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Freiberufliche Gründungen in Deutschland

02.03.2012
Freiberufliche Tätigkeiten gewinnen aufgrund der Tertiarisierung und der verstärkten Nachfrage nach wissensbasierten Dienstleistungen zunehmend an Bedeutung.

Das Gründungsgeschehen in Freien Berufen konnte jedoch bislang mangels geeigneter Daten nicht zuverlässig quantifiziert werden. Mit Unterstützung der Wirtschafts- und Finanzministerien des Bundes und der Bundesländer legt das IfM Bonn nun erstmals Zahlen zum Gründungsgeschehen in den Freien Berufen vor. Die Ergebnisse belegen, dass Gründungen in Freien Berufen ein sehr bedeutsamer Wirtschaftsfaktor sind.

Jede fünfte Gründung findet in Freien Berufen statt

Nach Berechnungen des IfM Bonn auf Basis von Daten der Finanzverwaltung aus 15 Bundesländern (aus Sachsen lagen keine Angaben vor) entfällt mehr als jede fünfte Gründung (einschließlich Nebenerwerb) auf Freie Berufe (2009: 21 %, 2008: 22 %). Unter Berücksichtigung eines Schätzwertes für Sachsen ergeben sich für Deutschland insgesamt jeweils rund 150.000 freiberufliche Gründungen in 2008 und 2009. Dies belegt die wirtschaftliche Bedeutung der Freien Berufe als Anbieter hochqualifizierter, kreativer und auf individuelle Kundenwünsche spezialisierter Dienstleistungen. Gemessen an der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter machten sich im Jahr 2009 rund 28 Freiberufler pro 10.000 erwerbsfähige Einwohner selbstständig (2008: 29).

Insgesamt erfolgten im Jahr 2009 in den 15 Bundesländern 659.000 Zugänge in die Selbstständigkeit. Davon entfielen 137.000 auf Freie Berufe, 13.000 auf Land- und Forstwirte sowie 509.000 auf gewerbliche Einzelunternehmer und Personengesellschafter (2008 betrugen die entsprechenden Werte: 642.000, 143.000, 15.000, 483.000). Von den freiberuflichen Gründungen sind jeweils näherungsweise 60 % den klassischen Freien Berufen (wie Ärzte, Rechtsanwälte, Wirtschaftsberater, Ingenieure, Architekten, Journalisten) und 40 % den neuen Freien Berufen (darunter z. B. Medien-, IuK- und Gesundheitsberufe) zuzuordnen.

Regionale Disparitäten: Stadtstaaten liegen vorn

Mit hohen absoluten Gründungszahlen für Freie Berufe ragen die Flächenländer Nordrhein-Westfalen und Bayern heraus, aber auch der Stadtstaat Berlin. In der relativen Betrachtung erreichen die Stadtstaaten Hamburg und Berlin mit rund 40 % die höchsten Anteilswerte freiberuflicher Gründungen an allen Zugängen, gefolgt von Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Bremen (rund 30 %). Die meisten übrigen Bundesländer verzeichnen Anteilswerte um die 20 %-Marke. Berlin und Hamburg führen auch gemessen an der Gründungsintensität mit 60 bis 70 freiberuflich Gründenden je 10.000 erwerbsfähige Einwohner das bundesweite Ranking an.

Ansprechpartner

Peter Kranzusch
Telefon: (0228) 72997-41
E-Mail: kranzusch@ifm-bonn.org
Zur Datenbasis
Im Rahmen der Erhebung wurden die Zugänge bei natürlichen Personen im Datenbestand des sog. Grundinformationsdienstes der Finanzverwaltungen ausgezählt. Erfasst werden dabei die steuerlichen Anmeldungen von Selbstständigen sowie (vorwiegend bei Nebentätigkeiten) Angaben aus Einkommensteuererklärungen. Tätigkeitsaufnahmen geschäftsführender Kapitalgesellschafter sind in den Angaben nicht berücksichtigt.

Zum IfM Bonn

Das IfM Bonn wurde im Jahr 1957 auf Initiative Ludwig Erhards vom Bund und vom Land Nordrhein-Westfalen gegründet mit der Maßgabe, die Lage, Entwicklung und Probleme des Mittelstands zu erforschen. Diese Aufgaben erfüllt das Institut in einer praxisorientierten Weise, indem es zum einen umfangreiches statistisches Datenmaterial zum Mittelstand auf Basis amtlicher, halbamtlicher sowie eigener Daten aufbereitet. Zum anderen werden wissenschaftliche Fragestellungen bearbeitet und Gutachten zu aktuellen wirtschaftspolitisch relevanten Fragestellungen auf Basis von Unternehmensbefragungen erstellt. Die Ergebnisse dieser Forschungsarbeiten stehen der interessierten Öffentlichkeit auf der Homepage des Instituts (www.ifm-bonn.org) zur Verfügung.

Dr. Nadine Schlömer-Laufen | idw
Weitere Informationen:
http://www.ifm-bonn.org
http://www.ifm-bonn.org/index.php?id=1032

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