Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Flexible Arbeitszeiten begünstigen Wirtschaftswachstum

20.01.2011
Flexible Arbeitszeiten haben im Jahr 2010 in erheblichem Maße dazu beigetragen, dass die deutsche Wirtschaft nach der Krise so schnell wieder hohe Wachstumsraten erreichen konnte. Das berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Die durchschnittliche Jahresarbeitszeit der Arbeitnehmer nahm um 2,3 Prozent zu, etwa durch die Beendigung von Kurzarbeit, die Rückkehr zu betriebsüblichen Arbeitszeiten sowie den Aufbau von Guthaben auf Arbeitszeitkonten und mehr Überstunden.

Die Zahl der Kurzarbeiter nahm kräftig ab und lag im Jahresdurchschnitt 2010 bei einer halben Million. Je Kurzarbeiter fiel knapp 40 Prozent der normalen Arbeitszeit aus. Auf alle Arbeitnehmer umgerechnet waren es jährlich 7,4 Arbeitsstunden, nach 15,2 Stunden im Jahr 2009. Der Stand auf den Arbeitszeitkonten ist im Jahresverlauf 2010 um 3,7 Stunden je Arbeitnehmer angestiegen. Zugenommen hat auch die bezahlte Mehrarbeit. Je Arbeitnehmer wurden fünf bezahlte Überstunden mehr geleistet als im Jahr 2009. Die Rückgänge bei den Überstunden und den Guthaben auf den Arbeitszeitkonten im Krisenjahr 2009 wurden damit aber erst zu einem Drittel aufgeholt.

Die normale Wochenarbeitszeit der Vollzeitbeschäftigten nahm wieder zu, weil temporäre Verkürzungen im Rahmen von vereinbarten Arbeitszeitkorridoren mit der wirtschaftlichen Erholung teils rückgängig gemacht wurden. Mit durchschnittlich 38,24 Stunden war die Wochenarbeitszeit um 0,17 Stunden länger als im Jahr 2009. Dagegen sind im Jahr 2010 wieder mehr Arbeitsstunden wegen Krankheit ausgefallen. Die Krankenstandsquote war mit 3,6 Prozent etwas höher als im Jahr 2009 (3,4 Prozent).

Die Zahl der Teilzeitbeschäftigten ist im Jahr 2010 um rund 140.000 (+1,1 Prozent) gestiegen. Auch die Zahl der Vollzeitbeschäftigten hat nach den hohen Verlusten im Vorjahr wieder um 70.000 (+0,3 Prozent) zugenommen. „Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten hängt stärker von der Konjunktur ab als die der Teilzeitbeschäftigten“, erklären die Arbeitsmarktforscher des IAB. In den von Konjunkturschwankungen stark betroffenen Branchen der Industrie sei Teilzeit vergleichsweise selten, in den weniger betroffenen Bereichen privater, sozialer und öffentlicher Dienstleistungen liege der Teilzeitanteil dagegen deutlich höher. Im gesamtwirtschaftlichen Mittel beträgt die Quote der Teilzeitbeschäftigten inzwischen 34,8 Prozent. Sie ist im Jahr 2010 schwächer gestiegen als im langfristigen Durchschnitt.

Im Ganzen wurden im Jahr 2010 je Arbeitnehmer durchschnittlich 1.340 Arbeitsstunden geleistet, 30,6 Stunden oder 2,3 Prozent mehr als im Jahr 2009. Die Arbeitszeiten waren in allen vier Quartalen länger als im Vorjahr. „Die Möglichkeiten der Betriebe, über flexible Arbeitszeiten zum Wachstum der Wirtschaft beizusteuern, sind noch nicht ausgeschöpft. Die Arbeitszeitverkürzungen in der Krise sind noch nicht wettgemacht“, betonen die IAB-Forscher.

Eine Tabelle zur Entwicklung der Arbeitszeit steht im Internet unter http://doku.iab.de/grauepap/2011/tab-az10.pdf.

Wolfgang Braun | idw
Weitere Informationen:
http://doku.iab.de/grauepap/2011/tab-az10.pdf
http://www.iab.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten