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Forscher finden das Locken-Gen

09.11.2009
Starke Lockenbildung der Haare ist erblich bedingt

Ob das Haar eines Menschen von Natur aus stark lockig ist oder nicht, wird durch ein bestimmtes Gen geregelt. Das berichten australische Forscher vom Queensland Institute of Medical Research in der Zeitschrift American Journal of Homan Genetics. Sie konnten zeigen, dass ein Gen, das schon seit langem als wichtiger Faktor bei der Haarfollikel-Bildung bekannt ist, auch die Lockungsstärke des Haares bestimmt. Nutzen kann dieses Wissen vor allem der Kosmetikindustrie und der Gerichtsmedizin.

Die Forscher um Studienautor Nick Martin analysierten per DNA-Analyse die Daten von 5.000 australischen Zwillingen im Zeitraum von drei Jahrzehnten und verglichen sie mit deren eigenen Angaben zum Haartyp. Dabei stach unter den gelockten Zwillingspaaren eine große Übereinstimmung auf dem ersten Chromosom hervor, und zwar auf dem Gen Trichohyalin. Schon vorher konnten die Forscher zeigen, dass Locken mit über 90-prozentiger Sicherheit vererbt sind.

Haarwurzel ist der Schlüssel

Biologisch betrachtet, entsteht Lockung vor allem durch geänderte Verteilung von Hornsubstanzen innerhalb der Haarfaser. Dieser Unterschied komme laut den Forschern durch eine noch nicht identifizierte Variation des gefundenen Gens zustande, die Änderungen in der Aminosäuren der Haarzellen bewirkt. Wie dieser Prozess vor sich gehe, sei sehr schwer zu unterscheiden. "Sicher ist, dass der Unterschied zum glatten Haar durch eine biochemische Eigenschaft der Umhüllung der Haarwurzel zustandekommt", so Martin.

Menschen mit europäischer Abstammung haben zu 45 Prozent glattes Haar, zu 40 Prozent gewelltes und zu 15 Prozent lockiges. Woher hingegen das glatte Haar kommt, haben japanische Forscher schon im Vorjahr gezeigt. Die dafür nötige Ausprägung des Gens FGFR2 entstand, als sich die Evolution der asiatischen Bevölkerung von jener Europas wegbewegte. Nicht umsonst herrscht in Asien dickes, glattes Haar vor, während Locken eine große Ausnahme bilden.

Johannes Pernsteiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.qimr.edu.au

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