Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Frankreich auf dem zukünftigen Geothermie-Weltmarkt

23.08.2013
Laut einer Studie der französischen Agentur für Umweltschutz und Energie (ADEME), die gemeinsam mit Unternehmern des geothermischen Sektors und der Firma Capgemini Consulting durchgeführt wurde, könnte sich der globale Markt für geothermischen Strom innerhalb von 10 Jahren mehr als verdoppeln.

Allerdings bergen Projekte für geothermische Stromerzeugung finanzielle sowie zeitliche Risiken, die ein spezielles technisches und geschäftspolitisches Know-how sowie geeignete Finanzierungsinstrumente erfordern.

Mit seinen Kompetenzen, die die gesamte Wertschöpfungskette der Stromgewinnung aus Erdwärme abdecken, verfügt Frankreich über Stärken, die es jetzt zu konsolidieren gilt, um ein wettbewerbsfähiges und exportfähiges Versorgungsangebot zu erarbeiten.

Alle Kontinente verfügen über nutzbare geothermische Ressourcen zur Stromerzeugung. Laut der ADEME-Studie lässt sich der globale Markt für Strom aus Erdwärme in 40 lokale Märkte aufteilen, die sich wiederum – im Hinblick auf deren tiefengeothermisches Potenzial, die rechtlichen Rahmenbedingungen, die Rolle auf internationaler Ebene und die Nutzungsmöglichkeiten: noch in den Anfängen, gekennzeichnet, ausgereift/bereit zur Nutzung, organisiert, bereits in der Nutzung bzw. exportbereit mit installierter Basis – in sechs Reifegrade aufgliedern lassen.

Durch sein umfassendes Know-how im Bereich der geothermischen Wärmeerzeugung, in dem es eine führende Stellung einnimmt, befindet sich Frankreich auf der vierten Stufe (organisiert: klar definierter Rechtsrahmen) für die Stromerzeugung.

Die Studie zeigt, dass die französischen Akteure, wenn sie sich zusammenschließen, in kurzer Zeit geothermisch erzeugten Strom exportieren könnten. Frankreich verfügt über ein umfassendes Know-how bei der gesamten Wertschöpfungskette, mit besonderen Stärken in den Bereichen Erschließung, Technologie, Ausrüstung, Betrieb und Instandhaltung von Energieanlagen.

Allerdings muss es sein Angebot noch um ein effektives Instrument für das gemeinsame Tragen der exploratorischen Risiken erweitern, um in den Regionen mit Potenzial (die noch nicht vollständig untersucht wurden, wie in Lateinamerika) präsent und aktiv zu sein. Französische Energieunternehmen bzw. Zulieferer sind bereits auf Großanlagen in Indonesien, Chile und Mexiko vertreten.

Das Beispiel der Karibik – ein Trumpf zur Einführung einer französischen Exportstrategie

Insulare Übersee-Departements und -Regionen verfügen möglicherweise aufgrund ihrer geologischen Struktur über nutzbare geothermische Ressourcen zur Stromerzeugung. Da die Geothermie wettbewerbsfähiger ist als klassische Lösungen zur Stromerzeugung, kann sie in vollem Umfang zur Umsetzung der Ziele für die Überseegebiete hinsichtlich der Entwicklung der erneuerbaren Energien beitragen: Abdeckung von 50% des Stromverbrauchs bis 2020 und eine vollständige Energieunabhängigkeit bis 2030.

Eine auf die französischen Antillen und die karibischen Inseln ausgerichtete Strategie, die sowohl öffentliche als auch private Akteure vereint, wurde bereits durch die Nutzung eines Standortes in Guadeloupe und ein Produktionsprojekt in Dominica gestartet. Die ersten Ergebnisse erweisen sich als positiv und ebnen den Weg für die verschiedenen Interessengruppen der Branche.

Quelle:

Artikel von enerzine – 19.07.2013 – http://www.enerzine.com/4/16053+lelectricite-geothermique-pourrait-plus-que-doubler-dici-a-10-ans+.html

Redakteurin: Hélène Benveniste, helene.benveniste@diplomatie.gouv.fr

Hélène Benveniste | Wissenschaft-Frankreich
Weitere Informationen:
http://www.wissenschaft-frankreich.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter
19.06.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EUROSTARS-Projekt gestartet - mHealth-Lösung: time4you Forschungs- und Entwicklungspartner bei IMPACHS

28.06.2017 | Unternehmensmeldung

Proteine entdecken, zählen, katalogisieren

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Scheinwerfer-Dimension: Volladaptive Lichtverteilung in Echtzeit

28.06.2017 | Automotive