Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fötale Stammzellen gegen Schlaganfall

19.01.2009
Regeneration geschädigter Hirnbereiche als Ziel

Wissenschaftler des Southern General Hospital starten laut BBC einen groß angelegen Test, um herauszufinden, ob Stammzellen für die Behandlung von Schlaganfall-Patienten eingesetzt werden können.

Das Team um Keith Muir hofft, dass damit Großbritannien eine Vorreiterrolle in der Behandlung dieser bisher nicht heilbaren Krankheit einnehmen kann. Zellen eines menschlichen Fötus werden dafür in die Gehirne der Patienten injiziert. Diese Zellen sollen jene Bereiche regenerieren, die durch den Schlaganfall geschädigt wurden und die Beweglichkeit und die mentalen Fähigkeiten der Patienten verbessern. Abtreibungsgegner haben diesen Behandlungsansatz bereits in der Vergangenheit scharf kritisiert.

Der Test soll Mitte nächsten Jahres stattfinden und für die Dauer von zwei Jahren vier Gruppen mit je drei Patienten beinhalten. Die Ärzte wollen vor allem die Sicherheit dieses Behandlungsansatzes überprüfen. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass einige der Patienten auch davon profitieren. Die erste Gruppe wird eine geringe Dosis mit zwei Millionen fötalen Stammzellen erhalten. Diese Dosis wird im Verlauf der Studie kontinuierlich erhöht. Die letzte Gruppe schließlich soll 20 Millionen Zellen injiziert bekommen. Diese Dosis sollte laut den Medizinern ausreichen um einen Regenerationsprozess in Gang zu setzen.

Muir findet die Aussicht weltweit der erste Wissenschaftler zu sein, der einen derartigen Test durchführt, äußerst aufregend. "Wenn dieser Behandlungsansatz beim Menschen so funktioniert wie bei Tieren, dann könnten neue Nervenzellen wachsen oder geschädigte wiederhergestellt werden." Derzeit wird ein Drittel der Schlaganfall-Patienten wieder ganz gesund. Alle anderen sterben entweder oder leiden lebenslang unter der Schädigung ihres Gehirns. Physiotherapie ist derzeit die einzige Möglichkeit zur Verbesserung der Beweglichkeit und der Gehirnfunktion.

Das Pharmaunternehmen Reneuron, das die Zellen entwickelte, suchte zuerst vor zwei Jahren in Amerika um die Genehmigung der Tests an. Die US Food and Drug Administration lehnte dieses Ansuchten jedoch ab. Jetzt gelang des dem Unternehmen die britische Kontrollbehörde Medicines and Healthcare Products Regulatory Agency von der Sicherheit der Tests zu überzeugen.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.nhsggc.org.uk
http://www.reneuron.com
http://www.mhra.gov.uk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise