Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zu frühe Geburt kann Psyche gefährden

04.06.2012
1,3 Mio. Datensätze analysiert - Experten sehen jedoch geringes Risiko

Zu früh geboren zu werden, steht mit einem erhöhten Risiko bei einer Reihe von psychischen Problemen sehr viel später im Leben in Zusammenhang.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des King's College London und des Karolinska Institutet. Bipolare Störungen, Depressionen und Psychosen sind laut den in den Archives of General Psychiatry http://bit.ly/K3aQdr veröffentlichten Forschungsergebnissen wahrscheinlicher. Insgesamt blieb das Risiko jedoch sehr gering. Es ist bei Kindern, die zu früh auf die Welt gekommen sind, jedoch höher.

Medizinische Fortschritte

Experten wie Andy Cole von Bliss http://bliss.org.uk argumentierten in einem Bericht der BBC, dass es in den vergangenen 40 Jahren große Fortschritte bei der medizinischen Versorgung von Frühchen gegeben hat. Eine voll ausgetragene Schwangerschaft dauert rund 40 Wochen. Eines von 13 Kindern wird jedoch zu früh geboren, das heißt vor der 36 Schwangerschaftswoche. Die Wissenschaftler analysierten die Daten von 1,3 Mio. Menschen, die zwischen 1973 und 1985 in Schweden geboren wurden.

Es zeigte sich, dass 10.523 Personen mit psychiatrischen Störungen ins Krankenhaus eingeliefert worden waren. 580 dieser Patienten waren zu früh auf die Welt gekommen. Die Forscher wiesen nach, dass die Wahrscheinlichkeit eines voll ausgetragenen Kindes mit einer derartigen Krankheit eingeliefert zu werden, bei zwei von 1.000 lag. Bei Kindern, die vor der 36 Schwangerschaftswoche geboren wurden, erhöhte sich das Risiko auf vier von 1.000, vor der 32. Schwangerschaftswoche steigerte es sich auf sechs von 1.000.

Meisten Frühchen absolut gesund

Kinder, die sehr viel zu früh auf die Welt gekommen waren, erkrankten mehr als sieben Mal so wahrscheinlich an einer bipolaren Störung und fast drei Mal so wahrscheinlich an Depressionen. Laut Chiara Nosarti, eine der Autorinnen der Studie, erklärt, dass die wirklichen Zahlen wahrscheinlich höher ausfallen, da leichtere Erkrankungen nicht zu einer Einlieferung ins Krankenhaus geführt haben dürften. Die Wissenschaftlerin betont aber auch, dass das Risiko gering ist und die meisten Frühchen absolut gesund sind. Sie geht davon aus, dass die Unterbrechung der normalen Entwicklung Auswirkungen auf das Gehirn der Kinder haben kann.

Michaela Monschein | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.kcl.ac.uk
http://www.ki.se

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten