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Frauen erkranken schneller an Aids

15.07.2009
Hormon verursacht stärkere Reaktion nach HIV-Infektion

Wissenschaftler des Massachusetts General Hospital gehen davon aus, dass Frauen von Natur aus das schwächere Geschlecht sind, wenn es um den Kampf gegen Aids geht.

HIV schreitet bei Frauen schneller voran als bei Männern, die ähnliche HIV-Werte im Blut haben. Jetzt wurde ein Rezeptor-Molekül identifiziert, das eine Rolle bei der ersten Erkennung von HIV spielt.

Diese verläuft bei Frauen anscheinend anders. Die in Nature Medicine veröffentlichten Forschungsergebnisse könnten neue Möglichkeiten zur Behandlung von HIV und zur Verlangsamung oder zum Stoppen des Krankheitsverlaufes von Aids beitragen.

Das Team um Marcus Altfeld untersuchte, ob bekannte Geschlechtsunterschiede im Immunsystem erklären können, warum HIV bei Frauen schneller fortschreitet. Die Wissenschaftler konzentrierten sich dabei auf die so genannten plasmazytoiden dendritischen Zellen (PCD), die zu den ersten Zellen gehören, die HIV erkennen und bekämpfen. Laborstudien zeigten, dass bei gesunden, nicht infizierten Frauen beim Kontakt mit HIV-1 ein höherer Prozentsatz dieser Zellen aktiviert wurde als bei gesunden Männern. In einem nächsten Schritt wurde untersucht, ob die Hormonwerte der Frauen eine Rolle spielten.

Es zeigte sich, dass die Zellen bei älteren Frauen, die die Wechseljahre bereits hinter sich hatten, eine ähnliche Aktivität aufwiesen wie jene der Männer. Frauen vor den Wechseljahren mit höheren Progesteron-Werten verfügten über eine erhöhte Aktivierung der plasmazytoiden dendritischen Zellen als Reaktion auf HIV-1. Danach wurde getestet, ob diese erhöhte Aktivierung ihrerseits zu einer Aktivierung der T-Zellen führte. Als das Blut von infizierten Frauen und Männern getestet wurde, wiesen die Frauen höhere Werte der aktivierten CD8-positiven T-Zellen auf als Männer mit identischen HIV-1-Werten im Blut.

Altfeld erläuterte, dass die stärkere Aktivierung des Immunsystems in den frühen Stadien der Infektion von Vorteil sein könne, da sie zu einer geringeren HIV-1-Replikation führte. Eine andauernde virale Replikation und stärkere chronische Immunaktivierung könne jedoch zu einem rascheren Fortschreiten von Aids führen. Genau dieser Mechanismus war bei den betroffenen Frauen zu beobachten. Medikamente, die diesen Signalweg modifizieren, könnten daher den Patienten in ihrem Kampf gegen die Krankheit helfen. Altfelds Team beginnt derzeit mit den Vorarbeiten zu den erforderlichen Laborstudien.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.massgeneral.org

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