Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fruchtbarkeitsbehandlungen steigern Erfolg kaum

08.08.2008
Anzahl der Schwangerschaften nicht deutlich höher

Zwei verbreitete Ansätze zur Behandlung von Fruchtbarkeitsproblemen sind nicht sehr Erfolg versprechend. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie unter der Leitung von Wissenschaftlern der University of Aberdeen gekommen.

Die Richtlinien des National Institute of Clinical and Health Excellence (NICE) empfehlen Paaren, die ohne ersichtlichen Grund Schwierigkeiten haben, schwanger zu werden, das Medikament Clomid und künstliche Befruchtung. Tests mit 580 Frauen in Schottland ergaben jedoch, dass diese Behandlungsansätze nicht erfolgreicher waren als der Versuch, auf natürlichem Weg schwanger zu werden. Details der Studie wurden im British Medical Journal veröffentlicht.

Bei rund einem Drittel der Paare, das Schwierigkeiten bei der Empfängnis hat, sind diese Schwierigkeiten laut BBC nicht einfach auf eine Ursache zurückzuführen. Trotz einer ganzen Reihe von Tests können die Ärzte nicht feststellen, warum es zu keiner normalen Empfängnis kommt. Clomifenzitrat, ein Medikament, das die Eierstöcke stimuliert, und bis zu sechs Versuche künstlicher Befruchtung, bei denen das Sperma direkt in die Gebärmutter der Frau eingebracht wird, werden derzeit von NICE in Großbritannien empfohlen. Beide Optionen werden seit vielen Jahren angeboten, da Nichtstun laut den Wissenschaftlern von den Patienten nicht wirklich akzeptiert wird. Genaue Tests hinsichtlich der Effektivität dieser Maßnnahmen hat es bisher kaum gegeben.

Fünf Krankenhäuser nahmen an der Studie teil: Die Aberdeen Royal Infirmary, die Edinburgh Royal Infirmary, das Ninewells Hospital in Dundee, die Falkirk and District Royal Infirmary und die Glasgow Royal Infirmary. Das Team wurde zusätzlich noch von Wissenschaftlern der University of Oxford unterstützt. Alle Teilnehmer der auf sechs Monate anberaumten Studie litten seit mehr als zwei Jahren an nicht erklärbaren Fruchtbarkeitsproblemen. Insgesamt wurden 101 Frauen schließlich schwanger. Von jenen, die versuchten auf natürlichem Weg schwanger zu werden, waren 17 Prozent erfolgreich und brachten ein gesundes Kind auf die Welt. Bei Clomid lag die Geburtenrate bei 14 Prozent, bei der künstlichen Befruchtung bei 23 Prozent.

Die Frauen, die sich einer Behandlung unterzogen, fühlten sich allgemein sicherer. Zehn bis 20 Prozent der Frauen, die das Medikament einnahmen, litten unter Nebenwirkungen wie Schmerzen im Bauchbereich, Hitzewallungen, Übelkeit und Kopfschmerzen. Zusätzlich erhöht Clomid die Wahrscheinlichkeit einer Mehrfachschwangerschaft, die für Mutter und Kinder gefährlich sein kann.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.abdn.ac.uk
http://www.nice.org.uk
http://www.bmj.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu Bildungsangeboten für die Industrie 4.0 in Österreich
05.02.2018 | Fachhochschule St. Pölten

nachricht Schildkrötengehirne sind komplexer als gedacht
05.02.2018 | Eberhard Karls Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Im Focus: Developing reliable quantum computers

International research team makes important step on the path to solving certification problems

Quantum computers may one day solve algorithmic problems which even the biggest supercomputers today can’t manage. But how do you test a quantum computer to...

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Geheimtinte: Von antiken Rezepturen bis zu High-Tech-Varianten

22.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neuer Sensor zur Messung der Luftströmung in Kühllagern von Obst und Gemüse

22.02.2018 | Energie und Elektrotechnik

Neues Prinzip der Proteinbindung entdeckt

22.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics