Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

FluPhone-App spürt Infektionskrankheiten auf

05.05.2011
Informationen über soziale Kontakte werden gesammelt und ausgewertet

Eine Handy-Applikation könnte helfen zu beobachten, wie sich Infektionskrankheiten, zum Beispiel eine Grippe, ausbreiten. Das FluPhone haben Wissenschafter des University of Cambridge Computer Laboratory entwickelt.

Handys von Freiwilligen, die über die App verfügen, kommunizieren miteinander und zeichnen auf, wie viele jeder "Infizierte" während einer imaginären Epidemie trifft. Insgesamt arbeiten sieben Institutionen an der Studie zur Verringerung der Auswirkungen von Epidemien.

Infos über Netzwerke wichtig

Die FluPhone-App nutzt Bluetooth, um anonym die Interaktionen der Teilnehmer aufzuzeichnen. Nähern sich Handys einander, wird dies aufgezeichnet und die Daten automatisch an das Forscherteam geschickt. Jon Crowcroft und Eiko Yoneki, leitende Wissenschaftler der Studie, gehen davon aus, dass die gesammelten Daten genutzt werden könnten, um soziale Interaktionen während einer Epidemie oder Pandemie zu simulieren.

Eine dreimonatige Pilotstudie mit einer Basisversion der App wurde bereits 2010 in Cambridge durchgeführt. Yoneki erklärt, dass die Daten wertvolle Einblicke ermöglichen, wie menschliche Gemeinschaften aufgebaut sind, wie viel Zeit Menschen miteinander verbringen und wie oft sie sich treffen, heißt es in einem BBC-Bericht. "Derartige Daten zeigen komplexe netzwerkähnliche Strukturen, die sehr hilfreich für das Verstehen der Ausbreitung von Krankheiten sind."

Epidemiologen beobachten normalerweise die Ausbreitung von Krankheiten über die Patienten. Sie werden gebeten, Aufzeichnungen über ihre Aktivitäten und sozialen Kontakte zu machen. "Das ist sehr schwerfällig und die Menschen vergessen oft diese Aufzeichnungen zu machen oder wen sie getroffen haben." Die App ist laut Crowcroft eine viel zuverlässigere Möglichkeit zur Sammlung dieser Daten.

Verlangsamte Ausbreitung als Ziel

"Die Zustimmung der Personen vorausgesetzt, können wir die Daten laden und sehen, welche der Freiwilligen sich getroffen haben. Keine der Begegnungen geht mehr verloren." Das sei sehr wichtig, da das Treffen vieler Menschen grundlegend für die Ausbreitung von Krankheiten sein dürfte. Mit dieser Art von Informationen könnten Mediziner die Menschen direkt erreichen und so vielleicht die Ausbreitung einer Epidemie verlangsamen. Voraussetzung dafür ist, dass ausreichend Menschen an der Studie teilnehmen, die andere Teilnehmer treffen.

Ein verbesserte Version der App wurde jetzt freigegeben und kann falsche Pathogene an die teilnehmenden Handys senden. Crowcroft erklärte, dass damit jetzt Experimente simuliert werden können. Mithilfe des Zufallsprinzips wählt das Team jene Handys aus, die "infiziert" werden. "Die gesammelten Daten könnten die Art und Weise beeinflussen, wie eine Regierung medizinische Informationen während einer wirklichen Epidemie weitergibt. Wir können eine Epidemie wahrscheinlich nicht nur durch Informationen und Ratschläge stoppen. Wenn wir sie aber verlangsamen können, könnten medizinische Interventionen gezielter durchgeführt werden, sei es durch die Behandlung schwerer Fälle oder durch die Entwicklung von Impfstoffen."

Michaela Monschein | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.cl.cam.ac.uk

Weitere Berichte zu: APP Crowcroft Epidemie FluPhone-App Handy Infektionskrankheit Interaktion

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Massenverlust des Antarktischen Eisschilds hat sich beschleunigt
14.06.2018 | Technische Universität Dresden

nachricht Teure Flops: Nur 5% der Innovationsideen werden erfolgreich
12.06.2018 | Institut für angewandte Innovationsforschung e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Im Focus: Revolution der Rohre

Forscher*innen des Instituts für Sensor- und Aktortechnik (ISAT) der Hochschule Coburg lassen Rohrleitungen, Schläuchen oder Behältern in Zukunft regelrecht Ohren wachsen. Sie entwickelten ein innovatives akustisches Messverfahren, um Ablagerungen in Rohren frühzeitig zu erkennen.

Rückstände in Abflussleitungen führen meist zu unerfreulichen Folgen. Ein besonderes Gefährdungspotential birgt der Biofilm – eine Schleimschicht, in der...

Im Focus: Überdosis Calcium

Nanokristalle beeinflussen die Differenzierung von Stammzellen während der Knochenbildung

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Freiburg und Basel haben einen Hauptschalter für die Regeneration von Knochengewebe identifiziert....

Im Focus: Overdosing on Calcium

Nano crystals impact stem cell fate during bone formation

Scientists from the University of Freiburg and the University of Basel identified a master regulator for bone regeneration. Prasad Shastri, Professor of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

Hengstberger-Symposium zur Sternentstehung

19.06.2018 | Veranstaltungen

LymphomKompetenz KOMPAKT: Neues vom EHA2018

19.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Breitbandservices von DNS:NET erweitert

20.06.2018 | Unternehmensmeldung

Mit Parasiten infizierte Stichlinge beeinflussen Verhalten gesunder Artgenossen

20.06.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics