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Fettsuchtgen löst ungesundes Essverhalten aus

11.12.2008
Betroffene greifen instinktiv nach mehr Kalorien

Menschen, die eine Genvariante in sich tragen, die mit Fettsucht in Zusammenhang steht, nehmen pro Mahlzeit durchschnittlich 100 Kalorien mehr zu sich. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der University of Dundee gekommen. Es wird angenommen, dass rund 63 Prozent der Menschen über diese Variante des Gens FTO verfügen. Das Team um Colin Palmer untersuchte das Essverhalten bei 100 Kindern im Alter von vier bis zehn Jahren. Details der Studie wurden im New England Journal of Medicine veröffentlicht.

Jene Kinder, die über die Genvariante verfügten, wählten Nahrungsmittel mit mehr Zucker und Fett aus. Daraus wurde geschlossen, dass sie instinktiv von diesen Angeboten mehr angezogen wurden als von den gesünderen. Die Kinder nahmen an drei Esstests teil, bei denen eine ganze Reihe von Möglichkeiten angeboten wurde. Die Genvariante hatte keinen Einfluss darauf, in welcher Geschwindigkeit der Körper die Nahrung abbaute oder wie aktiv die Menschen waren. Es gab auch keine Hinweise darauf, dass es mit der Genvariante Schwierigkeiten gab zu wissen, wann man satt ist und aufhören sollte zu essen. Was blieb war, dass diese Kinder instinktiv zu den kalorienreicheren Angeboten griffen.

Die Studie zeige, betonte Palmer, dass dieses Gen nicht ohne zuviel Essen zu Fettsucht führe. Sie sollte daher durch eine sehr sorgfältige Diät in den Griff zu bekommen sein. Die Ergebnisse bestätigten auch die Annahme, dass das starke Ansteigen der Fettsucht eng mit der steigenden Verfügbarkeit von billigem, kalorienreichem Essen in Zusammenhang steht.

Für Menschen mit dieser Genvariante könnte dieses Überangebot einfach zu verlockend sein. Frühere Studien haben laut BBC ergeben, dass Menschen, die eine Kopie der entscheidenden FTO-Genvariante in sich tragen, also rund 49 Prozent der Menschen, über ein um 30 Prozent erhöhtes Fettsucht-Risiko verfügen. Bei zwei Kopien steigt das Risiko auf fast 70 Prozent an. Palmer hält es für wahrscheinlich, dass viele verschiedene Gene bei der Fettsucht eine Rolle spielen.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.dundee.ac.uk

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