Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Förderung des Ökolandbaus: vTI gibt aktuellen Überblick

17.08.2011
Thünen-Institut veröffentlicht umfassende Studie über die staatliche Förderung des ökologischen Landbaus in Deutschland

Der ökologische Landbau wird in Deutschland seit 1989 bundesweit mit öffentlichen Mitteln gefördert. In den letzten 20 Jahren wurde die Palette an Fördermaßnahmen zunehmend verbreitert und erstreckt sich mittlerweile auf die gesamte Wertschöpfungskette. Dabei hat sich die Förderung im Laufe der Zeit sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene deutlich verändert. Mit der jetzt veröffentlichten Studie „Förderung des ökologischen Landbaus in Deutschland: Stand, Entwicklung und internationale Perspektive“ gibt das Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI) in Braunschweig einen fundierten Überblick.

In der Studie werden die Maßnahmen von Bund und Ländern zur Ausweitung des ökologischen Landbaus ausführlich dargestellt und in eine internationale Perspektive eingeordnet. Bei den untersuchten Förderinstrumenten wird zwischen Fördermaßnahmen im Bereich der Urproduktion, der Verarbeitung und Vermarktung, der Außer-Haus-Verpflegung, der Verbraucherkommunikation und bereichsübergreifenden Maßnahmen wie Forschung und Entwicklung unterschieden. Es zeigt sich, dass zwischen den einzelnen Bundesländern beträchtliche Unterschiede in der Maßnahmenvielfalt und im Maßnahmendesign bestehen. Wenig verwunderlich, denn weite Teile der Agrarstruktur- und Agrarumweltpolitik fallen in den Kompetenzbereich der Länder.

Die flächenbezogene Förderung der ökologischen Wirtschaftsweise nimmt nach wie vor eine dominierende Stellung bei der staatlichen Unterstützung des Ökolandbaus ein. In Deutschland wurden in den Jahren 2005 bis 2009 jährlich zwischen 121 und 137 Mio. Euro aus öffentlichen Mitteln (EU, Bund und Länder) für die flächenbezogene Förderung des Ökolandbaus aufgewendet. Dies entspricht einer durchschnittlichen Zahlung von rund 145 Euro je ha und Jahr. Gemessen am Umfang der eingesetzten Finanzmittel stellt die Flächenförderung auch bei meisten anderen EU-Ländern das wichtigste staatliche Förderinstrument dar. Die Höhe der Umstellungs- und Beibehaltungsförderung variiert zwischen den einzelnen EU-Ländern zum Teil beträchtlich. Deutschland liegt im Hinblick auf die Prämienhöhen für Dauerkulturen und für Grünland im oberen Drittel der EU-Länder. Die in Deutschland gewährten Prämienhöhen für Ackerland und für Gemüse sind dagegen europaweit betrachtet eher durchschnittlich.

Durch die Analysen zum Stellenwert der Förderung in Deutschland wird zweierlei deutlich: Aus der Sicht der meisten Ökolandwirte hat die Förderung des ökologischen Landbaus – speziell die flächenbezogene Ökoprämie – einen hohen Stellenwert. Betrachtet im Verhältnis zu anderen Förderbudgets im Agrarbereich ragt die spezifische Förderung des Ökolandbaus nicht besonders aus dem Umfeld vergleichbarer Ausgaben im In- und Ausland heraus.

Das der Studie zugrundeliegende Projekt wurde in Kooperation mit „Land und Markt“ durchgeführt. Die Finanzierung erfolgte über das Bundesprogramm Ökologischer Landbau (Projektnummer 07OE009). Der Abschlussbericht „Förderung des ökologischen Landbaus in Deutschland: Stand, Entwicklung und internationale Perspektive“ (265 Seiten + Anhang) ist als Sonderheft Nr. 347 der Schriftenreihe Landbauforschung veröffentlicht und kann für 12 Euro beim vTI bezogen werden. Die online-Version des Heftes findet sich unter http://www.vti.bund.de/de/startseite/vti-publikationen/landbauforschung-sonderhefte/sonderhefte-2011.html.

Dr. Michael Welling | vTI
Weitere Informationen:
http://www.vit.bund.de
http://www.vti.bund.de/de/startseite/vti-publikationen/landbauforschung-sonderhefte/sonderhefte-2011.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wiederverwendung von IT- und Kommunikationsgeräten schont Klima und Ressourcen
23.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Klimawandel verstärkt Selenmangel
21.02.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie