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Frühchen: Kalzium-Rezeptor beeinflusst Lungenwachstum

15.12.2008
Einsatz auf dem Markt befindlicher Medikamente denkbar

Wissenschaftler der Cardiff University haben ein mögliches Ziel für die Förderung des Lungenwachstums von Babys in der Gebärmutter identifiziert. Eine Studie mit Mäusen ergab, dass mit dem Kalzium-Rezeptor ein gut bekanntes Molekül eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung der fötalen Lungen spielt.

Medikamente, die auf diesen Rezeptor abzielen, stehen laut dem Team um Paul Kemp bereits zur Verfügung. Die Forschungsergebnisse, die die Chancen von Frühgeborenen entscheidend verbessern könnten, wurden im Journal of Physiology veröffentlicht.

Die letzten Stadien der Entwicklung der Lunge finden erst spät in der Schwangerschaft statt. Kinder, die zu früh auf die Welt kommen, kämpfen immer wieder mit der Sauerstoffversorgung und leiden immer wieder auch an chronischen Lungenkrankheiten. Die aktuelle Studie zeigte, dass der Kalzium-Rezeptor das Wachstum der Lungen beim Fötus aktiviert. Es gelang den Wissenschaftlern die Entwicklung der Lunge durch das Unterbrechen der Rezeptor-Funktion zu beeinflussen. In einem nächsten Schritt sollen laut BBC Tests mit Menschen durchgeführt werden, die über eine Mutation des Rezeptors verfügen. Sie kann entweder dazu führen, dass er dauerhaft aktiv oder nicht aktiv ist.

Ergibt sich dabei ein Zusammenhang zwischen der Mutation und der Gesundheit der Lunge nach der Geburt, werden laut Kemp klinische Tests durchgeführt. Für den Wissenschaftler ist es von entscheidender Bedeutung, dass es bereits Medikamente gibt, die die Funktion des Rezeptors beeinflussen können. "Wenn es uns gelingt nachzuweisen, dass eines dieser Medikamente die Aktivität des Kalzium-Rezeptors in der Lunge modulieren kann, könnte damit das Wachstum bei sehr früh geborenen Kindern angeregt werden." Ein bereits vorhandenes Medikament könnte zusätzlich auch viel rascher zugelassen werden als ein neues.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.cardiff.ac.uk
http://jp.physoc.org

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