Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Frauen reagieren stärker auf soziales Umfeld

06.11.2008
Weibliche Rolle als Ernährerin und Erzieherin schärfte Aufmerksamkeit

Ein Forscherteam des Laboratorio di Elettrofisiologia Cognitiva der Universität Milano-Bicocca und des Istituto di Bioimmagini e Fisiologia Molecolare hat nachgewiesen, dass sich Frauen wegen ihrer Erbanlagen bei sozial relevanten Vorgängen einfühlsamer verhalten als Männer. Frauen falle es leichter, anderen Personen ihre Emotionen mitzuteilen und die nicht-verbalen Gefühlsäußerungen anderer zu interpretieren.

Grundlage der Untersuchung waren die Reaktionen von jeweils zwölf Studenten und Studentinnen beim Vorführen von insgesamt 220 Farbbildern, auf denen Personen verschiedenen Alters und wechselnder Anzahl in gesellschaftsbezogenen Tätigkeiten wie Radfahren, Lesen, Spielen oder Einkaufen sowie unterschiedliche Landschaften, Gebäude oder Räume ohne Menschen abgebildet waren.

"Eine empathische Reaktion des vorderen Hirnlappens nach Ablauf von 210 Millisekunden auf personenbezogene Situationen hat sich nur bei Frauen eingestellt", bestätigen die Wissenschaftler Alberto Zani und Alice Mado Proverbio. "Nur bei den Männern hingegen wurde die bei der räumlichen Wahrnehmung der Landschaften und Gebäude vermutlich mitbeteiligte Archicortex aktiviert."

Bei einem Direktvergleich der beiden Geschlechter unter Verwendung der Low-Resolution-Magnetic-Tomography (swLORETA) zeigte sich ein signifikanter Unterschied bei der Stimulierung des rechten Superior Temporal Cortex (BA22) und des für die Bewertung von Sozialvorgängen wichtigen Cortex Cingularis Anterior. "Die empathische Präferenz der weiblichen Testpersonen auf biologisch relevante Ereignisse wie das Wahrnehmen eines Menschen war eindeutig", bestätigte Alice Mado Proverbio. "Wir schließen daraus, dass diese Art erhöhter Aufmerksamkeit auf die Rolle der Frau als Ernährerin und Erzieherin zurückzuführen ist, da diese beim Aufziehen von Kindern geschärft und optimiert wird."

Die gewonnenen Erkenntnisse decken sich mit Ergebnissen einer Untersuchung des Leibniz Institute for Neurobiology in Magdeburg, wonach Frauen wegen ihrer genetischen Veranlagung besser auf preverbale Kindeslaute und damit auch auf Stimulanzen sozialer Art eingestellt sind als beispielsweise auf Maschinen oder andere leblose Gegenstände. "Unsere Studie dient auch dem besseren Verständnis der je nach Geschlecht unterschiedlich ausgeprägten Erscheinungsbilder von Empathiemängeln wie autistischem oder asozialem Verhalten, die bei Männern häufiger vorkommen als bei Frauen", so die italienische Wissenschaftlerin abschließend. Einzelheiten der Untersuchung sind in der Fachzeitschrift "BMC Neuroscience" veröffentlicht.

Harald Jung | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.unimib.it
http://www.ibfm.cnr.it

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter
19.06.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften