Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fiji: Aquakultur-Fische bedrohen lokale Arten

14.01.2010
Tilapia als invasiver Eindringling

Das Vorzeigetier in Sachen Aquakulturen - der Tilapia - hat sich auf den Fiji-Inseln als invasiver Eindringling entpuppt, der dort heimische Süßwasserfische verdrängt. Einer aktuellen Untersuchung der Wildlife Conservation Society zufolge, sind sehr seltene endemische Fische davon betroffen. Die Studie erschien im Fachmagazin "Aquatic Conservation: Marine and Freshwater Ecosystms".

Die Forscher fürchten, dass der in den Flüssen und Bächen vorkommende Tilapia Larven und Jungfische von Grundeln, die sowohl im Meer- als auch im Süßwasser leben, stark dezimiert. Tilapias, die zu den Buntbarschen gehören, gelten als besonders geeignet für alle Regionen, in denen es an eiweißreicher Ernährung mangelt. Für die Zucht ist eine hohe Wassertemperatur die einzige Voraussetzung.

Elf lokale Fischarten in Bedrängnis

Das Forscherteam um Stacy Jupiter und Ingrid Quaqau von der Wildlife Conservation Society und Aaron Jenkins von Wetlands International hat die Effekte von menschlichen Aktivitäten auf die Fauna untersucht. "Das Überraschendste an der Studie war, dass der inzwischen so weit verbreitete Fisch in tropischen Regionen heimische Arten stark zurückdrängt", schreiben die Forscher.

Fischzählungen in Bächen und Flüssen auf den großen Inseln Viti Levu, Vanua Levu und Taveuni haben deutlich gezeigt, dass dort wo Talapias vorhanden waren, elf heimische Arten entweder fehlten oder in viel geringerer Zahl vorkamen. Wo die Barsche überhaupt nicht vorhanden waren, konnten die Forscher generell mehrere Fische zählen.

Wälder wichtig für Fische

Das Wissenschaftsteam hat allerdings neben den Auswirkungen von Aquakulturen auch noch andere Umweltfaktoren für die Süßwasserfische in Bächen und Flüssen untersucht. Dabei konnten sie feststellen, dass jene Wasserläufe, die in Wäldern lagen, generell mehr Fischarten aufwiesen, als solche, wo die Wälder zuvor gerodet wurden.

Die größte Artenvielfalt gab es in Flüssen und Bächen in entlegenen und nicht entwickelten Gebieten. Die Ergebnisse machen deutlich, dass der Schutz von Wäldern für die Biodiversität der Flüsse ebenso wichtig ist wie die Tatsache, die Invasoren von den Gewässern fernzuhalten, schreiben die Forscher.

"Der Schutz der marinen und aquatischen Artenvielfalt erfordert mehr als bloß isolierte Flüsse oder Korallenriffe zu managen", meint Caleb McClennen, Direktor des Marinen Schutzprogramms der Wildlife Conservation Society. "Ein ganzheitlich ausgerichteter Ansatz ist notwendig." Dieser müsse Süßwassersysteme, umgebende Wälder, Küstenzonen und Riffe umfassen. "Da Aquakulturen in Zukunft eine größere Rolle spielen, müssen Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden, damit die dort gezüchteten Tiere nicht in die Wildnis gelangen."

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.wcs.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Verstädterung wird 300.000 km2 fruchtbarsten Ackerlands verschlingen
27.12.2016 | Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Intelligente Haustechnik hört auf „LISTEN“

17.01.2017 | Architektur Bauwesen

Satellitengestützte Lasermesstechnik gegen den Klimawandel

17.01.2017 | Maschinenbau