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Frankreich: Soziale Ungleichheit der Sterblichkeit bei Krebs nimmt zu

10.09.2008
Ein Beitrag in der Ausgabe vom 2.9.2008 des "Bulletin épidémiologique hebdomadaire" (BEH), das vom "Institut de veille sanitaire" (InVS) herausgegeben wird, stellt auf der Grundlage statistischer Daten von INSEE, starke Unterschiede zwischen Personengruppen mit geringeren und höheren berufsqualifizierenden Abschlüssen fest.

Danach sind Arbeiter zwischen 30 und weniger als 65 Jahren einem sehr viel stärkeren Risiko ausgesetzt, infolge Krebs der Mundhöhle, des Rachens und der Speiseröhre zu sterben als Führungskräfte und Angehörige freier Berufe.

Bei Frauen sind die sozialen Unterschiede weniger ausgeprägt als bei Männern, aber auch bei ihnen ist eine steigende Tendenz festzustellen.

Das ist das Ergebnis der bisher größten Studie zu diesen Fragen, die durch das "Institut national de santé et de recherche médicale" (INSERM) in Frankreich durchgeführt wurde. Schon frühere Zahlen, die sich auf den Zeitraum 1982 - 1996 bezogen, hatten in dieser Richtung liegende Erkenntnisse erbracht.

Der jetzt veröffentlichten Studie (Kurzbezeichnung: Edisc) liegt eine Untersuchung zugrunde, die sich fast auf 30 Jahre erstreckt und einen repräsentativen Querschnitt von 1 % der französischen Bevölkerung erfasst. Sie führt den Nachweis, dass die Ungleichheit zwischen den untersuchten Bevölkerungsgruppen im Verlaufe des Untersuchungszeitraumes stark zugenommen hat. So war im Zeitraum 1968 - 1974 ein Krebsrisiko für Männer, die kein Diplom hatten 1,55 mal höher als für solche, die ein Abitur oder einen Hochschulabschluss hatten. Zwischen 1990 und 1996 war das Risiko, an Krebs zu erkranken für Männer, die kein Diplom besaßen, 2,29 mal größer als für Besitzer eines Abiturs oder eines Diploms.

Während Krebserkrankungen des Dickdarms, der Bauchspeicheldrüsen, der Blase, der Nieren, der Lymphknoten und des Knochenmarks - so die Studie - ziemlich gleichmäßig alle Bevölkerungsgruppen betrafen, sind bei Männern der besagten Altersgruppe Krebserkrankungen der Mundhöhle, des Rachens, der Speiseröhre und der Lunge besonders ausgeprägt; die Studie führt dies teilweise auf verschiedene Konsumgewohnheiten bei Tabak und / oder Alkohol zurück.

Nach einem Artikel in Le Figaro vom 2.9.2008 wurden bei der INSERM-Studie zum ersten Mal Daten aus laufenden demographischen Erhebungen (Volkszählungen der Jahre 1968, 1975, 1982 und 1990) über einen längeren Zeitraum mit medizinisch festgestellten Todesursachen zueinander in Beziehung gesetzt.

| INVS / Le Figaro
Weitere Informationen:
http://www.kooperation-international.de
http://www.invs.sante.fr/beh/2008/33/index.htm

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