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Fisch und Sonne helfen gegen Vergesslichkeit

27.05.2009
Alte Männer mit hohem Vitamin D haben besseres Gedächtnis

Das Gehirn alter Menschen profitiert davon, wenn es viel Vitamin D aufnimmt. Zu diesem Schluss kommen Forscher der Universität Manchester in der Fachzeitschrift Journal of Neurology, Neurosurgery and Psychiatry. In einer europaweiten Studie wurden 3.000 Männer zwischen 40 und 79 Jahren untersucht.

Versuchsteilnehmer mit mehr Vitamin D im Blut schnitten in einer Reihe kognitiver Tests, bei denen es um Aufmerksamkeit, Merkfähigkeit und Verarbeitungsgeschwindigkeit ging, durchwegs besser ab als ihre vitaminarmen Alterskollegen. Je älter die Männer waren, desto deutlicher trat dieser Effekt ein. Störungsfaktoren wie Depressionen, Jahreszeiten und das Ausmaß körperlicher Bewegung waren bereits berücksichtigt.

"Was wir beweisen konnten, ist der deutliche und verlässliche Zusammenhang zwischen langsamer Informationsverarbeitung und geringem Vitamin D", so Studienleiter David Lee im pressetext-Interview. Die Studie beschränkte sich auf die Feststellung dieses Zusammenhangs, während man noch nichts über die genauen biologischen Hintergründe weiß. "Denkbar ist sowohl, dass das Vitamin D die Nerven schützt, als auch dass es die Erzeugung von Neurotransmitter reguliert", vermutet Lee.

Der größte Anteil des körpereigenen Vitamin D wird von der Haut durch Sonneneinstrahlung aufgebaut. "Angesichts des erhöhten Hautkrebs-Risikos in der Sonne ist das keine automatische Empfehlung zum Sonnenbaden. Bei der Frühlings- und Herbstsonne sowie bei maximal 15 Minuten im Sommer ist eine direkte Einstrahlung jedoch unbedenklich", so der britische Neurologe. Andere Vitamin D-Lieferanten sind ölige Fische wie Lachs und Sardine sowie in geringeren Mengen Eier und Milchprodukte.

Ob eines Tages Vitamin-D-Verabreichungen bisherige Medikamente gegen die Altersdemenz ersetzen können, will Lee zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht abschätzen. "Vitamin D ist allerdings sehr billig und kann sehr unkompliziert eingenommen werden", so der britische Neurologe gegenüber pressetext.

Johannes Pernsteiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.manchester.ac.uk

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