Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fehlende Erholung schmälert die Arbeitsleistung

20.11.2008
Beste Regeneration bei aktiver und regelmäßiger Freizeitgestaltung

Erholte Menschen sind in der Arbeit kreativer, helfen den Kollegen mehr und zeigen mehr Initiative. Was als allgemein bekannt gilt, wies die Psychologin Carmen Binnewies von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz nun empirisch nach.

Sie untersuchte dazu 600 Personen aus der öffentlichen Verwaltung, aus Klein- und Mittelbetrieben sowie aus der Behindertenarbeit. Gezielte Erholung wie Schlaf und Sport habe einerseits physiologische Wirkung, andererseits schaffe sie auch Selbstwirksamkeit. "Wer erholt ist, weiß, dass er leistungsfähig ist", so die Psychologin im pressetext-Interview.

Als besonders wichtig für die Arbeitsleistung erwies sich in der Studie die Kontinuität in der Erholung, zu der neben der täglichen freien Zeit auch das freie Wochenende beiträgt. "Das Wochenende macht Aktivitäten möglich, für die unter der Woche keine Zeit bleibt, und lässt den Menschen somit Kraft tanken. Geschieht das nicht, kann das negative Auswirkungen auf die gesamte darauffolgende Woche haben." Länger andauernde Erholungsphasen wie der Urlaub seien zwar für Leute wichtig, deren Kräfte erschöpft sind, sie hätten jedoch gegenüber der regelmäßigen Erholung nur geringe Bedeutung. "Der Urlaub wirkt höchstens vier Arbeitswochen nach, egal wie lange er gedauert hat", betont die Studienautorin.

Fällt die Erholung neben der Arbeit weg, versuchen Menschen dies laut Studie durch mehr Arbeit zu kompensieren. "Sie schaffen dadurch kurzfristig eine höhere Leistung, brauchen ihre Ressourcen jedoch auf", sagt Binnewies. In Folge sinkt die Qualität der Arbeit. Erholungsprobleme haben am ehesten Menschen, die in ihrer Arbeit unter starkem Stress stehen. "Um zum Beispiel Sport zu betreiben, braucht der Körper auch Energie und muss sich anschließend ausrasten können." Gestresste Menschen würden tendenziell wenig Sport betreiben, obwohl sie von dessen Vorzügen überzeugt seien. Einen Ausweg aus dieser Situation sieht Binnewies in Freizeitroutinen. "Konkrete Fixtermine wie das Schwimmen am Donnerstagabend sind da hilfreich, besonders wenn es in Verabredung mit Freunden geschieht", so die Empfehlung der Psychologin.

Welche Form der Erholung die beste ist, muss jeder individuell herausfinden. "Jeder findet seinen eigenen Weg", erklärt Binnewies. "Viele betreiben in ihrer Freizeit Sport, treffen andere, engagieren sich ehrenamtlich oder machen es sich einfach am Sofa bequem." Aktive Tätigkeit tragen mehr zur Erholung bei als passive, wichtig sei außerdem ausreichender und qualitativ guter Schlaf. Die Freizeit sei jedoch nicht immer erholsam, denn manche empfänden etwa die Haushaltsführung als Belastung oder arbeiten in der Freizeit für andere Arbeitgeber. "Für den Erholungswert kommt es nicht auf die Art der Tätigkeit an, sondern darauf, wie positiv ich sie erlebe", so das Resümee der Mainzer Psychologin.

So invididuell Menschen ihre Erholung auch gestalten, die Untersuchung stellte dennoch Berufstrends fest. Lehrer zeigten etwa tendenziell positive Auswirkungen auf passive Erholung. "Das hängt vielleicht mit dem Trubel zusammen, den sie in ihrer Arbeit mit den Kindern empfinden", vermutet die Studienautorin. Auch soziale und ehrenamtliche Tätigkeiten böten sich an, wobei Menschen mit einem großen Ausmaß arbeitsbedingter Sozialkontakten hier gelegentlich an Grenzen stoßen, wie Binnewies bei der Untersuchung von Flugbegleiterinnen zeigte.

Johannes Pernsteiner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.uni-mainz.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Entrepreneurship-Studie: Großes Potential für Unternehmensgründungen in Deutschland
15.09.2017 | Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Drohnen sehen auch im Dunkeln

20.09.2017 | Informationstechnologie

Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik