Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fettsucht: Viren spielen entscheidende Rolle

20.09.2010
Kinder mit Antikörpern gegen AD36 wiegen deutlich mehr

Das Adenovirus AD36, das zu Infektionen der Atemwege führt, spielt laut Wissenschaftlern der University of California eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Fettsucht. Das Team um Jeffrey Schwimmer hat herausgefunden, dass fettsüchtige Kinder mit Antikörpern gegen AD36 rund 15,8 Kilo mehr wiegen. Frühere Studien mit Tieren haben darauf hingewiesen, dass verbreitete Viren eine Rolle bei der Gewichtszunahme spielen könnten. Die dafür vorgelegten Beweise wurden aber immer wieder in Frage gestellt.

Die aktuellen Studienergebnisse werden zur einem erneuten Aufflammen dieser kontroversen Debatte führen. Experten wie Julian Hamilton-Shield von der University of Bristol argumentierten laut BBC, dass auch für die neue Theorie keine eindeutigen Beweise und schon gar keine Erklärungen vorlägen. Details der aktuellen Studie wurden in dem Fachmagazin Pediatrics http://pediatrics.aappublications.org veröffentlicht.

Exakter Zusammenhang unklar

Frühere Studien hatten gezeigt, dass Hühner oder Mäuse, denen ähnliche Viren injiziert wurden, deutlich an Gewicht zunahmen. Ein Zusammenhang zwischen AD36 und Fettsucht beim Menschen wurde ebenfalls bereits vermutet. Wie es genau zu einer Infektion kommt und warum Menschen unterschiedlich reagieren, ist bisher noch nicht erforscht.

Von den 124 an der aktuellen Studie teilnehmenden Kindern zwischen acht und 18 Jahren, galt die Hälfte aufgrund ihres BMI als fettsüchtig. Bei 19 der Kinder konnten Antikörper gegen das Virus nachgewiesen werden. 15 dieser Kinder befanden sich in der Gruppe der stark Übergewichtigen.

Aufklärung

Schwimmer hofft, dass derartige Studienergebnisse wie Haltung gegenüber fettsüchtigen Menschen verändern können. Viele Menschen gehen davon aus, dass Fettsucht selbstverschuldet ist. Verantwortung haben die Eltern oder die Familie. Diese Studienergebnisse zeigen jedoch, dass das Körpergewicht viel komplizierter ist als allgemein angenommen.

"Es ist an der Zeit, dass diese Schuldzuweisungen einem besseren Verständnis weichen, das neue Möglichkeiten in Prävention und Behandlung eröffnen sollte", so Schwimmer."Die neuen Daten weisen ebenfalls darauf hin, dass eine Infektion die Ursache einer Fettsucht oder zumindest ein wichtiger Faktor sein kann."

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://health.ucsd.edu
http://pediatrics.aappublications.org

Weitere Berichte zu: AD36 Antikörper Beweise Fettsucht Infektion Studienergebnis Virus

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter
19.06.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Warnsystem KATWARN startet international vernetzten Betrieb

27.06.2017 | Informationstechnologie

Digitalanzeige mit Touchscreen WAY-AX & WAY-DX von WayCon

27.06.2017 | Energie und Elektrotechnik

Der Krümmung einen Schritt voraus

27.06.2017 | Informationstechnologie