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Fernsehen verdoppelt Asthma-Risiko bei Kindern

03.03.2009
Mangelnde Bewegung spielt entscheidende Rolle

Wenn kleine Kinder täglich mehr als zwei Stunden fernsehen, verdoppelt sich bei ihnen das Risiko, an Asthma zu erkranken.

Das hat eine britische Studie ergeben. Das Team von Wissenschaftlern um James Paton von der University of Glasgow macht dafür allerdings weniger den Fernseher als das viele Sitzen beim Schauen verantwortlich. Tiefes Ein- und Ausatmen wie beim Sport könnte den Lungen helfen.

Für die im Fachmagazin Thorax veröffentlichte Studie wurde die Gesundheit von mehr als 3.000 britischen Kindern von der Geburt bis zum elften Lebensjahr analysiert. Die Eltern wurden jährlich nach Keuch-Symptomen ihrer Kinder und einer Asthma-Diagnose befragt. Zusätzlich sollten die Eltern die Sehgewohnheiten ihrer Kinder einschätzen.

Als Baby und Kleinkind litt keines der Kinder an pfeifenden Atemgeräuschen. Mit elfeinhalb Jahren waren 185 Kinder - das entspricht sechs Prozent - an Asthma erkrankt. Bei jenen, die mehr als zwei Stunden täglich fernsahen, wurde fast doppelt so wahrscheinlich Asthma diagnostiziert. Die Wahrscheinlichkeit blieb jedoch gering und lag bei zwei von 100 Kindern. Von den erkrankten Kindern sahen zwei Prozent nicht fern, 20 Prozent weniger als eine Stunde, 34 Prozent ein bis zwei Stunden und 44 Prozent mehr als zwei Stunden. Da keines der Kinder mit dreieinhalb Jahren über entsprechende Symptome verfügte, ist es laut den Wissenschaftlern unwahrscheinlich, dass sie aufgrund der Erkrankung dazu gezwungen waren, sich bereits sehr früh weniger zu bewegen.

Die Forscher gehen davon aus, dass die mangelnde Bewegung die tiefer liegende Erklärung für diese Forschungsergebnisse ist. Angenommen wurde, dass Kinder, die mehr fernsehen, sich weniger bewegen. Die sportlichen Aktivitäten der Kinder wurden während der Laufzeit der Studie allerdings nicht gesondert untersucht. Am Ende der Studie waren die Kinder elfeinhalb Jahre alt. Zu diesem Zeitpunkt gab es nur geringe Unterschiede bei der Sportlichkeit bei den kranken und den gesunden Kindern.

Paton hält es für denkbar, dass es einen Zeitraum in der frühen Kindheit gibt, in dem sich körperliche Aktivität positiv auf den Schutz der Lungen auswirkt. Es gibt laut BBC Hinweise darauf, dass die Atmungsmuster eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Muskeltonus und der Reaktionsfreudigkeit der Atemwege spielen. Werden diese Muskeln nicht regelmäßig durch tiefe Atemzüge ausgedehnt, kann es zu einer erhöhten Reaktion seitens der Atemwege kommen. Und genau das ist das Problem bei Asthma.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.gla.ac.uk

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