsschädlichem Lärm

26.04.2010
Lärm stört nicht nur, sondern kann auch krank machen. Darauf will am 28. April 2010 der Tag gegen den Lärm hinweisen. Viele Menschen verbringen einen Großteil des Tages am Arbeitsplatz. Knapp jeder vierte Beschäftigte gibt an, häufig oder immer unter Lärm zu arbeiten. Belastet fühlt sich dadurch jeder zweite Betroffene.

Seit Jahren forscht die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) auf dem Gebiet des Lärmschutzes. Mit Informationen und Handlungshilfen setzt sich die BAuA für den Schutz des Gehörs ein.

Unser Alltag wird immer lauter: Geräusche begleiten uns vom Weckerklingeln am Morgen bis zum Fernsehfilm am Abend. Zum Lärm werden die Geräusche allerdings erst, wenn sie das körperliche und seelische Wohlbefinden des Menschen beeinträchtigen. Schätzungsweise sind rund fünf Millionen Menschen am Arbeitsplatz Lärm ausgesetzt, der die Gesundheit gefährdet.

Am Arbeitsplatz dürfen zum Beispiel deshalb Beschäftigte über die Dauer eines Arbeitstages nicht einem Lärmpegel von über 85 dB (A) ausgesetzt sein. Diesen Lärm erzeugt etwa eine laufende Kettensäge noch in zehn Metern Entfernung. Wer diesem Schallpegel dauerhaft ausgesetzt ist, trägt mit großer Wahrscheinlichkeit Gehörschäden davon.

Schließlich gehört Lärmschwerhörigkeit zu den häufigsten Berufskrankheiten. Jedes Jahr werden rund 5.000 neue Fälle berufsbedingter Lärmschwerhörigkeit anerkannt. Doch Lärm kann nicht nur das Gehör schädigen. Der unerwünschte Schall stresst und wirkt auf das vegetative Nervensystem. Als Folge kann es zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Störungen des Verdauungssystems kommen. Auch wenn nicht alle Menschen körperlich gleich stark auf Lärm reagieren: Lärm beeinträchtigt die Leistungsfähigkeit, ruft Stress hervor und verhindert Erholung. Deshalb schafft ein niedriger Geräuschpegel erst ein produktives Arbeitsumfeld.

Ideal sind daher Arbeitsplätze, die von vorn herein geräuscharm gestaltet sind. Doch auch der Einsatz lärmarmer Arbeitsgeräte kann einen großen Unterschied machen. Eine Übersicht über Werkstoffe, Bauteile und Systeme finden Konstrukteure und Architekten in der Online-Datenbank zur Lärmminderung der BAuA unter http://www.baua.accon.de. Unternehmen, die sich um eine gute Raumakustik bemühen, investieren in ihre eigene Zukunft. Denn die Kosten, die durch Krankheitstage und Umsetzungen am Arbeitsplatz auf die Betriebe zukommen können, sind enorm.

Lärm lässt sich am besten an der Quelle bekämpfen. Leise Maschinen sollten deshalb nicht nur im Betrieb, sondern auch in Heim und Freizeit eingesetzt werden. Bei Maschinen und Geräten sollten Käufer deshalb die Geräuschangabe in die Kaufentscheidung einbeziehen. Wenn es trotzdem mal lauter wird, kann Gehörschutz helfen. Allerdings sind die Nachteile erheblich: Die Kommunikation ist beeinträchtigt, die Unfallgefahr erhöht sich, ein Druckgefühl im Ohr stört die Arbeit. Technische und organisatorische Maßnahmen zur Lärmminderung sind daher den individuellen Schutzmaßnahmen in jedem Fall vorzuziehen.

Zu den besonders von Lärm betroffenen Berufen gehören nicht nur industrielle Tätigkeitsfelder wie Metall- oder Holzverarbeitung, auch Berufsmusiker leiden häufig unter Gehörschäden. Welchen Belastungen das Ohr durch laute Musik, auch in Discos oder durch Kopfhörer, ausgesetzt ist, erläutert die Broschüre „Gehörschäden durch Musik“ auf unterhaltsame Weise. Sie gibt leicht verständlich einen Überblick über den Hörvorgang und enthält Anregungen für ein lärmbewussteres Verhalten. Die Broschüre kann kostenlos von der BAuA-Website herunter geladen werden: http://www.baua.de/de/Publikationen/Broschueren/Gesundheitsschutz/Gs05.html

Ausführliche Informationen zu den Belastungen des Ohrs am Arbeitsplatz, zur Funktionsweise des Gehörs und zur Entstehung von Gehörschäden finden sich in der Broschüre „Lärmwirkungen: Gehör, Gesundheit, Leistungen“, die auf der Internetseite der BAuA zum kostenlosen Download zur Verfügung steht: http://www.baua.de/de/Publikationen/Broschueren/Gesundheitsschutz/Gs04.html

Forschung für Arbeit und Gesundheit
Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen stehen für sozialen Fortschritt. Sie ermöglichen Unternehmen wie auch der gesamten Volkswirtschaft einen Vorsprung im globalen Wettbewerb. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) forscht und entwickelt im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, fördert den Wissenstransfer in die Praxis, berät die Politik und erfüllt hoheitliche Aufgaben – im Gefahrstoffrecht, bei der Produktsicherheit und mit dem Gesundheitsdatenarchiv. Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Rund 660 Beschäftigte arbeiten am Hauptsitz in Dortmund und den Standorten Berlin, Dresden sowie in der Außenstelle Chemnitz.

Jörg Feldmann | EurekAlert!
Weitere Informationen:
http://www.baua.accon.de
http://www.baua.de/de/Publikationen/Broschueren/Gesundheitsschutz/Gs05.html
http://www.baua.de/de/Publikationen/Broschueren/Gesundheitsschutz/Gs04.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Weltweit erste Therapiemöglichkeit für Kinderdemenz CLN2 entwickelt
25.04.2018 | Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

nachricht Tabakrauchen verkalkt Arterien stärker als reiner Cannabis-Konsum
11.04.2018 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Im Focus: Faserlaser mit einstellbarer Wellenlänge

Faserlaser sind ein effizientes und robustes Werkzeug zum Schweißen und Schneiden von Metallen beispielsweise in der Automobilindustrie. Systeme bei denen die Wellenlänge des Laserlichts flexibel einstellbar ist, sind für spektroskopische Anwendungen und die Medizintechnik interessant. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) haben, im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts „FlexTune“, ein neues Abstimmkonzept realisiert, das erstmals verschiedene Emissionswellenlängen voneinander unabhängig und zeitlich synchron erzeugt.

Faserlaser bieten im Vergleich zu herkömmlichen Lasern eine höhere Strahlqualität und Energieeffizienz. Integriert in einen vollständig faserbasierten...

Im Focus: LZH zeigt Lasermaterialbearbeitung von morgen auf der LASYS 2018

Auf der LASYS 2018 zeigt das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) vom 5. bis zum 7. Juni Prozesse für die Lasermaterialbearbeitung von morgen in Halle 4 an Stand 4E75. Mit gesprengten Bombenhüllen präsentiert das LZH in Stuttgart zudem erste Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt zur zivilen Sicherheit.

Auf der diesjährigen LASYS stellt das LZH lichtbasierte Prozesse wie Schneiden, Schweißen, Abtragen und Strukturieren sowie die additive Fertigung für Metalle,...

Im Focus: Achema 2018: Neues Kamerasystem überwacht Destillation und hilft beim Energiesparen

Um chemische Gemische in ihre Einzelbestandteile aufzutrennen, ist in der Industrie die energieaufwendige Destillation gängig, etwa bei der Raffinerie von Rohöl. Forscher der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK) entwickeln ein Kamerasystem, das diesen Prozess überwacht. Dabei misst es, ob es zu einer starken Tropfenbildung kommt, was sich negativ auf die Trennung der Komponenten auswirken kann. Die Technik könnte hier künftig automatisch gegensteuern, wenn sich Messwerte ändern. So ließe sich auch Energie einsparen. Auf der Prozesstechnik-Messe Achema in Frankfurt stellen sie die Technik vom 11. bis 15. Juni am Forschungsstand des Landes Rheinland-Pfalz (Halle 9.2, Stand A86a) vor.

Bei der Destillation werden Flüssigkeiten durch Verdampfen und darauffolgende Kondensation des Dampfes in ihre Bestandteile getrennt. Ein bekanntes Beispiel...

Im Focus: Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

Wie verleiht man Zellen neue Eigenschaften ohne ihren Stoffwechsel zu behindern? Ein Team der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München veränderte Säugetierzellen so, dass sie künstliche Kompartimente bildeten, in denen räumlich abgesondert Reaktionen ablaufen konnten. Diese machten die Zellen tief im Gewebe sichtbar und mittels magnetischer Felder manipulierbar.

Prof. Gil Westmeyer, Professor für Molekulare Bildgebung an der TUM und Leiter einer Forschungsgruppe am Helmholtz Zentrum München, und sein Team haben dies...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Invasive Quallen: Strömungen als Ausbreitungsmotor

23.05.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Matrix-Theorie als Ursprung von Raumzeit und Kosmologie

23.05.2018 | Physik Astronomie

Frühwarnsystem RAWIS in Katastrophenübung mit THW final getestet

23.05.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics