Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fetthaltige Lebensmittel machen Gedächtnis fit

28.04.2009
Medikamente zur Behandlung von Fettsucht in Aussicht

Der Verzehr von fetthaltigen Lebensmitteln kann dazu beitragen, das Gedächtnis zu verbessern. Ein Team der University of California hat entdeckt, dass die Ölsäuren der Fette im Darm in einen das Erinnerungsvermögen erhöhenden Stoff umgewandelt werden.

Das Team um Daniele Piomelli hofft, dass diese Studienergebnisse einen Beitrag dazu leisten können, Gedächtnisprobleme zu behandeln. Medikamente, die die Wirkung der Verbindung nachahmen, werden derzeit für die Kontrolle der gefährlichen Triglyceride getestet. Laut BBC gibt es Hinweise darauf, dass hohe Werte von Oleylethanolamid (OEA) den Appetit verringern, zu einem Gewichtverlust führen sowie die Cholesterin- und die Triglycerid-Werte senken können. Das ist auch ein attraktiver Ansatzpunkt für Diätpillen.

Details der Studie wurden in den Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht.

Die Wissenschaftler entdeckten, dass OEA auch dazu führt, dass Erinnerungen durch gedächtnisverbessernde Signale in der Amygdala hinterlegt werden. Wurde OEA Ratten verabreicht, verbesserte sich ihre Speicherzeit bei zwei verschiedenen Tests, dem Laufen in einem Labyrinth und beim Vermeiden unangenehmer Erfahrungen. Wurde OEA durch ein Medikament blockiert, verschlechterten sich die Testergebnisse der Tiere. Piomelli erklärte, es gebe eine evolutionäre Erklärung für die Rolle von OEA. "Wurde Säugetieren dabei geholfen sich zu erinnern, wo und wann sie ein fettreiches Mahl zu sich genommen haben, dürfte OEA ein wichtiges evolutionäres Werkzeug für die frühen Menschen und andere Tiere gewesen zu sein." Dabei dürfte es sich um einen wichtigen Überlebensmechanismus gehandelt haben.

Dennoch dürfte dieser Mechanismus nicht immer hilfreich sein. OEA trägt zum Sättigungsgefühl nach dem Essen bei. Es könnte aber auch langfristiges Verlangen nach fettreichen Nahrungsmitteln erzeugen, die im Übermaß genossen zu einer Fettsucht führen können. Harald Hansen von der Danish University of Pharmaceutical Sciences hat die Wirkungsmöglichkeiten von OEA gegen Fettsucht untersucht.

Er geht davon aus, dass die Erforschung der Rolle von OEA in der menschlichen Ernährung dazu beitragen wird zu verstehen, wie sich die Fettsucht derart ausbreiten konnte. Die Folge könnten Medikamente zur Behandlung von lebensbedrohlichen Formen der Erkrankung sein. Der Wissenschaftler betonte, dass OEA nicht für den Konsum durch Menschen auf dem Markt ist und es derzeit nicht nachgewiesen ist, dass es beim Menschen die gleiche Wirkung hat wie bei Ratten.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.uci.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Erste großangelegte Genomstudie prähistorischer Skelette aus Afrika
27.09.2017 | Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte / Max Planck Institute for the Science of Human History

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Aufräumen? Nicht ohne Helfer

19.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Biotinte für den Druck gewebeähnlicher Strukturen

19.10.2017 | Materialwissenschaften

Forscher studieren molekulare Konversion auf einer Zeitskala von wenigen Femtosekunden

19.10.2017 | Physik Astronomie