Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forscher-Team enthüllt Molekularstrukturen als Schlüssel zur Blutgerinnung

02.05.2014

Strukturen des menschlichen P2Y(12)-Rezeptors als Schlüssel für die nächste Generation der Thrombosemedikamente

Internationales Forscher-Team, bestehend aus Wissenschaftlern des Shanghai Institute of Materia Medica/Chinese Academy of Sciences(SIMM), hat die genaue Struktur eines Rezeptors gefunden, der eine Schlüsselrolle in der Plättchenaktivierung und Blutgerinnung spielt. Das Ergebnis dieser Forschung verändert die Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und weiteren Erkrankungen bedeutend.

Mit einer Ausgabe des Nature-Journals wird der P2Y(12)R-Rezeptor, ein menschlicher G(i)-Protein-gekoppelter Rezeptor, am 01. Mai durch die Wissenschaftler detailliert dargestellt. Mehrere Milliarden US-Dollar werden mit Präparaten zur Behandlung von Thrombose umgesetzt.

"Diese neue Erkenntnis wird nicht nur das Verständnis um die Aktivierung dieser Rezeptor-Super-Familie verbessern, sondern darüber hinaus die Optimierung und Entwicklung von P2Y(12)-Medikamenten erheblich vorantreiben - Medikamente, die gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und andere Erkrankungen eingesetzt werden können", so Qiang Zhao, Forschungsleiter und SIMM-Professor.

"Besonders stolz war ich auf die erstklassige internationale Zusammenarbeit zwischen China, den USA und Deutschland, die für die Durchführung der Untersuchungen erforderlich war."

Aufgedeckt wurden die Strukturen wurden von der SIMM in Zusammenarbeit mit Forschungsgruppen der National Institutes of Health (NIH; Vereinigte Staaten), des The Scripps Research Institute GPCR Network (Vereinigte Staaten), des iHuman Institute der ShanghaiTech University (China) sowie der Universität Bonn (Deutschland).

"Das, was wir im Rahmen dieser Forschung herausgefunden haben, könnte für die Entwicklung von Medikamenten mit geringeren Beschränkungen und Gesundheitsrisiken wegbereitend sein", so Dr. Kenneth A. Jacobson. "Mit unseren Entdeckungen kann sich das Leben der Patienten bedeutend verändern."

Durch eine unangebrachte Aktivierung von Blutplättchen kann ein lebensbedrohlicher Zustand wie eine instabile Angina, ein Herzinfarkt und ein Schlaganfall hervorgerufen werden. Sämtliche aktuell erhältliche P2Y(12)-Präparate unterliegen bestimmten Beschränkungen und die Bemühungen bessere Medikamente zu entwickeln scheiterten am unzureichenden Verständnis der Interaktion zwischen Rezeptor und Ligand.

Diese neuen Studien beschreiben zum ersten Mal die Struktur des P2Y(12)R-Rezeptors und zwar umfassend, mit einem vollständigen Agonisten und einem nicht-nukleotiden reversiblen P2Y(12)R-Rezeptor-Antagonisten von AstraZeneca. Durch die Kombination der umfassenden aus den drei Strukturen gewonnenen Erkenntnisse ist es den Forschern gelungen, die Erkennung unterschiedlicher Präparatstypen durch den Rezeptor zu begreifen.

"Die P2Y(12)-Rezeptor-Studie ist im Hinblick auf weitere Anwendungen enorm viel versprechend," sagt Dr. Christa E. Müller von der Universität Bonn. "So konnte der P2Y(12)-Rezeptor zum Beispiel im Rahmen der Tumorzellen-Metastase berücksichtigt werden. Daraus könnten sich also zudem neue Möglichkeiten für die Krebsforschung ergeben."

KONTAKT:

Professor Qiang Zhao, +86-21-2023-9065,

+86-136-8169-8483, zhaoq@simm.ac.cn

Professor Qiang Zhao | presseportal

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Europaweite Studie zu „Smart Engineering“
30.03.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie