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Frühgeburtsrisiko kann durch Hormongabe reduziert werden

08.10.2008
Prof. Klockenbusch: „Durch gezielte, frühzeitige Behandlung kann eine deutliche Verringerung der Frühgeburtenrate erreicht werden“

Das Universitätsklinikum Münster (UKM) geht neue Wege, um die Anzahl der Frühgeburten und das damit verbundene Gesundheitsrisiko zu vermindern: „Trotz großer Anstrengungen hat sich deutschlandweit die Rate der Frühgeburten in den vergangenen Jahrzehnten nicht verringert, sondern ist eher angestiegen“, erklärt Prof. Dr. Walter Klockenbusch, Leiter des Bereichs Geburtshilfe der Frauenklinik am UKM. Frauen mit bereits einer Frühgeburt in ihrer Vorgeschichte können daher auf Wunsch am UKM nun im Rahmen einer Studie speziell betreut werden.

„Durch den gezielten Einsatz des körpereigenen Hormones Progesteron sind wir zuversichtlich, dass wir bei diesen Frauen die Frühgeburtenrate um bis 50 Prozent reduzieren können. Dabei handelt es sich um ein bei jeder geschlechtsreifen Frau natürlich vorkommendes Hormon. Desweiteren handelt es sich bei der Gabe von Progesteron um eine gut untersuchte prophylaktische Methode zur Verminderung des Frühgeburtsrisikos“, betont Klockenbusch.

„Bei Schwangeren mit einer Frühgeburt in der Vorgeschichte und auch bei Frauen mit einer Gebärmutterhalsverkürzung in der aktuellen Schwangerschaft führt eine frühzeitig begonnene Progesteronbehandlung zu einer längeren Schwangerschaftsdauer. Aufgrund des damit zusammenhängenden Vorteils für die Kinder wird diese Behandlung in den USA bereits empfohlen und in Kanada unter Studienbedingungen schon durchgeführt“, so der UKM-Mediziner.

Ende September stellte Klockenbusch gemeinsam mit seiner Kollegin Dr. Kerstin Hammer eine entsprechende neue Studie erstmals medizinischen Fachkollegen vor: „Es gab viel Zuspruch für dieses Konzept. Zumal es ja kein künstliches Produkt ist, sondern ein lange bekanntes, körpereigenes Hormon. Allerdings ist dieses Hormon, auch als „Schwangerschaftsschutzhormon“ bekannt, erst in den letzten fünf Jahren für die Therapie bei drohender Frühgeburt in den Vordergrund gerückt. Nur ist in Deutschland diese Behandlungsmethode noch wenig bekannt.“ Das UKM startet mit dieser Studie ab sofort.

Klockenbusch: „Ich rechne fest damit, dass wir die Anzahl der Frühgeburten, und die damit verbundenen gesundheitlichen Risiken durch die Gabe von Progesteron bei dieser Gruppe von Schwangeren erheblich reduzieren können.“ Einen vergleichbaren Vorteil erwartet der Geburtsexperte bei Frauen, die in der aktuellen Schwangerschaft einen anderen Risikofaktor, einen verkürzten Gebärmutterhals („Zervix“), aufweisen. „Bei jeder Frau, die sich in unserem Pränatalbereich zur Organsonographie um die 20. Schwangerschaftswoche vorstellt, bieten wir daher eine Ultraschalluntersuchung zur Messung der Zervix an und nehmen sie bei Verkürzung gerne in die Studie auf, die in Zusammenarbeit mit der niedergelassenen Frauenärztin bzw. dem niedergelassenen Frauenarzt durchgeführt werden kann. Diese Kooperation ist uns wichtig.“

Schwangere, die nähere Fragen zur Studie haben oder an einer Teilnahme interessiert sind, können sich telefonisch unter der Rufnummer 0251 / 83-48207 mit dem Studienleiter Prof. Dr. Walter Klockenbusch oder den beiden UKM-Fachärztinnen Dr. Kerstin Hammer und Dr. Petra Stute in Verbindung setzen.

Stefan Dreising | Universitätsklinikum Münster (UK
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-muenster.de

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